Vollaktiv-Spezial

Vollaktiv-Spezial Teil 3

Die tiefe Ankopplung kommt wie erwähnt der besseren Bass-Ortung von vorne zu Gute. Selbst eine fette Bassdrum scheint dann akustisch aus dem Motorraum zu kommen.Der Nachteil: Der Tieftöner hat richtig viel zu tun und ist dadurch nicht mehr so hoch belastbar, weil er im Bass nun schneller an seine Grenzen stößt. Wer aber einmal ein Auto mit richtig guter Bass-Ortung gehört hat, der möchte diese nicht mehr missen und verzichtet gerne auf ein paar dB Maximalpegel.Theoretisch müssen der Tiefpass des Subwoofers und der Hochpass des Tieftöners auf dieselbe Frequenz eingestellt werden, damit später im Bereich der Übernahme ein glatter Frequenzgang herauskommt. In der Praxis sind hier allerdings noch weitere Faktoren zu beachten.Verlaufen die Frequenzgänge der Chassis im Bereich der Übernahme nicht glatt, dann kann es durchaus sinnvoll sein, unterschiedliche Trennfrequenzen zu wählen. Steigt etwa der Pegel des Subwoofers von sich aus im Übernahmebereich zu hohen Frequenzen hin an, muss die Trennfrequenz tiefer angesetzt werden. Auch einen abfallenden Tieftöner-Frequenzgang kompensiert man mit einem tiefer angesetzten Hochpass. Und wenn dann der Subwoofer wunschgemäß etwas lauter spielen soll als der Tieftöner, muss die Trennfrequenz des Hochpasses doch wieder ein Stück nach oben gestellt werden.All diese Faktoren lassen sich im Vorfeld nur schwer abschätzen, weshalb die Entscheidung über die Trennfrequenzen erst bei der Abstimmung der Anlage fällt.Der MitteltönerBei welcher Frequenz der Tieftöner das Zepter an den Mitteltöner übergibt, hängt hauptsächlich vom Mitteltöner ab. Mit Blick auf den Tieftöner ist auch hier eine möglichst tiefe Übernahme ratsam, weil sich der Klang des Tieftöners mit zunehmender Frequenz verschlechtert, was schlicht mit dem höheren Gewicht seiner Membran zu tun hat.Für den Mitteltöner hingegen ist es besser, wenn die Übernahme erst ein paar Hz weiter oben erfolgt. Er muss nämlich ab dieser Frequenz seinen vollen Wirkungsgrad entfalten und mit der sich daraus ergebenden Belastung zurechtkommen. Es gilt also, den idealen Schnittpunkt zu finden: Er soll so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig liegen.Ein Anhaltspunkt für die tiefstmögliche Frequenz ist die Resonanzfrequenz des Mitteltöners, die in seinen technischen Daten zu finden ist. Die Übernahmefrequenz sollte mindestens eine halbe bis eine ganze Oktave über dieser Resonanzfrequenz liegen. Zudem zeigt ein Blick auf den Frequenzgang, ob das Chassis auf Höhe der gewünschten Übernahme schon den vollen Pegel macht.Sind die technischen Daten des Chassis nicht bekannt, bleibt nur eine Schätzung auf Basis des Membrandurchmessers und der Bauform, die dann einen groben Rückschluss auf das benötigte Hochpassfilter zulassen. In der Tabelle oben auf der rechten Seite haben wir für Sie die notwendigen Richtwerte zusammengefasst.Von der schließlich gewählten Übernahmefrequenz hängt ab, wie es um die Belastbarkeit des Lautsprechers bestellt ist. Je tiefer die Trennfrequenz, desto größer ist auch seine Belastung. Wie gut er das wegsteckt, hängt von seinen Leistungsreserven ab und lässt sich pauschal nicht sicher beantworten, zu groß sind die konstruktiven Unterschiede der Typen und Modelle. Auch hier fällt die endgültige Entscheidung erst bei der Abstimmung.Der HochtönerMit dem Übergang zwischen Mittel- und Hochtöner verhält es sich im Grunde genau so wie mit dem Übergang zwischen Tieftöner und Mitteltöner - er stellt immer einen Kompromiss aus dem bestmöglichen Klang und dem maximal möglichen Schallruck dar.Auch hier gilt die Marschrichtung "So tief wie möglich, so hoch wie nötig". Denn wie beim Tieftöner lässt auch das dynamische Verhalten des Mitteltöners mit zunehmender Frequenz nach. Sowie der Hochtöner in der Lage ist, den Anforderungen an Pegel und Belastbarkeit gerecht zu werden, sollte man ihn auch einsetzen.Besonders bei Zweiwege-Systemen bietet sich eine möglichst tief liegende Übernahme an, um den Tiefmitteltöner rechtzeitig zu erlösen. Eine klassische 25-mm-Kalotte darf hier schon ab 2,5 bis 3 kHz die Führung übernehmen. In einer Dreiwege-Kombi hingegen sind 3,5 bis 4,5 kHz sinnvoll. Trotz aller Theorie wird sich auch hier erst im Rahmen der Abstimmung zeigen, was die beste Wahl ist. Doch wie viel Verstärkerleistung brauchen wir überhaupt für unser Vollaktiv-System?

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Wer ist die Nummer eins? -

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