Smartphone und Tablet

Acer Iconia Talk S im Test

Acer hat sein Iconia Talk S neu aufgelegt und bewirbt es als „Tablet und Smartphone in einem“. Die Größe mag Zweifel hervorrufen – die Funkeigenschaften ganz sicher nicht. Der Test offenbart dennoch Probleme.

Acer Iconia Talk S

© Acer

Freie Rede: Trotz 7-Zoll-Display können Erwachsene das griffige Kunststoffgehäuse noch mit einer Hand ans Ohr halten. Ein Headset liegt nicht bei.

EUR 286,40

Pro

  • großes Display
  • Dual-SIM
  • zweite SIM blockiert nicht das Speicherkartenfach
  • robustes Gehäuse
  • GPS, NFC
  • günstiger Preis

Contra

  • niedrige Auflösung
  • geringe Multimedia-Tauglichkeit
  • mäßige Performance
  • wenig Speicher
  • kein Headset im Lieferumfang
  • verwendet noch micro-USB anstelle von USB Typ C
  • Android 6
  • zweite SIM im Test nicht erkannt

Fazit

connect-Testurteil: ausreichend (321 von 500 Punkten)
64,2%

Unter dem Namen „Iconia“ laufen bei Acer die Tablets. Das Iconia Talk S ist dem Namen nach also ein Tablet, mit dem man auch telefonieren kann, und das man dank seiner für ein Tablet zierlichen Größe durchaus mit einer Hand ans Ohr halten kann – ein Phablet also. Wie groß selbst in dieser Zwischenkategorie die Unterschiede sein können, zeigt ein Vergleich mit dem Lenovo Phab 2 Pro: Bei fast gleichem Gewicht ist sein Gehäuse mit 180 x 89 x 11 Millimetern nur unwesentlich kleiner (Acer: 190 x 101 x 10 mm). Doch das Display misst beim Lenovo 6,5 Zoll mit starken 1440 x 2560 Pixeln Auflösung, das Acer kommt dagegen auf 7 Zoll mit eher schwachen 1280 x 720 Pixeln. Der Preis ist bei Lenovo mit 499 Euro ebenfalls deutlich höher – das Iconia Talk S kostet nur 179 Euro.

Die Qualität des Bildschirms ist dennoch ordentlich, wie das Display-Diagramm zeigt: Trotz hoher Spiegelung kann man auch im Freien E-Mails und Internetseiten auf dem mobilen Gerät lesen, das natürlich auch einen GPS-Empfänger besitzt. Wem die Größe zum Arbeiten reicht, der findet bereits Microsoft Excel, Word und Powerpoint vorinstalliert, darüber hinaus füllen ab Werk Zusatzprogramme wie Amazon, Ebay oder Booking.com den nur 32 Gigabyte großen internen Speicher. Android ist in Version 6 installiert.

Offensichtlich Qualitätsprobleme 

Äußerlich wenig hochwertig, aber gut verarbeitet und robust, hat das Iconia Talk S in puncto Mobilfunk an sich sogar mehr zu bieten als manches reine Smartphone: zwei SIM-Karteneinschübe und einen weiteren Schacht für eine optionale Micro-SD-Karte; bei normalen Smartphones nimmt der zweite Schacht oft nur entweder eine Speicherkarte oder die zweite SIM auf – wenn sie überhaupt Dual-SIM-fähig sind. Wer eine zusätzliche Speicherkarte verwenden möchte, kann also im Urlaub eine regionale Datenkarte kaufen und bleibt trotzdem wie gewohnt erreichbar. Zudem gibt es zwei zusätzliche Audioprofile für Besprechungen und die Verwendung im Freien – auch dieses sinnvolle Feature ist nicht jedem Smartphone gegeben.

Auf so viel Lob folgt nun allerdings eine schwerwiegende Kritik, die wir auch nach Anforderung eines zweiten Exemplars nicht ausräumen konnten: Bei beiden Geräten wurde die zweite SIM nicht erkannt. Der Verdacht auf ein „Montagsmodell“ lag beim ersten Testmuster nahe, denn zusätzlich bereitete im connect-Labor auch der Audioausgang Probleme. Hier konnte sich das zweite Gerät zwar von Mängeln freisprechen; doch auch bei ihm ist der Frequenzgang alles andere als linear. Messwerte wie 112 Millivolt am Line-Ausgang oder ein Rauschabstand von -74,4 können das Gesamtergebnis ebenso wenig aufbessern wie die unscharfen Aufnahmen der Frontkamera oder die schwache Performance, die der Quadcore-Chip von Mediatek in Verbindung mit nur 2 Gigabyte Arbeitsspeicher liefern.

So holen am Ende nur die Mobilfunkergebnisse im connect-Labor das Eisen aus dem Feuer: Die Messungen im GSM-, UMTS und LTE-Netz sind in einzelnen Bereichen sogar sehr gut und überragend. 

Ein Multimedia-Talent, wie viele seiner Smartphone- und Tablet-Kollegen ist das Iconia Talk S ganz sicher nicht. Interessant ist es dagegen – intakte SIM-Karten-Slots vorausgesetzt – für alle, die einen robusten kleinen Begleiter mit voller Mobilfunktauglichkeit suchen – zumal für diesen Preis.

+++ Update: Nach dem ursprünglichen Test erhielten wir von Acer ein weiteres Testgerät, bei dem die 2. SIM-Karte problemlos erkannt wurde. Ob es sich bei dem dritten Testmuster tatsächlich um eines der beiden vorherigen Testgeräte handelte, wie der Hersteller versicherte, konnten wir nicht prüfen. Möglich ist, dass der Fehler, der bei den ersten beiden Tests aufgetreten war, durch eine Aktalisierung der Firmware behoben wurde. +++

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