T-Home Speedport W 920V

Testergebnis: 427 Punkte

Community-Bewertung:

90

9,0

Um es vorwegzunehmen: Der Speedport W 920V ist eine eier­legende Wollmilchsau. Er bringt als DSL-Modem-Router die PCs im Haus per DSL ins Internet, auf Wunsch auch drahtlos. Daneben dient er als Telefonanlage für Tischtelefone, Schnurlostelefone und Faxgeräte – sowohl am analogen Anschluss als auch in den digitalen Varianten ISDN und VoIP. 


Für 3,95 Euro pro Monat kann der T-Home-Kunde den Speedport W 920V mieten. Vorteil der Mietlösung: Mit der Zeit sinkt der Mietpreis gestaffelt (nach zwei Jahren auf 3,55 Euro, nach fünf Jahren auf 75 Cent), zudem kann man ohne große Investitionen zu gegebener Zeit auf ein neueres Modell hochrüsten. Wer das Gerät lieber kaufen will, bekommt es für 200 Euro.

Modemvielfalt

T-Home Speedport W 920V
Die Rückseite: Anschlüsse für Telefone, Computer und DSL
Aller Anfang ist aber der ADSL-Zugang. Dabei kann es sich beim W 920V auch gerne um einen super­schnellen VDSL-Anschluss handeln – das Gerät versteht sich mit beiden Standards. Ein separates VDSL-Modem entfällt also. Leider entfällt auch die generelle Möglichkeit, einen externen Daten­wandler vor das Modem zu schalten. Wer die Box gekauft hat und zu einem Kabelnetzbetreiber wechselt, kann sie nicht weiter nutzen. Immerhin: Seit einem der letzten Firmwareupdates können Sie einen UMTS-Stick andocken und via Funk Verbindung mit dem Internet aufnehmen – zwar taugt das nicht für IPTV, in Gebieten ohne DSL-Zugang oder im Ferienhäuschen ist es aber eine komfortable Methode, ins Netz zu kommen.

Vollautomatische Konfiguration

Komfort auch bei der Einrichtung: Wer Entertain gebucht hat, braucht das Gerät nur noch zu verkabeln – die Zugangsdaten holt sich der Router eigenständig ab und konfiguriert sich automatisch, sodass man sofort surfen und fernsehen kann. Für die richtige Telefonkonfiguration muss man doch ins Router-Menü: Dazu einfach am PC den Browser öffnen, „speedport.ip“ eintippen und schon landet man auf der Startseite des Routers, der ein Passwort verlangt. Das ist löblicherweise jeder Box individuell vorgegeben und auf der Rückseite des Geräts aufgedruckt, lässt sich aber zu jeder Zeit ändern.

Superschnelles WLAN

Ist die Internetverbindung eingerichtet, kann man gleich surfen, sofern der PC per Kabel mit einer der vier Ethernet-Buchsen an der Rückseite des Geräts verbunden ist. Wer was gegen Strippen hat, sollte gleich das WLAN-Funknetz einrichten. Zur Sicherheit ist dieses bereits ab Werk per WPA-Technologie verschlüsselt – Datenlauscher haben also keine Chance. Beeindruckend: Bei WLAN-Verbindungen drückt der Speedport richtig aufs Gas, denn dank WLAN-pre-N-Standard pumpt das Gerät mit entsprechender Gegenstelle real rund 90 Mbit/s durch die Luft – mehr als genug für alle aktuellen Anwendungen. Selbstverständlich beherrscht die Box auch die älteren und weitverbreiteten Standards 802.11 b/g sowie die 5-GHz-Variante 11a, die weniger anfällig für Interferenzen sprich Störungen ist. Sollte die Funkreichweite nicht ausreichen, kann man durch Zukauf eines weiteren WLAN-Geräts dank WDS-System einen WLAN-Verstärker einbinden und so die Reichweite des Netzwerks verdoppeln.

WLAN mit Komfort

T-Home Speedport W 920V
Top- WLAN-Funk: Standards plus automatische Kanalwahl und Zeitsteuerung.
Das WLAN-Modul des Speedport W 920V hat aber noch mehr Finessen zu bieten: Wer den Datenfunk beispielsweise nachts nicht benötigt, kann im Menü festlegen, wann sich WLAN ein- und ausschalten soll. Die Automatik lässt sich jederzeit manuell aushebeln: Einerseits hat die Box auf der Rückseite einen Knopf, mit dem man WLAN händisch an- und ausknipsen kann. Andererseits lässt sich das Funkmodul auch per Kurzwahl über eines der an der Box angeschlossenen Telefone steuern. Ebenfalls top: In Zeiten von überlasteten WLAN-Frequenzen sucht die Box auf Wunsch selbstständig nach dem besten Funkkanal – auch lässt sich die Sendeleistung in drei Stufen einstellen, was die Strahlenbelastung reduziert.

DECT mit Einschränkungen

Ein weiteres Extra ist die eingebaute DECT-Basisstation, mit der man bis zu fünf Mobilteile direkt an der Box einbuchen kann – das spart eine separate Basis und damit Strom. Im Auslieferungszustand ist der DECT-Sender übrigens deaktiviert und kann das auf Wunsch auch bleiben, denn der Kunde kann seine Telefone auch per Kabel mit der Box verbinden. Von der DECT-Basis darf man allerdings nicht zu viel erwarten – zumindest, wenn man ein Gerät eines anderen Herstellers betreibt: Denn am Speedport lassen sich zwar die meisten Fabrikate einbuchen, funk­tionieren dann aber oft nur rudimentär.

Wird etwa das Siemens-Gigaset-Mobilteil S67 eingebucht, signalisiert zwar die blinkende LED am Mobilteil, dass Anrufe in Abwesenheit eingegangen sind, zur Anrufliste gelangt man aber nicht. Bleibt zu hoffen, dass dies durch ein Firmwareupdate behoben wird. Mit vollem Funktionsumfang harmoniert die Box derzeit mit bestimmten T-Home-DECT-Mobilteilen, am besten mit dem Speedphone 300.

Box mit Hi-Fi-Sprache

Top hingegen: Die DECT-Basis be­herrscht bereits den neuen Standard CAT-iq, der unter anderem eine deutlich verbesserte Sprachqualität bringt. Aber nicht nur DECT-Telefone finden Anschluss, auch Tischtelefone kann man an die Box andocken, selbst ISDN-Apparate lassen sich dank internem S0-Bus-Anschluss einbinden. Dabei kann der Nutzer festlegen, welches Telefon per ISDN, Analog­anschluss oder Internet-Telefonie wählen sollen. Sogar Wahlregeln sind möglich – so können etwa Auslandsgespräche automatisch übers Internet geführt werden.

Keine Wahlsperre

T-Home Speedport W 920V
Fotos: Hersteller
Seitlich lässt sich der USB-Stick andocken, der als Massenspeicher für alle Nutzer im Netzwerk dienen kann.
Schwach: Bei den Wahlregeln lassen sich keine Rufnummern sperren und damit keine Gespräche zu teuren oder zweifelhaften Anschlüssen unterbinden. Auch kann der Kunde zwar Anrufweiterleitungen einrichten, das aber nicht über die Box, sondern nur indirekt über einen Link beim rosa Riesen.

Top hingegen: Die Speedport-Box hat einen Anruf­beantworter eingebaut, der sich auch aus der Ferne abfragen lässt. Schade nur, dass T-Home keine LED spendiert hat, die neu eingegangene Nachrichten signalisiert – wer das Speedphone 300 an der Box anmeldet, umgeht dieses Manko freilich. Ebenfalls schade ist, dass der Anrufbeantworter eingegangene Nachrichten nicht per Mail an die eigene E-Mail-Adresse verschickt. Dieses Feature hätte auch der Speedport-Box gut zu Gesicht gestanden. Gut hingegen ist, dass T-Home die USB-2.0-Schnittstelle der Original-AVM-Box übernommen hat. Daran finden USB-Massenspeicher wie Festplatten oder Sticks, aber auch USB-Geräte wie Drucker oder Scanner Anschluss und stehen in vollem Funktionsumfang allen Rechnern im Netzwerk des W 920V zur Verfügung – egal, ob diese nun per LAN-Kabel oder per WLAN mit dem Gerät verbunden sind.

So können sich beispielsweise alle Personen im Haus oder Kleinbüro einen Drucker teilen oder alle auf dem gleichen USB-Stick Daten ablegen und so austauschen. Das klappt sogar von jedem Ort der Erde aus übers Internet – in diesem Fall natürlich passwortgeschützt.

Fazit

Mit dem Speedport W 920V hat T-Home ein echtes Flaggschiff im Angebot. Von der kinderleichten Einrichtung bis zum Funktionsumfang in Sachen (V)DSL, LAN, WLAN und Telefonie bleiben kaum Wünsche offen. Trotzdem wäre es sicherlich sinnvoll, der Box einen Expertenmodus zu spendieren: Einsteiger sehen bei In­betriebnahme die einfach zu durchschauende Oberfläche, auf der nur die wichtigsten Funktionen angeboten werden, Experten könnten durch Zuschalten des entsprechenden Profimodus auf die Zusatzfeatures zugreifen. Wer ein Entertain-Paket gebucht hat und alles aus einer Hand will, macht mit dem Speedport W 920V einen hervorragenden Kauf und investiert mit der updatefähigen Anlage sogar ein Stück weit in seine TK-Zukunft.

Wolfgang Boos 11.09.2009

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Usermeinungen zu diesem Artikel (1 Bewertungen)

 

  hilfreich | t-elefon | 28.12.08


Die Anrufweiterleitung über das webbasierte Kundencenter ist derzeit leider nur Wunschdenken, denn sie bringt lediglich eine Fehlermeldung. Von der Hotline erfährt man, die Funktion sei \"zum Schutz der Kunden\" wegen Missbrauchs deaktiviert und man solle die kostenlose Telefonhotline zu diesem Zweck anrufen. Wieso diese Funktion nicht anlagenintern realisiert wurde, ist mir ein Rätsel...


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