Vollaktiv-Spezial

Vollaktiv-Spezial Teil 5

Mitteltöner nach oben!Auch wenn die Anlage über eine Laufzeitkorrektur verfügt, die Entfernungsunterschiede zum Ohr kompensiert, sollten Mitteltöner und Hochtöner direkt beieinander sitzen.Das hinzubekommen ist keine einfache Aufgabe; oft muss eine Sonderanfertigung her. Meist muss der Musikfreund sich entscheiden, ob es toll klingen soll oder ob sich die Lautsprecher möglichst unauffällig verstecken. Beides zugleich geht selten. Fällt die Wahl auf die Optik, so leidet der Klang - durch Kantenreflexionen, Abschattungen oder Reflexionen an Verkleidungsteilen in der Nähe.Keine Sorge, Sie brauchen jetzt nicht in Panik zu verfallen, ganz so dramatisch fallen die Verluste nicht aus. Jedes halbwegs normale Ohr kann mit einem vernünftigen Kompromiss gut leben.Akustisch ideal ist und bleibt die direkte Ausrichtung der Chassis auf den Hörer. Eine Alternative ist die Oberseite des Armaturenbretts, wenn der Schall von der Scheibe reflektiert zum Ohr gelangt. Das kann super funktionieren, muss es aber nicht zwingend.Ist etwa der Winkel zwischen Armaturenbrett und Frontscheibe zu spitz, ergeben sich Horneffekte, die eine unangenehme Pegelüberhöhung nach sich ziehen. Ist der Winkel aber zu stumpf, kann es durch die natürliche Schallbündelung des Chassis zu einem Abfall zu hohen Frequenzen hin kommen.Aus diesem Grund liebt es der Hochtöner, wenn er offen und frei in Richtung Hörer trällern darf. Ihn plagt nämlich auch das Problem, dass er außerhalb der Achse zum oberen Ende des Frequenzgangs hin Pegel verliert. Je größer der Winkel ausfällt, desto leiser wird dann der Superhochton. Strahlt er stattdessen genau in Richtung Ohr, läuft alles perfekt.Mögliche Einbaupositionen und Detaillösungen finden Sie regelmäßig in autohifi. Dass beispielsweise ein 10-cm-Chassis auch im Spiegeldreieck Platz finden kann, beweist der 1er BMW in autohifi 3/2011.Das Geheimnis guten KlangsNach vollendetem Einbau geht es an die Abstimmung der Vollaktiv-Anlage. Nur wenn die Einstellungen hundertprozentig passen, klingt die Anlage so gut, wie sie es kann. Unsere Beispiel-Anlage ist vorn mit einem hochwertigen Dreiwege-System bestückt; im Kofferraum spielt ein 25-cm-Subwoofer.Die Tieftöner sitzen klassisch in der Tür, die Hochtöner im Spiegeldreieck. Die 8-cm-Mitteltöner strahlen aus einer einstigen Lüftungsdüse in Richtung Fahrer. Alle Einstellungen erfolgen an einem digitalen Signalprozessor mit integrierter Aktivweiche, einem grafischen 31-Band-Equalizer und einer Laufzeitkorrektur.Das EinmessenSchritt 1: EqualizerVieles gilt es nun einzustellen: die Lautstärke, die Trennfrequenzen inklusive Flankensteilheit, die Laufzeitkorrektur und den Equalizer. Doch wo anfangen?Am sinnvollsten geht man systematisch ein Chassis nach dem anderen durch und bringt zuerst mithilfe des Equalizers und des Auto-HiFi-Mess-Systems "Praxis" den Frequenzgang auf Kurs. Den Anfang kann da zum Beispiel der linke Hochtöner machen.Seine Aktivweiche stellen wir vor der Messung auf 1 kHz, also auf einen Wert weit unterhalb der Resonanzfrequenz. So erscheint der unverfälschte Frequenzgang des Tweeters auf dem Monitor.Die Eingangsmessung mit einer Auflösung von 1/3 Oktave - das entspricht der Auflösung des Equalizers - zeigt genau, wie die einzelnen Bänder des Equalizers einzustellen sind.Weicht die gemessene Kurve von unserer Zielkurve nach oben ab, müssen wir am Equalizer Pegel herausnehmen. Liegt die Kurve unter dem Ideal, geben wir am Equalizer Pegel hinzu. Das Band auf Höhe der voraussichtlichen Übernahmefrequenz sowie alle Bänder darunter bleiben beim Equalizing zunächst außen vor. Bei unserem Beispiel-Hochtöner drehen wir lediglich ab 5 kHz aufwärts an den Reglern.Nun folgt der Mitteltöner. Auch hier lassen wir die Bänder in den Übernahmebereichen zu Hochtöner und Tieftöner unangetastet. Der Regelbereich spielt sich hier zwischen 400 Hz und 3,2 kHz ab.Der Tieftöner folgt mit Werten zwischen 80 und 315 Hz. Anschließend ist das Trio auf der rechten Seite nach dem gleichen Muster an der Reihe. Die Kontrollmessungen zeigen, ob der Equalizer seinen Dienst auch ordentlich erledigt hat.

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