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Unterwegs via Internet telefonieren
Wer häufig im Ausland unterwegs ist, kann die hohen Roamingkosten der Mobilfunkanbieter mit VoIP in bestimmten Situationen umgehen.
Zwar sinken die Mobilfunkpreise über die Jahre kontinuierlich, trotzdem sind die Kosten für den Handynutzer immer noch deutlich höher als beim Festnetzanschluss. Also scheint die Verlockung groß, sich nur einen Datentarif zu buchen und seine Telefongespräche per VoIP eben über diese Datenflatrate abzuwickeln.
Dazu kommt, dass immer mehr Geräte neben dem UMTS-Turbo HSDPA auch den schnellen WLAN-Datenfunk an Bord haben und der SIP-Client ebenfalls gleich an Bord ist – das sieht doch geradezu nach einer Einladung aus. Aber Vorsicht: Während Mobilfunknetze auf die unterbrechungsfreie Telefonverbindung getrimmt sind, ist dies bei Datenverbindungen nicht der Fall.
Hier funktioniert der Handover, also die Gesprächsweitergabe zwischen zwei Funkmasten (Basisstationen), längst nicht so reibungslos wie bei einem konventionellen Handygespräch. So wird schnell klar: VoIP per Handy und UMTS/HSDPA macht wenig Sinn, zumal das meist auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter untersagt ist.
VoIP per WLAN-Handy
Ganz anders sieht die Sache aus, wenn Ihr Handy den schnellen WLAN-Datenfunk beherrscht. Je nach Betriebssystem gibt’s unterschiedliche Telefonieprogramme fürs Handy. Das Programm Fring beispielsweise läuft auf vielen Handys und kann sowohl mit SIP-Gesprächen als auch mit Anrufen über das proprietäre und konkurrierende Skype-System umgehen.
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skype: proprietäres system, weitgehend abhörsicher
skype: proprietäres system, weitgehend abhörsicher
Besonders komfortabel ist es natürlich, wenn Ihr Handy gleich ein VoIP-Programm installiert hat – wie viele Geräte der Nokia E- und N-Serie. So bucht sich Ihr Handy im Büro-WLAN ein und ist mit Zugangsdaten Ihres heimischen VoIP-Providers gefüttert. Bei einem eingehenden Anruf klingeln dann das Telefon zu Hause und Ihr Handy gemeinsam – so geht Ihnen kein Anruf mehr durch die Lappen und Sie zahlen auch keinen Cent Weiterleitungsgebühren.
Das funktioniert natürlich auch, wenn Sie an einem freien WLAN-Hotspot im Ausland angemeldet sind: Hier empfangen und tätigen Sie Anrufe unter der gleichen Nummer und zu den gleichen Gebühren, wie wenn Sie im Inland sind.
Skype: Internet-Telefonie per Notebook
Ebenfalls ein beliebtes Szenario im Ausland: Geschäftsleute sitzen mit dem Notebook in der Flughafenlounge oder im Hotel und haben sich für Internet und E-Mails ohnehin schon einen WLAN-Zeitzugang gekauft. Da macht es natürlich Sinn, diesen Datenkanal auch fürs Telefonieren zu nutzen und so die immer noch hohen Roamingpreise zu umgehen.
Das klappt am einfachsten mit dem weit verbreiteten VoIP-Programm Skype, das Sie kostenlos auf Ihr Laptop laden können. Damit können Sie andere Skype-Nutzer weltweit kostenlos anrufen, chatten und sogar Videotelefonate und Konferenzgespräche führen. Selbst Dateien kann man auf dem kurzen Dienstweg hin- und herschicken und so gemeinsam Dokumente durchsehen.
Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein WLAN-fähiges Notebook und ein Headset, also ein Kopfhörer mit eingebautem Mikrofon. Wer’s gerne klassisch liebt: Mittlerweile gibt’s dafür auch Telefonhörer, die per USB mit dem Notebook gekoppelt werden.
Für SIP-Teilnehmer nicht kostenlos
Nachteil dieser Lösung: Skype arbeitet nach einem eigenen Protokoll und nicht nach dem offenen SIP-Standard. SIP-Teilnehmer können Sie zwar anrufen, aber nicht kostenlos. Auch funktionieren die Extras wie Chat, Videotelefonie und Dateiaustausch nicht zwischen den Systemwelten. Aber keine Bange: Die Gesprächsgebühren bei Skype sind moderat, auch Festnetznummern können Sie ohne große Kosten anklingeln.
Trotz dieser kleinen Schwäche: Gerade in fremden Netzwerken hat sich Skype sehr gut bewährt, da es über einen Trick praktisch hinter jeder Firewall funktioniert, was bei Datennetzen, die Sie nicht selbst kontrollieren können, ein Vorteil ist.
Weiteres Plus: Gespräche via Skype sind prinzipiell mit einer sehr starken Verschlüsselung gegen Lauscher in der Leitung geschützt, was gerade im Businessumfeld immens wichtig ist – schließlich interessieren sich ausländische Geheimdienste und Spionagetrupps von Konkurrenzfirmen brennend für Wirtschaftsgeheimnisse.
Dazu hören die Lauscher nicht nur den Internet-Verkehr ab, sondern auch und bevorzugt Handygespräche. So macht Skype also auch in Sachen Sicherheit absolut Sinn und schlägt in dieser Disziplin jedes herkömmliche Handytelefonat.
Läuft auch auf Handys
Gute Nachricht: Wer abhörsicher telefonieren will, muss nicht mehr unbedingt das Laptop anwerfen. Gab es Skype bis vor einiger Zeit nur für den PC, läuft das Tool heute auch auf einer ganzen Reihe von Handys, die laut Hersteller sukzessive erweitert werden soll. Wer welche Modelle kompatibel sind, können Sie auf der Homepage von Skype nachschauen.
SIP arbeitet dagegen prinzipiell erst einmal unverschlüsselt. Und das ist insofern ein Problem, als die Kommunikation im Internet offen wie eine Postkarte über viele Server in diversen Ländern läuft. Zwar gibt es mit SIPS und TLS mittlerweile auch hierfür Sicherheitslösungen, diese sind aber bislang bei kaum einem SIP-Provider zu finden. Hier muss der Nutzer also schon selbst aktiv werden, sprich selbst verschlüsseln.
SIP-Softphones
Die meisten VoIP-Provider, die nach dem SIP-Standard arbeiten, bieten ein kostenloses Softphone zum Herunterladen an. Damit kann der Kunde wie bei Skype seinen VoIP-Account überall nutzen und andere SIP-Kunden gratis erreichen. Einen Nachteil hat die Sache allerdings: Jeder Netzbetreiber konfiguriert seine Firewall etwas anders.
Und damit haben die SIP-Softphones ein Problem: Die Ports, die zum Plaudern benötigt werden, sind von der Firewall meist zur Sicherheit geschlossen. Zwar hat sich die letzten Jahre mit STUN-Protokoll vieles zum Besseren gewendet, trotzdem kommt es mit SIP-Softphones an fremden Netzwerken immer wieder zu Problemen.