Ratgeber

Worauf Sie bei TK-Anlagen achten sollten

Bei der Auswahl einer Telefonanlage und den technischen Daten in unserer Marktübersicht werden Sie mit vielen Funktionen und Fachbegriffen konfrontiert. connect erklärt die wichtigsten.

Nebenstellen-Anschlüsse

Kleinere TK-Anlagen besitzen häufig TAE-Buchsen für den Anschluss von Nebenstellen, während größere Modelle mit Schraubklemmen ausgestattet sind. Beides hat Vor- und Nachteile: In die Buchsen kann man Telefone und andere Endgeräte direkt einstecken, muss dafür aber zum Teil sehr lange Telefonkabel verwenden. Sie eigenen sich deshalb eher dann, wenn alle Geräte auf einem Fleck stehen. An Schraubklemmen lassen sich dagegen zweiadrige analoge Telefonkabel anschließen, die mehrere zig Meter voneinander entfernte Nebenstellen-Dosen speisen können.

Durchblick bei den Listen

Zu den typischen Funktionen von TK-Anlagen zählen Anruflisten, in denen man nachschauen kann, zu welchen Rufnummern abgehende Telefonate aufgebaut wurden und wer wann angerufen hat - das ist gerade zur Dokumentation und auch zur Abrechnung eine nützliche Funktion. Es ist sinnvoll, dass diese Erfassung in der Anlage steckt, weil die Einträge dann unabhängig davon sind, welches Gerät gewählt beziehungsweise den Ruf angenommen hat. Eine Blacklist ist hingegen eine Sperr-Liste: Anrufe von Rufnummern, die hier eingetragen sind, werden nicht durchgestellt, sondern abgewiesen oder mit einem Besetztzeichen beantwortet. Auf den ersten Blick freundlicher, aber im Ergebnis noch rigider ist eine Whitelist: Nur Rufnummern, die hier eingetragen sind, werden durchgestellt - alle anderen Anrufer lehnt die TK-Anlage ab.

Privatleben dank Nachtschaltung

Vor allem für die Besitzer von Heimbüros oder Praxen mit ange-bautem Wohntrakt ist eine Nachtschaltung sehr hilfreich: Sie erlaubt es zum Beispiel, Anrufe auf bestimmten Durchwahlen oder Rufnummern in bestimmten Zeitfenstern von bestimmten Nebenstellen auszuschließen. Im Klartext: Wenn nachts um drei Uhr jemand auf Ihrer Büronummer anruft, wird das private Telefon im Schlafzimmer nicht klingeln.

Einschränkungen beim S0-Bus

Ein S0-Bus ist vereinfacht ausgedrückt eine ISDN-Anschlussleitung. Auch die ISDN-Buchse am Netzabschlussgerät Ihrer Telefongesellschaft, dem sogenannten NTBA (Network Termination for Basic rate Access) stellt so einen S0-Bus zur Verfügung. Ist diese Anschlussbuchse für interne Telefone, also digitale Nebenstellen, vorgesehen, spricht man vom "internen S0-Bus". Das hat allerdings zur Folge, dass für die interne ISDN-Verkabelung alle Einschränkungen gelten, die auch für den externen S0-Bus zutreffen. Die wichtigste: Auch wenn bis zu acht Endgeräte am Bus hängen können, stehen ihnen nur zwei Nutzkanäle oder "B-Kanäle" zur Verfügung. Sind also zwei interne ISDN-Nebenstellen belegt, sind alle weiteren automatisch ebenfalls besetzt - es sei denn, sie hängen an einem eigenen, weiteren S0-Bus.

Internet oder externer Router?

Wenn eine TK-Anlage Voice over IP unterstützt, ist häufig auch ein DSL-Router mit eingebaut. Oft ist so ein Router aber schon vorhanden. Dann stellt sich die Frage, welcher Router welche Funktionen übernehmen soll. Die Einwahl ins Internet und die Steuerung des eventuell eingebauten, vielleicht aber auch separat angeschlossenen DSL-Modems darf immer nur ein Router übernehmen. Damit VoIP-Verbindungen die notwendige Bandbreite oder Datenrate zugesichert bekommen, ist es sinnvoll, wenn bei VoIP-Einsatz der in der TK-Anlage eingebaute Router genutzt wird - zumindest, wenn dieser ein "Bandbreiten-Management" oder "Traffic Shaping" durchführt. Andererseits kann es sinnvoll sein, für weitergehende Netzwerk-Funktionen statt des internen Routers der Telefonanlage ein externes, leistungsstärkeres Modell zu verwenden. Beide Router müssen über ihre Konfigurationsoberflächen dann aber ent-sprechend aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden.

Fallback bei Voice-over-IP

Internet-Telefonie kann Telefongebühren sparen. Doch wenn es Probleme auf der DSL-Leitung oder auch beim VoIP-Provider gibt, bleiben die Telefone stumm. Deshalb bieten viele TK-Anlagen eine "Fallback-Funktion": Steht die VoIP-Anbindung nicht zur Verfügung oder ist sie gestört, schaltet die Anlage automatisch auf die Analog- beziehungsweise ISDN-Leitung um. Sinnvoll, aber weniger verbreitet, ist zudem die Möglichkeit eines Provider-Fallbacks: Die TK-Anlage verwaltet dann eine Liste von Voice-over-IP-Anbietern und VoIP-Konten, die sie bei Problemen der Reihe nach durchprobiert, bis eine Verbindung zustande kommt.

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