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Testbericht Acer Stream

von
Acer Stream
Labortest
77 %
Zuletzt aktualisiert: 17.04.2014
Acer Stream
Smartphones
Pro
  • unkonventionelle Bedienoberfläche
  • Ausstattung gut
Contra
  • hoher Anschaffungspreis
  • Akku schwach
Fazit

Ein optisch eher unauffälliges Smartphone mit Schwerpunkt Multimedia und Freizeit.

Der Computer-Spezialist Acer versucht sich in der Smartphone-Branche und hat seinem Android-Modell Stream einen OLED-Bildschirm und eine eigene Bedienoberfläche spendiert.

In den letzten Jahren hat sich Acer erfolgreich auf dem deutschen PC- und Notebook-Markt etablieren können und gilt mittlerweile als renommierter Hersteller, der mit einem sehr ordentlichen Preis-Leistungs-Verhältnis die breite Masse bedient. Seit dem letzten Jahr beackern die Taiwaner nun auch das zukunftsträchtige Feld der Smartphones mit dem Ziel, sich unter die großen Player zu mischen. Hoffnungsträger aus Fernost ist das Acer Stream, zumindest suggeriert der Preis von stolzen 599 Euro dessen Anspruch, als Aushängeschild die Smartphone-Sparte von Acer zu repräsentieren.

In der Status-Ebene hat man direkten Zugriff auf verpasste Ereignisse.
In der Status-Ebene hat man direkten Zugriff auf verpasste Ereignisse.

Auf diesem Preisniveau bewegen sich nur wenige Konkurrenten, etwa das Sony Ericsson X10 oder das Samsung Galaxy S. Folgerichtig hat Acer das Stream in ein sehr ordentlich verarbeitetes Ge­häuse gesteckt und auch das Aus­stattungspaket prall gefüllt. Als Betriebssystem kommt Android in der nicht mehr ganz aktuellen Eclair-Version 2.1 zum Einsatz – ob es ein Update auf Android 2.2 geben wird, war bei Redaktionsschluss noch offen.

Von außen betrachtet

Auf den ersten Blick kann sich das Stream allerdings nicht von seinen Nebenbuhlern abheben: Das Design ist konventionell und sehr schlicht gehalten, eher unauffällig reiht sich Acers Flaggschiff in die Reihe der Touchscreen-Smartphones ein. Immerhin ist es mit 128 Gramm Gewicht leichter als so mancher Konkurrent und liegt gut ausbalanciert, wenn auch etwas sperrig in der Hand. Mit einer Höhe von gerade mal 12 Millimetern ist es angenehm flach und verschwindet beinahe un­bemerkt im Sakko oder in der Hosentasche.

Für die Individualisierung per Widgets hat Acer eine separate entkoppelte Ebene vorgesehen.
Für die Individualisierung per Widgets hat Acer eine separate entkoppelte Ebene vorgesehen.

Über die komplette Gehäuserückseite ist eine matte Softtouch-Oberfläche gezogen, die dem Stream Grip verleiht und während unserer Testphase keine Kratzer davontrug. Eingefasst in einen metallisch schimmernden Kunststoff erstreckt sich der berührungsempfindliche 3,7-Zoll-Bildschirm beinahe über die gesamte Front; darunter liegen die Bedienelemente, auf die wir noch genauer eingehen werden. Die einzelnen Komponenten sind an den Seiten sichtbar zusammengesteckt. Dabei haben die Kons­trukteure ordentliche Arbeit geleistet und kantige Übergänge vermieden, allein das leichte Knarzen konnte nicht vollständig eliminiert werden.

An der rechten Gehäusekante liegen HDMI- und USB-Anschluss hinter einer gummierten Schutzkappe verborgen; der Speicherkartenslot für MicroSD-Karten ist nebem dem SIM-Karten-Einschub unterhalb der Akkuabdeckung platziert und nur durch Entfernen des Stromsammlers erreichbar. Für die Übertragung von Bildern und Videos in HD-Qualität auf einen entsprechenden Fernseher legt Acer das passende Kabel gleich mit in die Verpackung, ebenso ein USB-Kabel, eine 8 Gigabyte große Speicherkarte und ein Stereo-Headset. Und damit das Smartphone ohne Macken bleibt, spendieren die Taiwaner auch gleich ein schickes Etui und eine Displayschutzfolie – dafür vielen Dank.

Verschenktes Potenzial

Für die Darstellung von E-Mail-Postfächern ist das 3,7-Zoll-Display ausreichend gross.
Für die Darstellung von E-Mail-Postfächern ist das 3,7-Zoll-Display ausreichend gross.

Augenfällig sind die Steuerelemente für den Musik- und Videoplayer, die sich auf der Vorderseite unterhalb der Bedientasten finden. Die drei als Hardkeys ausgeführten Drücker sind sauber voneinander getrennt, was eine blinde Bedienung erlaubt. Allerdings scheint sich Acer über die Platzierung nicht allzu viele Gedanken gemacht zu haben, denn der Anschluss für Kopfhörer mit einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker liegt auf der Stirnseite gegenüber.

Wer unterwegs Musik hört, wird das Acer Stream, um das Audiokabel nicht zu beschädigen, in aller Regel mit der Stirnseite nach oben in der Hosentasche tragen. Die Player-Tasten sind dann aber nur zu erreichen, wenn man das Telefon komplett aus der Tasche zieht und in die Hand nimmt – das ist schade, bei einer geschickteren Platzierung der Tasten wäre eine bequemere Steuerung möglich gewesen. Mindestens genauso schade ist, dass mit den Vor- und Zurücktasten zwar zwischen den jeweiligen Titeln geschaltet, aber nicht innerhalb eines Tracks gespult werden kann.

Während Acers Android-Konkurrenten bei den vier obligatorischen Bedienelementen entweder mechanische Drücker oder die optisch schickeren Sensortasten verwenden, kombiniert das Stream beide Varianten: Das kontextsensitive Menü, das Suchfeld und der Zurück-Button werden durch einfache Berührung des entsprechenden Feldes aufgerufen. Der links außen sitzende Home-Button dagegen ist als Hardkey ausgeführt und in Acers selbst entwickelter und über Android gestülpter Bedienoberfläche mit einer Doppelfunktion belegt. Einfaches Drücken führt erwartungsgemäß zurück zum Startbildschirm; durch längeres Drücken wechselt man in den Widget-Modus, den Acer in eine separate Ebene gelegt hat.

Intuitiv ist anders

Die Qwertz-Tastatur erstreckt sich über zwei Drittel des Displays.
Die Qwertz-Tastatur erstreckt sich über zwei Drittel des Displays.

Dieses System der Ebenen ist jedoch nicht auf Anhieb zu durchschauen und macht die Bedienung zumindest anfangs kompliziert: Die Hauptebene besteht aus einem dreiteiligen Homescreen, der in der Standardansicht neben Datum und Uhrzeit eine zweizeilige Schnellstartleiste mit acht Direktverknüpfungen anzeigt und mit einem Links-Rechts-Fingerwisch den Programmverlauf respektive die Mediengalerie ins Bild holt. Lässt man den Finger von unten nach oben über das Display fahren, öffnet sich das mit schicken Icons gestaltete Hauptmenü.

Die Shortcuts aus der Schnellstartleiste rutschen nach oben, während weitere Anwendungen und Optionen eingeblendet werden. Um alle Inhalte zu überblicken, wischt man dann wiederum horizontal über den Bildschirm, wobei die acht Schnellstart-Symbole, die immerhin individuell platziert werden können, fix im oberen Bildschirmbereich bleiben. Durch Antippen der Empfangsbalken oder des Batteriesymbols wird die Status-Ebene eingeblendet. Hier bekommt der Nutzer – erneut durch Wischen von links nach rechts und umgekehrt – einen Überblick etwa über das eingebuchte WLAN-Netzwerk, verpasste Anrufe oder den aktuell laufenden Musiktitel.

Auf die Ebene mit den Widgets wechselt man wie gesagt durch längeres Drücken der Hometaste. Dabei wird die Hauptebene leicht verschwommen in den Hintergrund gestellt und ein fünfteiliger Bildschirm freigegeben, auf welchem sich in gewohnter Android-Manier praktische Widgets etwa für Facebook, anstehende Termine oder Wetterinfos platzieren lassen. Wer sich auf Acers Benutzeroberfläche einlässt, kann Gefallen daran finden, wem das alles zu undurchsichtig wird, der kann in den Einstellungen unter „Anwendungen“ die klassische Android-Oberfläche aktivieren.

Ausstattung gut, Akku schwach

In Sachen Ausstattung lässt Acer nichts anbrennen und erfüllt die Erwartungen an ein solches Gerät. Softwareseitig bewegt sich das Stream auf gewohntem Android-Niveau: Ein Dateibrowser fehlt, lässt sich aber nachrüsten. Office-Dokumente lassen sich betrachten, aber nicht bearbeiten, und der Wecker funktioniert nur, wenn das Gerät eingeschaltet ist. Für die lokale Synchronisation mit Outlook-Kontakten und -Kalender steht auf der Acer-Webseite unter Support die Software „Acer Sync“ zum kostenlosen Download bereit.

Beim mobilen Messaging kommuniziert der Mail-Client sowohl mit privaten als auch mit geschäftlichen Postfächern. Allzu bunt sollte man es mit dem Mailen und Surfen jedoch nicht treiben, möchte man das Acer Stream den ganzen Tag nutzen. Der Akku hält im typischen Nutzungsmix gerade mal 3,5 Stunden durch – das ist einfach zu wenig. Dafür sind die Empfangswerte im UMTS-Betrieb überdurchschnittlich gut, während sich die GSM-Messungen auf Normal-Niveau bewegen.

Wer ein optisch eher unauffälliges Smartphone mit Schwerpunkt Multimedia und Freizeit sucht, kann das Acer Stream getrost in die engere Auswahl miteinbeziehen. Acers unkonventionelle Bedienoberfläche verleiht dem Gerät Individualität – Stolperfalle ist der derzeit hohe Anschaffungspreis.
 

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