Smartphone mit langer Akku-Laufzeit

Acer Liquid Z630 im Test

Das Acer Liquid Z630 kommt mit einem der stärksten Akkus, der jemals in einem Smartphone eingebaut wurde. Knackt das Mobiltelefon damit den Ausdauerrekord? Die Antwort gibt der connect-Labortest.

Acer Liquid Z630

© Acer

Dicker Klotz: Das ansprechende Design kann nicht über die üppigen Abmessungen hinwegtäuschen.

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EUR 169,80

Pro

  • ansprechendes und eigenständiges Design
  • Offboard-Navigation von Tomtom vorinstalliert
  • 11,6 GB interner Speicher
  • exzellente Funkeigenschaften
  • zwei LTE-SIM-Plätze
  • lange Akkulaufzeit
  • Akku wechselbar

Contra

  • relativ groß und dick
  • Verarbeitung mit Schwächen
  • Kamera nur für Schnappschüsse
  • großes Paket mit Apps (Bloatware) vorinstalliert

Fazit

Connect-Urteil: 415 von 500 Punkten
Gut

Acer ist einer der größten Computerhersteller der Welt, aber dass das Unternehmen mit Hauptsitz in Taiwan auch Smartphones baut, ist den meisten Menschen hierzulande kaum bekannt. Dabei bietet es einige interessante Alternativen zum Einheitsbrei von Samsung und Co. Das Liquid Z630 ist so ein Modell: Mit einer Preisempfehlung von 200 Euro bleibt es der Acer- Strategie treu, eine umfangreiche Ausstattung zum kleinen Preis zu bieten, zeigt aber mit seinem mächtigen 4000-mAh-Akku eigenen Charakter. Nicht nur in dieser Preisklasse ist das Fassungsvermögen des Energiespeichers ungewöhnlich.

Kein Design von der Stange

Angesichts des Verkaufspreises von 200 Euro kann man es Acer nicht verübeln, wenn der Rahmen um das 5,5 Zoll große Display sehr breit ausfällt, sodass das Z630 ein ordentlicher Klotz geworden ist, der nicht so einfach in der Hosentasche verschwindet. Dazu trägt auch die Bauhöhe von neun Millimetern bei, die dem starken Akku geschuldet sein dürfte. Trotz der Größe wiegt das Z630 nur 160 Gramm. Das ist erstaunlich wenig und dürfte vor allem daran liegen, dass Acer beim Gehäuse konsequent auf Kunststoff setzt.

Dabei gelingt dem Hersteller das kleine Kunststück, eine Billigoptik von der Stange zu vermeiden und stattdessen eigene Akzente zu setzen. Die abziehbare Rückseite hat eine raue, geriffelte Textur, die sich gut anfühlt und unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken ist. Und das runde Lochraster für den Lautsprecher über dem Display fällt sofort ins Auge, genauso wie der dünne Streifen in glänzender Chromoptik, der sich einmal um den kompletten Rahmen herumzieht.

Acer Liquid Z630

© Acer

Das Kameramenü überrascht mit einer bunt verspielten Oberfläche, bietet aber einen übersichtlichen Zugang zu zahlreichen Einstellungen.

Die Verarbeitung ist sauber, allerdings ist das Gehäuse nicht verwindungssteif - es lässt sich leicht biegen und in sich verdrehen. Zudem erzeugt ein kräftiger Druck auf den Bildschirm sofort Moirés um die betreffende Stelle. Alles in allem ist die Verarbeitungsqualität zwar nicht berauschend, aber noch akzeptabel und dem Preis angemessen.

Zwei Mal 8 Megapixel

Das Display bietet allenfalls eine solide Darstellung. Die Auflösung ist mit 1280 x 720 Pixeln klassenüblich und auf 5,5 Zoll noch ausreichend scharf, die Leuchtkraft aber mit 333 Candela nicht besonders hoch, was in Kombination mit der relativ stark reflektierenden Oberfläche die Ablesbarkeit in der Sonne erschweren dürfte. Unter dem Bildschirm werkelt ein Vierkern-Prozessor von Mediatek (MT6735), der auf 2 GB Arbeitsspeicher zugreifen kann. Im Alltag ist die Leistung völlig ausreichend, das System reagierte während unseres Test immer verzögerungsfrei. Natürlich sind die Ladezeiten für Apps länger als bei einem Top- Smartphone, und man sollte auch bei grafikintensiven Spielen keine gute Performance erwarten.

Die Kamera-Austtattung ist ungewöhnlich, denn Acer baut vorne und hinten jeweils eine 8-Megapixel-Optik ein. Für die Frontkamera ist das eine hohe Auflösung, für die Hauptkamera allenfalls unterer Durchschnitt. Genauso kann man auch die Bildqualität beschreiben: Während Selfies und Videogespräche über Skype vergleichsweise gut aussehen, ist die Hauptkamera allerhöchstens für Schnappschüsse zu gebrauchen. Die Lichtausbeute ist enttäuschend, sodass Fotos in den meisten Fällen zu dunkel werden, zudem ist der Rauschanteil sehr hoch. Immerhin gibt es zahlreiche Aufnamemodi und Einstellungsmöglichkeiten, die über ein bunt verspieltes, aber trotzdem übersichtliches Menü angesteuert werden können.

Screenshot: Acer Liquid Z630

© Weka/ Archiv

Wie man gut im Einstellungsmenü sehen kann, passt Acer die Oberfläche von Android kaum an, installiert aber eine Vielzahl von Apps. Die meisten vernetzen das Smartphone mit dem PC erfordern aber eine Acer ID. Wer die nicht hat, findet genug Alternativen bei Google und anderen.

Android 5.1 und viel Speicher

Acer setzt auf die aktuelle Android- Version 5.1 und ändert die Oberfläche nur dezent, reichert sie aber mit zahlreichen eigenen Software-Lösungen an, die vor allem dazu dienen, Computer und Smartphone über die Cloud zu vernetzen. Das bedeutet aber auch, dass eine Acer ID zwingend erforderlich ist, wenn man den Datei-Manager, die Fotogalerie oder die Musik-App des Herstellers nutzen will. Wer Acers Cloud-Lösungen ohnehin im Einsatz hat, etwa weil ein PC der Marke zu Hause steht, der findet hier einen echten Mehrwert. Für alle anderen bietet Android genügend Alternativen von Google und anderen Anbietern.

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Dass Acer aus der PC-Branche kommt, zeigt auch die App Acer Extend, die die Fernsteuerung des Smartphones per PC zulässt. Dazu muss auf dem PC eine Software installiert werden, die das Smartphone-Display dupliziert. SMS oder Mails kann man danach per Tastatur schreiben, die Bedienung erfolgt via Maus. Gut gefallen hat uns außerdem die Navi-App von Tomtom ("Acer NAV"), die die Karten auf dem Gerät speichert und auch ohne Datenverbindung funktioniert. Weniger schön sind dagegen die vielen vorinstallierten Spiele und Apps, die den Speicher und das Hauptmenü verstopfen.

Wir haben insgesamt sechs Spiele gezählt, dazu noch Apps von Booking.com und Ebay. Zum Glück ist der interne Speicher mit 16 GB, von denen ab Werk fast 12 GB zur Verfügung stehen, erfreulich groß für ein Smartphone dieser Preisklasse. Wer mehr braucht, kann mit einer Micro- SD-Karte nachrüsten, allerdings ist der Steckplatz so konstruiert, das man den Akku entnehmen muss, um die Karte zu wechseln.

Starker Funker

An die beiden Steckplätze für Micro-SIM-Karten kommt ebenfalls nur heran, wer den Akku entnommen hat. Beide sind LTEfähig und lassen sich über einen Eintrag im Einstellungsmenü bequem verwalten. Die Funkeigenschaften sind durch die Bank überzeugend, im UMTS-Netz holt das Liquid Z630 sogar die volle Punktzahl.

Auch die Laufzeit ist hervorragend, was freilich bei einem 4000 mAh starken Akku keine Überraschung ist. Mit knapp neun Stunden im connect-Nutzungsmix ist das Liquid Z630 das ausdauerndste Smartphone, das wir 2015 getestet haben. Das Gerät stellt aber keine neuen Rekorde auf, was vor allem daran liegt, dass das Z630 verschwenderisch mit der verfügbaren Energie umgeht. Das zeigen auch die vergleichsweise kurzen Gesprächszeiten, vor allem im UMTS-Netz.

Fazit: Kaum Alternativen

Wer ein günstiges Telefon mit langer Akkulaufzeit sucht, kommt um das Liquid Z630 praktisch nicht herum. Geräte mit einer ähnlichen Ausdauer sind entweder deutlich teurer oder mit veralteter Software ausgestattet. In Anbetracht dieser Tatsache ist man dann auch bereit, über die Schwächen bei der Verarbeitung und Kamera des Acer-Smartphone hinwegzusehen.

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