DSL & Telefon

Worauf Sie achten müsssen

Singles

Wer allein lebt, kommt in vielen Fällen mit weniger Telefon aus. Es sei denn, er braucht zu Hause einen schnellen Internet-Anschluss. Ständig unterwegs, nur selten zu Hause - das ist die landläufige Vorstellung von Singles. Für wen sie tatsächlich zutrifft, der ist die Kernzielgruppe für die Home-Angebote von Mobilfunkfirmen: Das Handy genügt als einziges Telefon, eine "Homezone"-Nummer sorgt dafür, dass Anrufer den Single zumindest zu Hause zum preiswerteren Festnetztarif erreichen.

Natürlich gibt es auch Alleinlebende, die zu Hause auf einen schnellen Internet-Anschluss oder den Bedienkomfort von ISDN-Endgeräten nicht verzichten wollen. Sie können sich je nach Telefonverhalten für eine reine Breitband-Leitung (eventuell kombiniert mit VoIP) oder einen klassischen Vollanschluss mit ISDN oder Analogleitung entscheiden.

Paare

Wenn zwei sich eine Wohnung teilen, kommt es auch mal vor, dass beide gleichzeitig telefonieren wollen. Dafür taugen verschiedene Lösungen. Er hängt permanent am Internet, sie quatscht stundenlang mit der besten Freundin - wieder so ein landläufiges Klischee, das im einen Fall zutreffen kann, im anderen auch nicht. Wer zusammenlebt, will aber mal gleichzeitig telefonieren.

Welcher Anschlusstyp sich dafür eignet, hängt von Häufigkeit und Qualitätsanspruch bei den Telefonaten ab: perfekt gerüstet sind Pärchen mit dem klassischen ISDN-Anschluss, da dieser ja zwei Telefonkanäle gleichzeitig bietet. Für den Internet-Zugang lässt sich noch DSL dazu kombinieren. Unter Umständen genügt fürs gelegentliche Parallel-Telefonat aber auch eine VoIP-Lösung. Sie erreicht zwar nicht ganz die Zuverlässigkeit von ISDN, dafür sind die Gespräche oft kostenlos oder zumindest günstiger als übers konventionelle Telefonnetz.

Und wenn einer von beiden ohnehin gewohnt ist, eher per Handy als per Festnetzapparat zu telefonieren, genügt dem Pärchen eventuell auch die Kombination aus Analog-Anschluss mit DSL (plus Handy) oder ein reiner Breitband-Internet-Zugang, der Telefonate per Voice-over-IP ermöglicht.

Familien

Wenn Kinder erst mal 12 oder 13 Jahre alt werden, können Familien außerhalb der Schulzeiten eine Telefonleitung praktisch abschreiben. Gut, dass moderne Telefonanschlüsse drei und mehr gleichzeitige Gesprächsverbindungen erlauben.

Auch in Familien weicht die Realität oft von Klischeevorstellungen ab. Doch dass pubertierende Kinder zu Dauertelefonaten neigen, ist eine Tatsache. Familien mit Kindern sind deshalb die klassischen ISDN-Nutzer - wobei zwei Leitungen im Zweifel auch durch zwei Jugendliche dauerbesetzt sein können. Voice over IP über eine ausreichend schnelle DSL-Leitung oder Kabel-Internet (mindestens 6000, besser 16 000 Kilobit/s) kann einen dritten und je nach eingesetzter Hardware auch noch vierten Kanal zur Außenwelt bereitstellen.

Haben die Eltern vor stundenlangen Telefonkonferenzen mit Freunden, Mitschülern oder dem aktuellen Schwarm erst mal kapituliert, empfiehlt es sich, diese auf die günstigen VoIP-Kanäle auszulagern, und den Telefon-Festnetzanschluss fürs Familien-Management freizuhalten. Wenn in dieser Konstellation üblicherweise nur ein Erwachsener telefoniert, genügt für ihn eventuell auch der preiswertere Analoganschluss.

Selbstständige im Home Office

Wer zu Hause arbeitet, ist heute in der Regel aufs Internet, zusätzlich jedoch auf einen zuverlässigen Telefonanschluss angewiesen. Wer mit seiner Anbindung ans Internet und telefonischer Erreichbarkeit Geld verdient, sollte auf bewährte Technik von einem namhaften Netzbetreiber setzen - Experimente in der Absicht, ein paar Euro Fixkosten zu sparen, gehen da schnell nach hinten los.

Ob als Telefonleitung ein Analoganschluss ausreicht oder der Heimarbeiter ISDN wählen sollte, hängt von den eingesetzten Endgeräten (typisches Argument für den Zweit-Kanal von ISDN ist zum Beispiel ein Faxgerät) und den eigenen Ansprüchen ab. Die Anbindung ans Internet kann per DSL oder Breitband-Kabel erfolgen. Auch hier kommt es im Zweifel eher auf Stabilität und Verfügbarkeit als auf Kostenersparnis an.

Erkundigen Sie sich vielleicht vorher mal bei den Nachbarn, welche Erfahrungen diese mit ihren jeweiligen Breitband-Internet-Anschlüssen gemacht haben. Grundprinzip: Stabilität geht vor Geschwindigkeit geht vor Preis. Von Netzanbindungen per Mobilfunk sollten berufliche Vielnutzer lieber die Finger lassen.

Bürogemeinschaften

Wo zwei, drei oder mehr Leute zusammenarbeiten, sollte die Telefon-Infrastruktur auch für die Belastungen in Spitzenzeiten ausgelegt sein. Verlassen Sie sich darauf: Wenn die ersten großen Aufträge für Hektik sorgen und jeder Eiligeres zu tun hat, als sich um die Telefonanschlüsse zu kümmern, wird der Maximalbedarf nicht lange auf sich warten lassen.

Kalkulieren Sie von vornherein mit ein, dass zu Spitzenzeiten alle Mitarbeiter zur gleichen Zeit telefonieren wollen und dass alle gleichzeitig im Internet unterwegs sind. Also besser nicht an der Bandbreite und Stabilität der Internet-Leitung sparen und nach Möglichkeit für jeden Mitarbeiter einen ISDN-Kanal vorsehen. Bürotaugliche Telefonanlagen können bei Bedarf auch zwei oder drei ISDN-Anschlüsse verwalten und die ankommenden und abgehenden Gespräche entsprechend verteilen.

Voice-over-IP-Kanäle sollten Sie allenfalls als Puffer für gelegentliche Bedarfsspitzen einplanen - zumindest, wenn diese über eine normale DSL-Leitung laufen. Und ein Faxgerät gehört nach Möglichkeit an einen ISDN- oder Analoganschluss - denn im Semiprofi-Markt gibt es trotz des dafür vorgesehenen Übertragungs-Standards T.38 noch keine VoIP-Adapter, die stabile Faxübertragungen erlauben.

Unternehmen

Auch wenn Ihr Unternehmen zu klein für eine eigene IT-Abteilung ist: Schon ab drei Anschlüssen sind auch kleinere Firmen gern gesehene Geschäftskunden der Telefongesellschaften.

Kleinunternehmen sollten die Expertise von Geschäftskundenberatern der Telefonfirmen für sich nutzen. Schon ab etwa fünf Mitarbeitern kann es sich lohnen, für die Telefon- und Internet-Anbindung ein individuelles Konzept vom TK-Anbieter erstellen zu lassen.

Wenn dieser an einem Business-DSL-Anschluss oder einer auf NGN-Technik basierenden IP-Standleitung eine bestimmte Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit garantiert, spricht nichts dagegen, über diese Leitung auch den IP-gestützten Telefonverkehr laufen zu lassen - Großkonzerne  machen das auch nicht anders. Widerstehen Sie nur der Versuchung, aus Kostengründen auf zu klein dimensionierte oder nur für den Heimbetrieb taugliche Geräte und Anschlüsse zu setzen.

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