Ratgeber Welche Plattform hat die besten Apps?
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Apps zum Zocken, Apps zum Lesen, Apps zum Netzwerken, Apps zum Unterhalten – ja, es gibt wirklich für fast alles ein Smartphone-Programm. Mit dieser Vielfalt haben Apps den Handymarkt auf den Kopf gestellt: Die Hardware spielt nicht mehr die ganz große Rolle wie noch vor drei, vier Jahren – für immer mehr Nutzer sind mittlerweile Software und Dienste die ausschlaggebenden Faktoren.
„Es geht nicht länger nur um mobile Geräte, sondern um mobile Ökosysteme“, bestätigt auch Nokia-Chef Stephen Elop. Und was ist der zentrale Baustein mobiler Ökosysteme? Natürlich Apps! Sie entscheiden heute maßgeblich darüber, ob eine Plattform erfolgreich ist oder nicht, wie uns die Beispiele Apple und Google eindrucksvoll vor Augen führen.
Apple erkennt Zeichen der Zeit
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Wirklich massentauglich war die Sache damals freilich nicht, denn Hürden bei der Installation überforderten Laien schnell. Man musste schon aus der Bastlerecke kommen, um tatsächlich jedes Tool zum Laufen zu bringen.
Richtig Fahrt aufgenommen hat das Thema dann 2008 mit dem Start von Apples App Store: Auf dem iPhone war die Installation von Zusatzsoftware plötzlich ein Kinderspiel, den iPhone-Besitzern öffneten sich ganz neue Welten.
Seitdem hat ein beispielloser Boom eingesetzt: Für jedes Smartphone-OS (Operating System) gibt es einen mehr oder weniger prall gefüllten Store – heute sind weit über eine Million Apps für alle mobilen Betriebssysteme erhältlich.
Apple und Android weit vorn
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Aber auch Microsoft gibt Gas: Mit rund 85.000 Apps ist das Angebot im Windows Phone Marketplace aktuell das drittstärkste, wobei die Kluft zu Apple und Google immer noch gewaltig ist. Dennoch eine beachtliche Entwicklung: Innerhalb von knapp 18 Monaten ist das App-Angebot im Marketplace steil nach oben geschossen – und das, obwohl der Marktanteil von Windows-Phones im ersten Quartal 2012 laut Gartner bei knapp zwei Prozent herumdümpelt.
Zum Vergleich: Android kommt auf 56, iOS auf 23 Prozent. Um die Plattform attraktiver zu machen, lockt Microsoft die Programmierer mit Finanzspritzen und erleichtert ihnen durch strikte Hardware-Vorgaben das Leben – eine App für die neue Windows-Phone-Generation läuft auf allen Geräten. Da hat es die Android-Gemeinde, die sich mit zig Software-Ständen auf unterschiedlichsten Geräten konfrontiert sieht, schwerer.
Letzte Chance für RIM
Mächtig am Kämpfen ist RIM: Die Blackberry-Macher haben den Trend zu großen Touchscreen-Geräten und schicken Apps verschlafen und stecken in der Krise. Der weltweite Marktanteil schrumpft stetig und liegt laut Gartner im ersten Quartal 2012 nur noch bei 6,9 Prozent. Da ist rasches Handeln gefragt: Unter Federführung des neuen Geschäftsführers Thorsten Heins will RIM mit seinem von Grund auf erneuerten, auf die Bedienung per Touchscreen optimierten Betriebssystem Blackberry OS 10 die Trendwende einläuten.
Wichtiger Bestandteil in diesem Plan: Apps! Tim Neil, Director of Product Management, betonte denn auch Anfang Mai auf der Hausmesse in Orlando, dass die Programmierung für Blackberry OS 10 „ein Eldorado der Einfachheit“ sei. Und damit die Tüftler auch gleich mit dem Ersinnen spannender Apps loslegen, hat RIM fleißig Entwickler-Smartphones mit dem Namen Blackberry Dev Alpha verteilt.
Symbian vor dem Aus
Einen Tod auf Raten stirbt Nokias ehemalige Erfolgsplattform Symbian. Mit weltweit nur noch neun Prozent Marktanteil (Gartner Mai 2012), Tendenz weiter sinkend, ist keine Rettung in Sicht.
Ähnlich wie bei RIM hat es auch bei Nokia zu lange gedauert, bis das alte Symbian über mehrere Updates den Anforderungen moderner Touchphones gerecht wurde. Inzwischen setzen die Finnen auf die Kooperation mit Microsoft, Symbian ist ein Auslaufmodell, das laut offizieller Aussage nur noch bis 2016 unterstützt werden soll.
Der Nokia Store (ehemals Ovi Store), der im Übrigen nicht nur auf Symbian-, sondern auch auf den wenigen Maemo- und Meego-Geräten integriert ist, beherbergt mittlerweile beachtliche 70.000 Inhalte – wobei hier bewusst von Inhalten und nicht von Apps die Rede ist.
Denn Nokia packt in seinen Store nicht nur Anwendungen und Spiele, sondern auch jede Menge Klingeltöne, Podcasts, Videoclips sowie Hintergrundbilder für den Startbildschirm und bläht die Quantität damit künstlich auf. Deswegen ist der Nokia Store keine Mogelpackung, aber eben auch keine Konkurrenz zu Apple und Google.
Nischenprodukt Bada
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10.000 Inhalte zählt der Shop der Koreaner derzeit, worunter sich allerdings auch Themes für die individuelle Menügestaltung finden. Hier werden also keine neuen Rekorde angestrebt, was auch nicht das Ziel ist – Bada läuft bei Samsung quasi als Nischenprodukt nebenher, der Megaseller ist ganz klar Android.
Wo gibt’s was?
Und das ist auch gut so, denn der Google Play Store hat mittlerweile zahlenmäßig sogar Apples App Store überholt.
Zwei Fragen sind da natürlich gestattet: Wer braucht schon 600.000 Apps? Und finde ich das, was ich brauche, in allen Stores? Um es kurz zu machen: Top-Apps wie Facebook, What’s App oder den DB Navigator gibt’s praktisch für alle Plattformen. Wer aber fern vom Mainstream ein breites Angebot möchte, der wird bei Samsung Apps und im Nokia Store definitiv nicht glücklich.
Auch die Blackberry App World hat hier schwer zu kämpfen, in Sachen Business-Tools und Messenger ist RIM aber durchaus konkurrenzfähig. Der Windows Phone Marketplace befindet sich im Aufschwung, muss aber noch häufig passen. Wichtige Tools und Anwendungen wie Dropbox, Evernote, Soundhound oder Zattoo sind zwar am Start, dafür fehlen Geheimtipps wie beispielsweise Reisesuche, Snapseed oder Gigalocal.
Hier macht die Masse die Klasse: Die Wahrscheinlichkeit, in einem 600.000 Apps zählenden Store das Passende oder auch mal etwas Überraschendes oder Faszinierendes zu finden, ist um ein Vielfaches größer als in einem Store mit 70.000 Tools. Wer auf Nummer sicher gehen will, ist momentan mit Android und Apple am besten beraten. Das belegen auch Umfragen unter App-Entwicklern: 90 Prozent bevorzugen laut einer Studie von Appcelerator und IDC derzeit iOS, 79 Prozent Android.
Immenser Zuwachs
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Gleichzeitig ist der Umsatz mit mobilen Apps von 94 Millionen Euro in 2010 auf 210 Millionen Euro in 2011 gestiegen. Erstaunlich ist dabei eine vom Marketing-Dienstleister App-Promo veröffentlichte Zahl, nach der 59 Prozent aller Apps nicht genügend Umsatz erwirtschaften, um die eigenen Entwicklungskosten zu decken. Das weckt Erinnerungen an die Internetblase 2002 …
Historischer Umbruch
Interessant zu beobachten ist auch, dass sich der Schwerpunkt der App-Nutzung von Gaming immer stärker in Richtung mobiles Surfen verschiebt – wobei die Nutzung von sozialen Netzwerken alles andere toppt. Anfang 2011 haben App-Nutzer laut einer Statistik von Flurry Analytics noch 15 Minuten täglich in sozialen Netzwerken verbracht, heute sind es bereits 24 Minuten.
Während im gleichen Zeitraum die tägliche App-Nutzung insgesamt von 68 auf 77 Minuten gestiegen ist, stagnierte die Spieledauer bei knapp 24 Minuten pro Tag. Der Durchbruch hin zum mobilen Surfen vollzog sich laut einer weiteren Studie von Flurry Analytics bereits im Juni 2011: Zum ersten Mal surften damals Internetnutzer in den USA an einem Tag durchschnittlich länger über Apps im WWW als klassisch über den Webbrowser.
Und die Webanalysten von StatCounter melden, dass Anfang April 2012 zehn Prozent aller Seitenaufrufe über mobile Geräte erfolgte – wobei Tablets herausgerechnet wurden. Es passiert also Historisches: Nach der PC-Revolution der 1980er- und der Internet-Revolution der 1990er-Jahre befinden wir uns mitten in der App-Revolution.
Die folgende Galerie zeigt die alle wichtigen App-Shops.