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Verkehrsbeeinflussungsanlagen
Mit einer ausgeklügelten Strategie, zu der auch eine Webcam-basierte Autobahnbeobachtung gehört, möchten die Stuttgarter den Verkehr in naher Zukunft daher so steuern, dass sich Staus um etwa 20 Prozent verringern, Reisezeiten um 20 Prozent verkürzen und schwere Unfälle um bis zu 30 Prozent zurückgehen.
Das Mittel der Wahl sind so genannte moderne Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA). Eigentlich steckt dahinter nichts anderes als Großbildschirm-Schilder, deren Anzeigen sich vom Leitraum aus variabel fernsteuern lassen.
Die Mitarbeiter können diese Schilder beispielsweise mit Stauwarnungen beschicken, mit zeitweiligen Geschwindigkeitsbeschränkungen, mit der Freigabe des Standstreifens sowie der "präventiven Verlagerung des Verkehrs auf Alternativrouten", also einer staatlich gesteuerten Stau-Umfahrung. Auf diese Weise lassen sich Verkehrsströme optimieren.
Zahlreiche Anlagen geplant
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Die Verkehrsrechnerzentrale Stuttgart
© Foto: Jürgen Eberl
© Foto: Jürgen Eberl
Die Verkehrsrechnerzentrale Stuttgart
Für Autofahrer bedeutet dies bestenfalls, dass ihnen auf südwestdeutschen Autobahnen künftig per Großbildschirmanzeige der optimalen Weg gewiesen wird. Zahlreiche Anlagen sollen in den kommenden Jahren dafür in Betrieb gehen oder erneuert werden, beispielsweise im Großraum Mannheim/Heidelberg, am Autobahnkreuz Walldorf oder an mehreren Stellen im Großraum Stuttgart.
Eine optimale Verkehrssteuerung setzt allerdings voraus, dass sich die Fahrzeuglenker auch wirklich an Umleitungsempfehlungen und vor allem an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, denn insbesondere große Geschwindigkeitsunterschiede der einzelnen Wagen verursachen nicht selten Staus. So wirkt sich gerade die Auf- oder Abfahrt zur Autobahn mit zu großen Geschwindigkeitsdifferenzen im Kolonnenverkehr schnell negativ auf die gesamte Verkehrslage aus.
Wenige "Störer" genügen
Bedeutet: Wer beim Einfädeln zu langsam ist, bremst den gesamten Verkehr hinter sich ab. Ebenso verhält es sich mit unmotivierten Bremsmanövern oder abrupten Spurwechseln. Es genügen bereits wenige Autofahrer, um mit einem solchen Fahrverhalten die Verkehrsharmonie zu stören und den gesamten Verkehr herunterzubremsen, im Extremfall sogar zum Stillstand zu bringen.
In dichtem Verkehr wirken sich Geschwindigkeitsunterschiede besonders schnell auf nachfolgende Fahrzeuge aus. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 Kilometern in der Stunde bewegen sich diese Störungen in der Folge entgegen der Fahrtrichtung – es entstehen der sogenannte Stau aus dem Nichts.