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Kaufberatung Worauf beim Kauf eines Tablets achten?

Wo Apples iPad vor zwei Jahren noch einsam in den Regalen stand, tummeln sich heute Dutzende Flachrechner. Wir zeigen, wie Sie den richtigen für sich finden und worauf Sie beim Kauf achten müssen.
Tablets © Hersteller

Vom Weltbild-Tablet für 160 Euro bis zum iPad für 800 Euro: Das Tablet hat den Massenmarkt erreicht und die damit verbundene neue Vielfalt stellt den Käufer vor schwierige Entscheidungen: Wie groß sollte es sein? Welche Anschlüsse müssen unbedingt dabei sein? Und überhaupt: Wie viel Geld sollte ich dafür ausgeben?

Systeme: iOS oder Android

Apple iPad © Apple
Apple iPad
Am Anfang steht die Systemfrage: Die Wahl der Plattform, also des Betriebssystems, hat weitereichende Konsequenznen und entscheidet zum Beispiel darüber, wie einfach oder kompliziert sich das Tablet bedienen lässt, aber auch wieviel Software zum Nachrüsten zur Verfügung steht. Zur Wahl stehen derzeit Apples iOS und Googles Android. Das sind zumindest die mit Abstand gängigsten. Mit Windows 8 bringt, das für große Touchscreens optimiert ist, könnte sich mittelfristig eine dritte Alternative etablieren.

Einfachheit versus Offenheit

Schnelles und bequemes Surfen im Internet, ein übersichtlicher E-Mail-Posteingang, Youtube-Filmchen schauen, Apps und Spiele installieren, Fotos vom letzten Sommerurlaub anschauen: Die Grundfunktionen beherrschen beide Systeme, der Unterschied ist allerdings, wie man sie erreicht.

Beispiel  Startbildschirm: Wo man bei Apple an ein starres Raster von Symbolen gebunden ist, die lediglich in der Reihenfolge verschoben werden können, lassen sich bei Android nicht nur Programmverknüpfungen, sondern auch Widgets frei platzieren.

Letztere sind kleine Vorschauprogramme, die sich ihre Informationen in Echtzeit aus dem Internet holen und so das Wetter, neue E-Mails oder die Sportnachrichten immer aktuell anzeigen. Sie lassen sich sogar skalieren, sodass der Nutzer selbst entscheiden kann, wie groß die Darstellung auf dem Startbildschirm sein soll.

Android bietet also viele Freiheiten in Form von Einstellungen und Programmschnittstellen, während man bei Apple oft vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Mehr noch: Wer ein iPad kauft, ist automatisch dazu gezwungen, alle damit verbundenen Dienste von Apple zu nutzen. Apps kommen über den App Store, Filme und Videos über iTunes, persönliche Daten und selbst geknipste Fotos werden in der iCloud gespeichert. Andere Zugangswege sind offiziell versperrt.

iOS: Gute Abstimmung von Hard-und Sofware

iOS

  • +intuitive Bedienung
  • +Software optimal auf Hardware abgestimmt
  • +prallgefüllter App Store
  • +riesiges Angebot von Filmen und Musik
  • +schnelle System-Updates für alle iPad-Modelle
  • -Oberfläche kaum anpassbar
  • -starre Menüführung
  • -abgeschottetes Ökosystem mit vielen Einschränkungen
Dass sich davon allerdings kaum jemand abschrecken lässt, zeigen die Verkaufszahlen: Innerhalb der letzten zwei Jahre konnte Apple mehr als 50 Millionen iPads absetzen – es ist das mit großem Abstand am meisten verkaufte Tablet. Wer das Gerät einmal benutzt hat, weiß schnell, warum das so ist: Die Oberfläche reagiert verzögerungsfrei und folgt einem klaren und durchdachten Bedienkonzept, das man ohne Anleitung durchschaut.

Ein Android-Tablet kann den Anwender aufgrund der Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten mitunter überfordern, während alle Apple-Dienste vom App Store bis iTunes nahtlos ineinandergreifen und in der Summe einen unerreicht hohen Benutzerkomfort bieten. Ein weiterer Vorteil: Weil es nur ein iPad- Modell gibt, wurde die Software perfekt auf die Hardware abgestimmt.

Das neue iPad im Test

Android: Vielfalt und Fragmentierung

Android

  • +Oberfläche lässt sich umfassend personalisieren
  • +Widgets zeigen Echtzeit-Infos auf dem Startbildschirm
  • +offene Systemarchitektur bietet viele Erweiterungsmöglichkeiten
  • +zahlreiche unterschiedliche Modelle in jeder Preisklasse verfügbar
  • -Benutzerführung nicht immer intuitiv
  • -System läuft nicht auf jedem Modell optimal
  • -Updates vom Tablet- Hersteller abhängig
Android läuft dagegen auf zahlreichen Geräten mit unterschiedlichen Prozessoren und Bildschirmgrößen, und bei den Einsteigermodellen unter 300 Euro kann es schnell passieren, dass die Oberfläche ständig ruckelt, weil ein Treiber schlampig programmiert wurde. Auch die Apps und Spiele sind bei Android nicht so gut auf die Tablet-Nutzung abgestimmt wie bei Apple.

Das liegt erstens an der schon erwähnten Gerätevielfalt, zweitens an der  Tatsache, dass nicht so viele Android-Tablets wie iPads auf dem Markt sind und die Entwickler daher den Aufwand scheuen, ihre für Smartphones programmierten Apps an größere Displays anzupassen.

iOS: Großes Content-Angebot, viele Updates

In einer anderen klassischen Tablet-Disziplin schlägt sich Apple ebenfalls besser: Man kann mit einem Klick einen Film online ausleihen und dabei aus einem riesigen Sortiment auswählen. Das Angebot an Apps, Spielen, Filmen und auch Musik ist zweifellos das beste im Tablet-Bereich. Da kann Android noch nicht mithalten.

In Sachen Updates hat iOS ebenfalls die Nase vorn. Im Herbst kommt mit iOS 6 das nächste große Update, das mehr als 200 neue Funktionen auf das iPad bringt, unter anderem einen neuen Kartendienst und eine systemweite Integration von Facebook.

Zwar wird auch Android ständig weiterentwickelt, aber man muss länger auf Updates warten, weil die neue Systemsoftware nicht von Google verteilt wird, sondern von den Tablet-Herstellern, die die Treiber zunächst einmal an ihre Modelle anpassen müssen – und das kann dauern. Es gibt auch Hersteller, die gar keine neuen Systemversionen anbieten, um Kosten zu sparen.

Android: Auf aktuelle Version achten

Motorola Xoom 2
Motorola Xoom 2
In jedem Fall hinkt ein Android-Tablet dem iPad in Sachen Updates immer deutlich hinterher. Wer ein Tablet mit Google-System kauft, sollte daher darauf achten, dass eine aktuelle Version installiert ist, also entweder 3.2 oder 4.0.

Im direkten Vergleich sammelt iOS also eine Menge Punkte, aber wenn man sich die vielen Androiden auf dem Markt anschaut, wird wieder deutlich, wo die Vorteile des Google-Systems liegen: in der Vielfalt und Offenheit. Das System läuft auf vielen Modellen, die jeden Geschmack und jede Preisklasse abdecken und es gibt seinem Nutzer viele Freiheiten. Wer sich dagegen für iOS entscheidet, muss ein iPad kaufen und sich in das geschlossene Apple-Ökosystem einfügen. Das bietet viele Vorteile, aber auch ein goldener Käfig bleibt ein Käfig.  

Nutzungsszenario: An einem Ort

Wenn das Tablet, Ihre vier Wände kaum verlassen wird, dann können Sie Auswahlkriterien wie Akkulaufzeit und Gewicht getrost hinten anstellen.

  • Entscheidend ist eine sehr gute Displayqualitiät. Und da das Display das mit Abstand teuerste Bauteil eines Tablets ist, sollten Sie jetzt überlegen, wie intensiv Sie Ihr Tablet nutzen wollen.

Geht es Ihnen nur darum, mal kurz im Internet auf Wikipedia nachzuschlagen oder zu schauen, was gerade im Fernsehen läuft? Dann könnte auch ein Einsteigergerät für unter 200 Euro genügen.

Oder wollen Sie damit Videos anschauen, Zeitung und E-Mails lesen, spielen und vielleicht auch über Skype Videogespräche führen?

  • Dann sollte es je nach Typberatung ein gut ausgerüstetes Android-Tablet oder ein iPad mit Basisausstattung sein. In beiden Fällen müssen Sie zwischen 400 und 500 Euro einplanen.

Nutzungsszenario: Immer unterwegs

Samsung Galaxy Tab 2 7.0 © Samsung
Samsung Galaxy Tab 2 7.0
Das entgegengesetzte Szenario: Sie sind viel unterwegs oder haben einen langen Weg zur Arbeit, in jedem Fall kommt Ihr Tablet in der Regel mobil zum Einsatz. Damit sind die Anforderungen klar:

  • Ein niedriges Gewicht (zwischen 350 und 500 Gramm),
  • eine lange Akkulaufzeit (zwischen sechs und neun Stunden) und
  • eine mobile Datenanbindung
sollten unbedingt dabei sein.

In Frage kommt etwa das kompakte 7-Zoll-Tablet Galaxy Tab 2 von Samsung, das bereits ab 370 Euro zu haben ist. Weitere 7-Zöller zu ähnlichen Preisen gibt es von Archos, HTC und Lenovo. Natürlich finden Sie auch günstigere Kompaktgeräte von weniger bekannten Herstellern in den Regalen von Mediamarkt & Co, aber dann dürfen Sie vor allem in puncto Akkulaufzeit und Performance keine zu hohen Ansprüche stellen. Qualität hat ihren Preis.

Praktische Einstellungen für Android-Tablets

Nutzungsszenario: Konsumieren

Tablets sind kleiner als ein Netbook und passen in fast jede Tasche, aber Untersuchungen zeigen, dass sie vor allem genutzt werden, um auf dem Sofa im Internet zu surfen. Es sind Unterhaltungsgeräte, die in erster Linie dem Medienkonsum dienen.

Wenn der auch bei Ihnen im Vordergrund steht, dann ist nicht nur eine hochwertige Anzeige wichtig, um die Inhalte entsprechend darzustellen, auch der Prozessor sollte genügend Leistungsreserven haben, um Filme und Fotos ruckelfrei auf den Bildschirm zu bringen.

Dabei gilt der Grundsatz:

  • Bewegen Sie sich nicht unterhalb der Gigahertz-Schwelle. Die Taktrate des Prozessors sollte mindestens ein Gigahertz betragen, im Idealfall handelt es sich nicht um einen, sondern um mehrere Prozessoren, die sich die Rechenarbeit teilen.
  • Achten Sie auf den Zusatz „Dual-Core“ oder „Quad-Core“. 

Nutzungsszenario: Produzieren

Asus Transformer Pad Infinity © Asus
Asus Transformer Pad Infinity
Ein Tablet steht direkt nach dem Einschalten bereit, ist einfach bedienbar und bietet nahezu alle Funktionen, die man auch vom PC kennt. Doch was einem produktiven Einsatz im Weg steht, ist die fehlende Tastatur.

Mehr noch: In Kombination mit einer Tastatur kann das Tablet in vielen Haushalten den PC locker ersetzen. Wichtig ist, dass die nötigen Erweiterungsmöglichkeiten vorhanden sind. Die beste Verbindung von Tablet und Tastatur bietet momentan Asus mit seiner Transformer-Serie, bei der die ansteckbare Tastatur fest zum Modellkonzept dazugehört.

Sie ist bei Asus nicht nur Schreibhilfe, sie verlängert auch die Akkulaufzeit und bietet zusätzliche Anschlussmöglichkeiten. Das Tablet verwandelt sich damit in einen vollwertiges Netbook, das auch für produktives Arbeiten taugt. 

 
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