Ratgeber: Netzabdeckung

Vodafone

Mit massig Multimedia-Diensten und hervorragender UMTS-Vermarktung gilt Vodafone als einer der Innovatoren der Branche. Bleibt die Frage, wie die Düsseldorfer im Erfolgsnetz GSM positioniert sind. Der connect-Test liefert die Antwort.  

Vodafone ist das Schnellboot unter den Mobilfunkern. Kein anderer Netzbetreiber bietet seinen Kunden so fix neue Services und vermarktet diese so clever und aggressiv. Ob Musicfinder, Musikdownloads oder Vodafone-Live-Portal - Produktmanagement und Marketing der Düsseldorfer liefern perfekte Arbeit ab. Trotzdem werden auch bei Vodafone die höchsten Umsätze mit Telefonaten gemacht, von denen nach wie vor die meisten übers GSM-Netz laufen. Und was die Datenübertragung angeht, gibt es trotz des exzellent ausgebauten und mit zwei connect-Testsiegen gekürten Vodafone-UMTS-Netzes immer noch genügend weiße Flecken auf der Abdeckungskarte, zumal in der Bahn auch die schnellste Datenkarte aufs GSM-Netz zurückgreifen muss, da die Repeater in den ICE und IC-Zügen nur GSM-Signale verstärken. Was also taugt das GSM-Netz der Düsseldorfer?

Ordentliche Stabilität bei Anrufen

Klare Antwort: viel. Mit Testsieger T-Mobile kann Vodafone beim Drivetest in Sachen Stabilität der Anrufe zwar nicht ganz mithalten, trotzdem spielen die Düsseldorfer ganz klar in der ersten Liga. Knapp 90 Prozent der Anrufe wurden erfolgreich aufgebaut und über zwei Minuten gehalten. 5,5 Prozent der Anrufe wurden zwar aufgebaut, brachen aber während des Calls ab. Hier liegt Vodafone fast exakt auf T-Mobile-Niveau. Anrufe, die wegen eines blockierten Netzes gar nicht erst zustande kamen, hielten sich mit rund 2,8 Prozent zwar im Rahmen, waren aber etwa doppelt so häufig zu verzeichnen wie bei T-Mobile. Hier scheint es im Vodafone- Netz in manchen Regionen an Kapazität zu mangeln. Auch muss der Kunde bei Vodafone mit durchschnittlich 6,2 Sekunden am längsten auf die Verbindung warten. Hier war T-Mobile mit 5,9 Sekunden nicht viel schneller, an E-Plus kommt in dieser Disziplin mit 4,5 Sekunden kein Konkurrent vorbei. Dafür liegt Vodafone bei der Sprachqualität mit Testsieger TMobile gleichauf: Ein PESQ-Wert von 4,0 ist bei einem Drivetest mit vielen Zellwechseln ein sehr gutes Ergebnis.

Sicherste Datenverbindung im Test

Richtig punkten konnte Vodafone bei der Datenübertragung im Drivetest. Zwar machen die Düsseldorfer leider in nächster Zeit ihr Netz nicht EDGE-fähig und so liegt T-Mobile hier bei der Datenrate leicht vorn, in Sachen Stabilität kann aber kein anderer Anbieter Vodafone das Wasser reichen: Über 87 Prozent der EMail- Zyklen wurden erfolgreich zu Ende gebracht. Und wer sich ins Vodafone-Datennetz einwählt, bekommt am schnellsten die Verbindung. Das zeigt die sogenannte PDB-Context-Activation-Time, die bei Vodafone bei sagenhaften 0,9 Sekunden liegt. T-Mobile braucht wie die anderen Betreiber etwa 1,3 Sekunden, bis die ersten Daten fließen - was ebenfalls absolut praxistauglich ist.

Auch für Bahnfahrer zu empfehlen

Wer sich mit einem Vodafone-Vertrag in einen ICE setzt, kann unterwegs meist problemlos telefonieren. Allerdings liegt T-Mobile auch hier das entscheidende Quäntchen vorne: Während Gespräche übers Vodafone- Netz in 88,3 Prozent erfolgreich verliefen, schaffte T-Mobile fast 90 Prozent. Fürs Protokoll: Von den fehlgeschlagenen Rufen bei den Düsseldorfern brachen 7,7 Prozent der Calls während des laufenden Gesprächs ab, rund 2,6 Prozent scheiterten schon am Rufaufbau. In beiden Fällen zwar mehr als bei T-Mobile, aber immer noch auf Spitzenniveau. Deutlich stabiler als der Testsieger arbeitet Vodafone, wenn es darum geht, Daten auf der Schiene per Notebook zu übertragen. 69,7 Prozent der E-Mail-Zyklen in den ICE-Zügen der Bahn meisterte das Vodafone-Netz gänzlich ohne Probleme; T-Mobile kam hier nur auf 55,6 Prozent. Auch die Zeit von der Einwahl bis zum Fluss der ersten Daten war bei Vodafone etwas kürzer, was Punkte brachte. Steht die Verbindung dann aber erst einmal, sind T-Mobile-Kunden mit durchschnittlich rund 31 KBit/s deutlich schneller im Internet unterwegs als Vodafone-Nutzer, die im GSM-Netz auf Datenraten von rund 24,2 KBit/s kommen. Hier sollte sich Vodafone trotz seines herausragenden UMTSNetzes Gedanken machen, ob der EDGE-Ausbau mittelfristig nicht doch noch Sinn machen würde.  

Pro und Contra:

- Datenstabilität: Hier liefert Vodafone die besten Werte im Test - und zwar unabhängig davon, ob es sich um Bahnmessungen oder um den Drivetest handelt. Doch gerade im Zug freuen sich Kunden, wenn sie sich nicht ständig aufs Neue einwählen müssen.

- PDB-Context-Activation-Time: Die Zeit, die der Kunde von der Einwahl ins Internet bis zum Eintreffen der ersten Daten warten muss, ist bei Vodafone am kürzesten.

- Datenrate: Bei Vodafone treffen im GSM-Netz die Daten deutlich langsamer ein als beim Testsieger T-Mobile, der teilweise im Netz auf den Datenturbo EDGE setzt.

- Anrufstabilität: Vodafone-Kunden müssen etwas häufiger mit Verbindungsstörungen rechnen als Kunden, die ihren Vertrag beim Testsieger haben.  

Fazit:

Im GSM-Netz liefert Vodafone respektable Ergebnisse und spielt zusammen mit T-Mobile in der oberen Klasse der Mobilfunknetze. Bei der Stabilität der Datenverbindung sowohl im Zug als auch beim Drivetest kann Vodafone sogar am Testsieger vorbeiziehen. Wenn es allerdings um die Stabilität von Anrufen oder die Datenraten in Bahn oder Auto geht ist, verlieren die Düsseldorfer an Boden. Durch zusätzliche Frequenzen und Sender lassen sich die Stabilitätswerte steigern, hohe Datenraten gibt's im GSM-Netz nur durch EDGE.  

connect-Urteil: gut (391 Punkte)

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