VPN-Grundlagen

Wahl des VPN-Anbieters

Die Verschlüsselung offener Internetzugänge via VPN klingt kompliziert, ist in der Praxis aber keine große Sache. Deutlich komplexer gestaltet sich die Wahl des richtigen VPN-Anbieters.

VPN-Dienste schützen die Übertragung zwischen dem Smartphone, Tablet oder Laptop auf der einen Seite des Tunnels und einem VPN-Server auf der anderen Seite. Dadurch ist auch die kritischste Strecke des Weges, die ungesicherte Funkverbindung zwischen dem Endgerät und öffentlichen WLAN-Hotspots, verschlüsselt. Der VPN-Server leitet Internetanfragen dann "anonym" an die Zieladresse weiter. Noch mehr auf Nummer sicher geht, wer beim Aufruf anmeldepflichtiger Webdienste via Browser auf die zusätzliche Verschlüsselung über das https-Protokoll achtet.

Große Auswahl an VPN-Diensten

Zu den bekannten Vertretern zählen Cyberghost, Hotspotshield, Hide.me oder auch Hidemyass. Und worauf kommt es an? Auf eine schnelle Internetanbindung und eine geringe Auslastung der Server. Doch die schwankt. Daher ist es nicht einfach, auf Dauer den richtigen zu finden. Hier sollte man die Gratis-Testphasen in Frage kommender Anbieter für eigene Experimente nutzen. Vorteilhaft ist es, wenn bei Engpässen weitere Serverstandorte in Reichweite liegen. Unsere Praxiserfahrungen zeigen: Stimmen die Rahmenbedingungen, halten sich die systembedingten Tempoeinbußen in engen Grenzen, sodass die etablierten VPN-Apps ihren Job in der Regel zuverlässig und zügig erledigen.

Limitierte Gratis-Angebote

Nutzt man die Dienste regelmäßig, können sich kostenpflichtige Varianten, die meist mit fünf bis zehn Euro im Monat zu Buche schlagen, lohnen. Wer einen leistungsfähigen Partner gefunden hat, kann mit einem Jahresabonnement häufig kräftig sparen. Gratisangebote sind, sofern überhaupt vorhanden, auf unterschiedliche Art - im Funktionsumfang, in der Auswahl der Serverstandorte, in Bezug auf die Bandbreite oder das verfügbare Datenvolumen - eingeschränkt. Und: Wer nichts bezahlt, muss sich meist mit der vorgegebenen Verbindungsvariante und Verschlüsselung zufrieden geben. Die Hotspotshield-App nervte in der Gratisversion mit Werbe-Videoclips. Der Windows 10-Client von Cyberghost startete den Verbindungsaufbau erst, nachdem ein am Laptop eingeblendeter Countdown-Zähler abgelaufen war.

Avira Phantom und Cyberghost

© Screenshot WEKA / connect

Avira Phantom VPN zeigt in der Gratisversion die bereits verbrauchte Datenmenge an (links). Wie Cyberghost ergänzt F-Secure den VPN-Dienst um zusätzliche Internet-Schutzfunktionen (rechts).

Die Cyberghost-Clients für Android und iPhone ersparten einem diese Geduldsprobe. Wie Cyberghost erweitert auch Freedome von F-Secure den Funktionsumfang um meist ohnehin vorhandene und daher nicht zwingend nötige Sicherheitsfeatures für mobiles Surfen. Aviras Phantom VPN begrenzt in der freien Version das monatliche Datenvolumen auf 500 MB. Eine Registrierung verdoppelt das Kontingent. Trotz der überschaubaren Anzahl an Serverstandorten hat das schlanke Angebot des deutschen Virenschutzspezialisten im Praxistest gefallen. Zur Absicherung der WLAN-Hotspots kommen hier sichere und leistungsstarke Protokolle wie OpenVPN bei Android-Geräten zum Einsatz.

Mehr Sicherheit auf Knopfdruck

Bei den ausprobierten VPN-Diensten war die Grundabsicherung der Internetzugänge über WLAN-Hotspots schnell und ohne Probleme erledigt. Wer einen vertrauenswürdigen Anbieter mit akzeptablen Nutzungsbedingungen gefunden hat, kann die App für sein Android-Gerät oder iPhone direkt über die jeweiligen App-Shops herunterladen und installieren.

Der VPN-Modus wird meist über einen Button einfach in der App ein- und ausgeschaltet. Die Statuszeile am oberen Displayrand signalisiert mit einem Schlüssel-Symbol (Android) oder der Bezeichnung VPN (iPhone), ob die Kommunikation durch den Tunnel läuft. Musste das Phone zwischen WLAN- und Mobilfunk wechseln, konnten die ausprobierten Dienste die VPN-Kommunikation nach einer kurzen Sendepause halten.

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