Ratgeber

Was ist LTE?

LTE ist als neuer Mobilfunkstandard etabliert. Wir erklären, was hinter dem Kürzel steckt, wie Sie LTE nutzen können und was es an Vor- und Nachteilen bietet.

LTE Mast

© Hersteller

LTE-Netz Vodafone Antenne

LTE steht für "Long Term Evolution", zu deutsch in etwa "langfristige Weiterentwicklung", und dient als Bezeichnung für die aktuelle Mobilfunk-Generation. Nach analogen Mobilfunknetzen, den digitelen GSM-Netzen seit Anfang der 90er Jahre und UMTS ab etwa 2003 ist LTE die vierte Mobilfunk-Generation und wird deshalb auch als 4G bezeichnet.

LTE: Bis zu 150 MBit/s per Smartphone oder Tablet

LTE bringt im Wesentlichen schnelleres Internet übers Mobilfunk-Netz als GSM oder UMTS. Durch die aktuellste Ausbaustufe von UMTS namens HSPA+ können Daten zwar schon heute mit einem Tempo von 5,76 Mbit/s hochgeladen und mit 42 MBit/s empfangen werden.

Mit 150 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload erzielt 4G/LTE aber deutlich höhere Werte. Langfristig wird sich die Maximalgeschwindigkeit noch einmal auf bis zu 300 Mbit/s verdoppeln.

Wer bietet LTE an?

Bis auf E-Plus bieten alle deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber LTE an. Wie gut die Netze ausgebaut sind, ermittelt connect jährlich in einem aufwändigen Mobilfunk-Netztest.

Wie lässt sich LTE nutzen?

1. Sie brauchen ein LTE-fähiges Handy oder Smartphone. Es gibt aber auch LTE-fähige Tablets. In Gebieten ohne DSL-Ausbau lässt sich LTE teilweise auch mit einem Router nutzen.

Marktübersicht: Router mit LTE

Seit etwa 2013 können die meisten Smartphones LTE. Die günstigsten gibt es mittlerweile ab etwa 200 Euro.

2. Außerdem müssen Sie beim Netzbetreiber eine entsprechende Tarifoption buchen. LTE ist im Moment also nur gegen Aufpreis nutzbar. Während anfangs nur Kunden mit Laufzeitvertrag 4G nutzen konnten, lässt sich LTE mittlerweile teilweise auch mit Prepaid-Karte nutzen.

3. Und schließlich muss LTE auch da verfügbar sein, wo Sie mit Ihrem Smartphone unterwegs sind. Denn noch sind die Handynetze nicht flächendeckend mit LTE aufgerüstet.

Konkrete Vorteile für 4G/LTE-Nutzer

Auch wenn die oben genannten Maximalwerte in der Praxis so nicht erreicht werden, bringt die 4G/LTE-Technologie im täglichen Gebrauch für die Nutzer klare Verbesserungen mit: Denn neben dem höheren Datendurchsatz sorgt 4G/LTE für schnellere Reaktionszeit innerhalb des Datennetzes, was sich besonders beim Aufrufen komplexer Webseiten bemerkbar macht. Die sogenannte Latenzzeit, die bei HSPA+ in der Regel 80 bis 300 Millisekunden beträgt, sinkt bei 4G/LTE auf typischerweise 40 Millisekunden und trägt zu einem verbesserten Surf- aber auch Multimedia-Erlebnis bei.

Probleme bei der Nutzung von 4G/LTE

Zwar überwiegen die Vorteile, die LTE für Nutzer mobiler Geräte bereithält, doch ergeben sich auch vereinzelt Probleme bei der Nutzung des neuen Mobilfunkstandards:

Nachdem bereits das iPad 3 Anfang 2012 die LTE-Technik lediglich für einige wenige Frequenzbereiche innerhalb Kanadas und den USA unterstützte und den deutschen Markt zunächst ignorierte, tat sich auch das iPhone 5 in dieser Hinsicht mit nur einem einzigen in Deutschland relevanten LTE-Frequenzband nicht gerade hervor.

Die weltweite Frequenz-Landschaft gestaltet sich beim 4G-Netz überhaupt ziemlich unübersichtlich, da für den LTE-Betrieb sage und schreibe 44 Frequenzbänder festgelegt wurden. Diese Vielzahl an LTE-Frequenzen kommt dadurch zustande, dass in verschiedenen Ländern unterschiedliche Frequenzbereiche zur Verfügung standen.

Außerdem haben die Netzbetreiber teilweise Probleme beim Wechsel vom LTE- ins UMTS/GSM-Netz. Der Wechsel ist nötig, weil Telefonate noch nicht über LTE abgewickelt werden. Das sind aber eher Kinderkrankheiten, die in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören dürften. Sprich: Die Vorteile von LTE überwiegen.

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