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Testbericht

Acer Liquid E Ferrari SE

Acer Liquid E Ferrari SE
Acer Liquid E Ferrari SE
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Acer gibt Gas und geht mit einer Ferrari Special Edition des Liquid E an den Start. Kommt es für den feuerroten Androiden zu einem frühen Aus im Qualifying oder wird es doch die Pole Position?

Auf den ersten Blick sehen sich die meisten Touchphones mit ihren schwarzen oder dunkelgrauen Hüllen und einer Handvoll mechanischer Tasten zum Verwechseln ähnlich. Die Ferrari Special Edition des Acer Liquid E fällt da zumindest optisch aus dem Rahmen und sticht mit knalligem Rot und dem unverwechselbaren Emblem der Scuderia Ferrari sofort ins Auge. Dabei steht der traditionsreiche Sportwagenhersteller aus Italien absolut im Vordergrund: Mit in die Verpackung legt Acer eine ebenfalls im Ferrari-Design gehaltene Schutztasche und ein passendes Bluetooth-Headset.

Das Hochfahren des Smartphones wird von raunenden Motorengeräuschen begleitet, den Startbildschirm ziert ein feuerroter Sportwagen und bei eingehenden Anrufen fühlt man sich wie auf einer Rennstrecke. Für echte Fans und Genießer warten in der Mediengalerie weitere Bilder, Sounds und Videos rund um die Welt des Kult-Rennwagens.

Zweitklassige Karosse

Das Mediaplayer-Widget von Acer erleichtert den Zugriff auf die Multimedia-Inhalte des Smartphones.
Das Mediaplayer-Widget von Acer erleichtert den Zugriff auf die Multimedia-Inhalte des Smartphones. ©

Und wo Ferrari draufsteht, muss auch Power drin sein: Der mit 768 MHz taktende Qualcomm-Prozessor ist gut auf die verbaute Hardware eingestellt und macht seine Sache insgesamt sehr ordentlich. Allerdings ist der frei verfügbare Gerätespeicher mit rund 150 MB für ein Smartphone dieser Preisklasse doch etwas knapp bemessen. Denn mit einer Preisempfehlung von rund 500 Euro gehört das Acer Liquid E Ferrari SE zu den eher teureren Android-Modellen auf dem Markt.

Das verwendete Material wird diesem Anspruch nicht gerecht; hier hätte es gerne etwas mehr als ein gewöhnliches Kunststoffgehäuse sein dürfen, wiewohl sich Acer bei der Verarbeitung nicht lumpen lässt und die einzelnen Komponenten optimal zu einem geschmeidigen Ganzen aufeinander abgestimmt hat. Nur die Displayabdeckung ist nicht ohne Tadel: Bei stärkerem Druck zeigen sich an verschiedenen Stellen des Bildschirms leichte Schlieren.

Auf Fingerberührungen reagiert der kapazitive Screen insgesamt sehr gut, Scrollen in größeren Dokumenten oder Menüeinträgen klappt verzögerungsfrei. Auch Multitouchgesten, etwa beim Größer-kleiner-Zoomen in Webseiten, werden sehr zuverlässig erkannt. Mit 3,5 Zoll ist die Bildschirmdiagonale nicht zu groß und nicht zu klein, Inhalte werden schön übersichtlich und mit 480 x 800 Pixeln detail- und kontrastreich dargestellt.

Die virtuell eingeblendete Qwertz-Tastatur lässt sich am besten in Querausrichtung bedienen, doch selbst dann ist richtiges Timing und Fingerspitzengefühl vom Schreiberling gefordert. Nicht selten haben wir im Test knapp daneben getippt und den falschen Buchstaben erwischt – das klappt bei anderen Modellen deutlich besser.

Froyo-Update im Dezember

Ferrari-Fans  kommen mit zusätzlichem Bild-, Video- und Sound-material auf ihre Kosten.
Ferrari-Fans kommen mit zusätzlichem Bild-, Video- und Sound-material auf ihre Kosten. ©

Anfällig für ungewollte Eingaben sind auch die vier Sensortasten unterhalb des Bildschirms, mit denen ein Android-Smartphone typischerweise bedient wird. Allerdings ist das Klagen auf hohem Niveau, denn mit etwas Sorgfalt klappt die Steuerung ganz ordentlich. Googles Überflieger-Betriebssystem kommt beim Acer Liquid E Ferrari SE in der Eclair-Version 2.1; ein Update auf Android 2.2 soll laut Hersteller noch in diesem Jahr verfügbar sein. Anders als beim Acer Stream ist hier Android in Reinform als Benutzeroberfläche vorgesehen.

Acer bereichert die Oberfläche lediglich mit eigenen Widgets, die sich neben Programmverknüpfungen, Ordnern und Favoritenkontakten auf dem fünfteiligen Homescreen nach Belieben platzieren lassen. Sehr gut gefallen dabei die beiden voreingestellten und auf Wunsch abschaltbaren Media- und Webplayer-Widgets, die entsprechende Inhalte übersichtlich darstellen und im Handumdrehen verfügbar machen.

Auch sonst hat Acer die Soft-inhalte unter anderem mit einem Barcode Reader, einem alternativen Multimedia-Player und einem Simulations-Spiel ein Stück weit über den Android-Standard erhoben. Das Tool „Media Server“ etwa erlaubt den Zugriff via Netzwerk auf das Smartphone, um zum Beispiel auf dem Telefon gespeicherte Bilder auf einem entsprechenden Fernseher zu betrachten. Um das Telefon mit Zusatzsoftware vollständig den individuellen Bedürfnissen anzupassen, steht im Android Market eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen zur Verfügung.

Weit weg vom Treppchen

Beim Boxenstopp in der Testfactory haben unsere Messingenieure das Acer Liquid E Ferrari SE einer gründlichen Inspektion unterzogen und seine Leistungsfähigkeit unter Laborbedingungen geprüft. Dabei zeigte sich, dass das Liquid E wie die Rennwagen des Namenspatrons reichlich Energie verbrennt: Die Messungen ergaben nur etwas über vier Stunden Laufvermögen im typischen Nutzungsmix – das bedeutet für den Alltagseinsatz, dass das feuerrote Acer-Phone bei intensivem Messaging, gelegentlichem Surfen, mehreren Telefonaten und längerem Musikhören im besten Fall einen Tag lang durchhält. Auch die Sende- und Empfangsqualitäten fallen sowohl im GSM- als auch im UMTS-Netz eher bescheiden aus, während die Akustik beim Telefonieren – von einem leisen Hintergrundrauschen in Empfangsrichtung abgesehen – sehr gut klingt.

Von der Pole Position ist das Acer Liquid E Ferrari SE somit weit entfernt. Wer von seinem Smartphone außergewöhnliche Leistungen verlangt, muss sich also bei der Konkurrenz umschauen. Wer dagegen vor allem optisch aus der Masse hervorstechen möchte und darüber hinaus ein Faible für schnelle italienische Sportwagen hat, der bekommt mit dieser Special Edition nicht nur eine solide Android-Grundausstattung, sondern auch nette Acer- und Ferrari-Gimmicks geboten.
 

 
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Inhalt
  1. Acer Liquid E Ferrari SE
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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