Brennpunkt: Was tun bei Problemen mit DSL?

DSL: Tipps und Tricks

Mit ein paar Insider-Kniffen und Hintergrundinfos lassen sich typische DSL-Probleme lösen und die häufigsten Fallen umgehen.

Misstrauen Sie der Verfügbarkeitsprüfung

Schön und gut, dass praktisch alle Anbieter eine Vor-Recherche für die DSL-Anschlussverfügbarkeit im Internet anbieten. Doch deren Ergebnis ist keineswegs verbindlich. In den entsprechenden Datenbanken ist in der Regel nur die Entfernung zur Vermittlungsstelle eingetragen. Sofern die Ergebnisse überhaupt auf Messwerten basieren, wurde die Leitungsqualität nur bei der für Sprachtelefonate relevanten Frequenz von 300 Kilohertz überprüft. DSL nutzt dagegen das Spektrum von 138 bis 2200 Kilohertz. Zudem werden auch andere mögliche Probleme wie die Beschaltung der Telefon-Kabelbäume bei der Vorinformation nicht berücksichtigt. Eine vollständige Leitungsmessung führt der Anbieter aber erst nach Auftragserteilung durch. Erst auf das Ergebnis dieser Messung können Sie sich dann einigermaßen verlassen.  

Nicht voreilig kündigen

Bei einem Providerwechsel ist der sicherste Weg, wenn Sie die Kündigung des bestehenden Anschlusses dem neuen Anbieter überlassen. Zwar schützt Sie auch dies nicht vor Problemen durch verschlampte Aufträge, geplatzte Installationstermine oder auf dem Postweg verlorene Anschlussgeräte. Doch der neue Anbieter kann die Kommunikation mit den Sachbearbeitern und Technikern des alten Anbieters zumindest mit seinem eigenen Zeitplan koordinieren und hat mehr Erfahrung mit den notwendigen Prozessen und Ansprechstellen als eine Privatperson.

Bei Providern, die diesen Service nicht anbieten wollen, ist Skepsis angebracht. Verschleppt der neue Anbieter die Schaltung des Anschlusses, setzen Sie ihm nach etwa einem Monat eine Frist von weiteren zwei bis drei Wochen. Ist auch dann nichts passiert, haben Sie nach gängiger Rechtsprechung ein Sonderkündigungsrecht.  

Suchen Sie den Kontakt zu den Technikern

Dass ein DSL-Anschluss mehrere Monate lang problemlos funktionierte und dann plötzlich Probleme macht, sollte ein Alarmzeichen sein. Eine mögliche Erklärung ist, dass es durch die Schaltung weiterer DSL-Anschlüsse in Ihrer Nachbarschaft nun zu Übersprecheffekten im Anschlusskabel kommt. Vielleicht ist aber auch nur ein vorübergehendes Problem in der Vermittlungsstelle die Ursache.

Klarheit schaffen Messungen und Überprüfungen vor Ort - und die können nur Techniker des Anbieters vornehmen. Versuchen Sie deshalb, die allgemeinen Hotlines möglichst schnell hinter sich zu lassen und suchen Sie den direkten Kontakt zu den Technikern. Bei T-Com zum Beispiel, indem Sie der Störungs-Hotline 0800/3301172  eine konkrete Störung Ihres DSL-Anschlusses melden. In der Regel ruft Sie dann ein mit der Störung beauftragter Techniker zurück.  

Bitten Sie um einen Port-Reset

Aber auch Störungstechniker haben ihre Marotten und speziellen Vorlieben. So berichten connect-Leser, dass manche Techniker bisweilen recht schnell darauf zurückgreifen, die DSL-Parameter bei Leitungsproblemen restriktiver einzustellen als nötig. Sie gehen sozusagen auf Nummer sicher, was aber nicht selten Übertragungsgeschwindigkeit kostet - insbesondere bei den ohnehin knappen Uplink-Kapazitäten.

Bevor Sie einer solchen Maßnahme zustimmen, bitten Sie den Techniker, zunächst einen >>Port-Reset<< durchzuführen. Dabei wird die Elektronik des für Ihren Anschluss zuständigen >>DSLAM<< zurückgesetzt. Viele temporäre DSL-Störungen lassen sich durch diese Maßnahme beheben. Besitzer einer Fritz!Box können die Parameter und Datenraten ihres  Anschlusses nachprüfen.  

Testweise ein anderes DSL-Modem anschließen

Bei allem Komfort haben die mittlerweile üblichen hochintegrierten Kombigeräte aus Router, VoIP-Anlage und DSL-Modem (wie auch die sonst sehr empfehlenswerte Fritz!Box) ihre Schwächen. Die komplette Elektronik des DSL-Modems ist bei ihnen in der Regel auf einem einzigen Chip untergebracht. Mit kritischen Leitungen kommen diese DSL-Modemchips meist schlechter klar als reine DSL-Modems mit diskreten Bauteilen.

Wer ohnehin noch ein altes DSL-Modem im Regal stehen hat (und abgeklärt hat, dass es zum verwendeten Anschlusstyp kompatibel ist - moderne Varianten wie ADSL2+ unterstützen solche Geräte nämlich meist nicht), sollte es einmal versuchshalber anschließen. Falls die Übertragungsqualität dann besser ist: Fritz!Box & Co. lassen sich meist auch so konfigurieren, dass sie ein externes DSL-Modem nutzen.

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