Testbericht

Advance Acoustic MPP 505

Exzellente Vorstufe mit satter Ausstattung

  1. Advance Acoustic MPP 505
  2. Datenblatt
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© Archiv

Da steht ein knapper Zentner Elektronik, im Auftrag des französischen HiFi- und High-End-Vertriebs Advance Acoustic in China gefertigt. Diese Arbeitsteilung - in Europa ausdenken, in Fernost ausbauen - hat überhaupt nichts Ehrenrühriges mehr. Sonst ließe sich der immense mechanische und elektronische Aufwand gar nicht realisieren, der in den ordentlich verarbeiteten Geräten steckt. Jedenfalls nicht zum Preis von 850 Euro für die  eher schlicht gestylte Vorstufe MPP 505.

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© Foto: H.Härle

Konsequent: Mit eingebautem Digital/Analog-Wandler (DAC), Phonostage (darunter) und aufwendiger Stromversorgung (zwei Ringkerntrafos) ist die MPP 505 sehr gut gerüstet.

Austattung satt

Nicht nur, dass ein Phonozug sogar für die sehr leisen MC-Tonabnehmer an Bord ist. Nicht nur, dass eine aktive Frequenzweiche den problemlosen Betrieb von Subwoofer-Satelliten-Lautsprecher-Kombinationen ermöglicht. Nicht nur, dass hier die Trennfrequenz zwischen 75 und 150 Hertz sogar wählbar ist. Die Advance MPP 505 empfiehlt sich mit fünf Digitaleingängen auch als Aufpolierer für digitale Satelliten-Empfänger, betagte CD-Spieler oder andere Quellen, deren bordeigene Digital/Analog-Wandler klanglich nicht mit dem blutjungen 24-Bit/ 96-Kilohertz-DAC des Advance mithalten können. 

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© Foto: H.Härle

Klasse: Zu Phono- und Hochpegel-Eingängender MPP 505 gesellen sich fünf Digital-Ports.

Fast schon ein wenig knauserig mutet es da an, dass für das "Play" eines analogen Aufnahmegerätes einer der drei Cinch-Hochpegeleingänge oder der einzige symmetrische XLR-Eingang herhalten muss. Oder dass kein Kopfhörer-Ausgang musikalisches Leisetreten erleichtert. Spielereien wie Klangregler, Loudness oder gar Equalizer würde der High Ender ohnehin nicht nutzen. So vergibt AUDIO trotz dieser Minimal-Mängel gerne ein "sehr gut" als Ausstattungs-Note, denn mit der MPP 505 erhält der Stereo-Freund eine nahezu universelle Schaltzentrale für seine Anlage. Auch angesichts des Preises ein glatter Sieg für Advance Acoustic gegen Naim in Sachen Features.

Messen und Hören

Die Advance Acoustic Vorstufe kann sich mit 101 Dezibel Störabstand bei den Hochpegelquellen doch deutlich von der Naim mit 86 dB absetzen.

Charakterunterschiede hatte jeder Tester erwartet, ja. Dass die beiden Kombis - sinnvollerweise standen die Gespanne im Fokus - jedoch so unterschiedlich, so sehr abhängig vom Musikmaterial agierten, überraschte die AUDIO-Jury wie auch das Leserforum.

Zum beliebten Einstieg mit schöner Frauenstimme kam das neue "Reise"-Livealbum der Lofoten-Fee Kari Bremnes (Audiophile Pop-CD des Monats in 12/07) gerade recht. Schwerfälliger, fast behäbig wirkte die französische Formation. Ihre Stärke war eine unaufgeregte Ruhe, die nur notorische Nörgler als Mangel an Leidenschaft interpretieren. Beim Eintauchen in friedfertige Klangbäder, wie sie Felix Mendelssohn mit seiner Ouvertüre "Meeresstille und glückliche Fahrt" einlässt, beeindruckte die wohlige Klangfarben-Temperatur der Advance Acoustic.

Die französische Auswahl zeigte in Beethovens fulminanter Vierter ("pure music 5", Bose) mit entspannter Raumaufteilung. Dynamische Bläserattacken schossen ansatzlos und unangestrengt aus dem sorgsam verteilten Geschehen. Dass die Naims noch etwas mehr in die Tiefe staffelten, hatten sie wohl der Vorliebe der Advance-Vorstufe für die Breite zu verdanken.

Advance Acoustic MPP 505

HerstellerAdvance Acoustic
Preis850.00 €
Wertung85.0 Punkte
Testverfahren1.0

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