Testbericht

Advance MCD-403 / MDA-503

Mit einer hochgerüsteten Laufwerk/Wandler-Kombi gibt Advance Acoustic noch einmal Gas für die gute alte CD - und fährt dabei nicht schlecht.

  1. Advance MCD-403 / MDA-503
  2. Datenblatt
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Würde das Prädikat "High End" alleine über die Anzahl der Netztrafos pro Gerät vergeben - Advance Acoustic wäre sofort dabei. Jedenfalls mit der Laufwerk/Wandler-Kombination MCD-403 und MDA-503. Denn die beiden 750 respektive 850 Euro teuren, beeindruckend schweren Komponenten bringen es zusammen auf gleich fünf Umspanner. Das soll ihnen mal ein integrierter Player nachmachen.

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Drei Ringkerntrafos für den Spindelmotor des Laufwerks, für den Laser-Vorschub sowie die Servo-Motoren und Digital-Elektronik

Als audiophilen CD-Spieler wollen die Franzosen mit chinesischer Werkbank ihre Kombi wohl auch verstanden wissen. Dabei liest die CEC-Sanyo-Abtast-Einheit im Laufwerk anstandslos auch MP3-bespielte CDs aus. Und der Digital/Analog-Wandler taktet sich neben den 44,1 Kilohertz von der Compact Disc auch auf die Samplingraten von digitalem Satellitenton (zwischen 32 und üblichen 48 kHz) oder DAT-Recordern (oft 48 kHz) ein.

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Zwei getrennte Trafos für Digital- und Analogpart

Hohe Ansprüche

Schließlich schlagen als Herzstücke zwei bestens beleumundete und sehr vielseitige Konverter im Gehäuse des MDA-503. Der AD 1955 von Analog Devices wandelt PCM-Signale bis hinauf zu einer Wortbreite von 24 Bit (CD: 16 Bit) und 192 kHz Samplingfrequenz. Der nach dem sogenannten Delta-Sigma-Prinzip werkelnde Chip könnte übrigens auch Super-Audio-CDs verarbeiten. Theoretisch. In der Praxis dürfen deren DSD-Zahlenströme jedoch nur via HDMI-1.2-Schnittstelle passieren.  

Den hohen Ansprüchen der Entwickler von Advance Acoustic reichte einer dieser durchaus stereotauglichen Top-Wandler nicht aus. Um Rauschen und Verzerrungen weiter zu mindern, beschäftigen sie pro Kanal je einen - und schalten die internen zwei Spuren parallel. Apropos hohe Ansprüche: Als Einfallstor der Digitaldaten vom Laufwerk steht sogar eine AES/EBU-Schnittstelle offen. Über symmetrische Leitungen transportiert, gelten die sensiblen Daten als besonders geschützt.

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Am Drücker mit der schweren Fernbedienung

Was die auf Wunsch auch von drei Koax- oder zwei optischen Eingängen versorgten Wandler an analogen Spannungen herausgeben, verstärken zwei Röhren zu den Ausgängen. Die chinesischen Doppeltrioden des für solche Zwecke bewährten Typs 12AX7 (sockelgleich ECC 83) stecken in vertrauenerweckend soliden Keramik-Sockeln. 

Messwerte

Solide bis exzellent waren auch die meisten Daten aus dem Messlabor: 108 Dezibel Rauschabstand sind Weltklasse, die Frequenzgänge mit minimalem Abfall zum Tiefstbass tadellos. Anlass zur Kritik gab der recht hohe Jitter: Mit 721 Picosekunden liegt das digitale Taktzittern merklich über den als unbedenklich geltenden 200 pS. Der zu hohe Ausgangswiderstand von 970 (Cinch) beziehungsweise 1940 Ohm (XLR) verbietet lange Kabel zum Verstärker, will man Höhenverluste vermeiden. 

 Tolle Klänge

Entsprechend kurz an die Leine des Vorverstärkers Accuphase C-2810 genommen, präsentierte sich die Laufwerk/Wandler-Kombi schon als sehr munterer CD-Spielgefährte. Keine Rede von einem per Röhre künstlich gesofteten Sound mit gebremstem Schaum. Als quasi integriertes Team kam das Advance-Acoustic-Duo extrem flott in die Gänge, dynamisch stürmte es an die symbolträchtige 100-Punkte-Marke .. und manchmal auch darüber hinaus. Denn ein 105-Punkte-Player wie der Marantz SA 15 S1  (1500 Euro) legte zwar mehr Glut in Jascha Heifetz' Geige, mehr Nuancen in Montserrat Caballes Traumstimme. Doch in anderen Tracks der AUDIO-CD "Great Music Vol. 1" (5/08, Bose), etwa in den krachenden Fortissimi von Mahlers 7. Sinfonie, schienen MCD-403 und MDA-503 leicht "in advance". Die sehr gute räumliche Darstellung komplexer Orchester (AUDIO "pure music one", 3/08, Bose) und die kernige Gangart bei hartem Rock sorgten schließlich für die mit kleinen Abstrichen erfolgte 105-Punkte-Einstufung.

Aber auch als Einzelkämpfer sind die Franko-Chinesen eine Überlegung wert. Das puristisch-gediegene, nicht einmal programmierbare Laufwerk ermöglicht etwa, AV-Receiver mit manierlichen Wandlern problemlos auch zur highendigen CD/MP3-Stereoanlage aufzuhübschen. Noch schöner ist es allerdings, mit dem exzellent klingenden Wandler fast allen Digitalquellen eine zentrale Andockstation zu bieten.

Fazit: 

In der Praxis wird man wohl beide Einzel-Geräte als Kombi erwerben - und damit einen guten Griff tun. Nun mag die Optik nicht jedermanns Sache sein, der hervorragende Klang des 1600-Euro-"CD-Players" sorgt aber auf jeden Fall für highendiges Flair. Ob es an den vielen Netz-Trafos liegt? Die Advance-Acoustic-Kombi bringt die althergebrachte CD mächtig auf Trab. Und sie kann ja noch mehr.

Advance Acoustic MCD 403 / MDA 503

HerstellerAdvance Acoustic
Preis1600.00 €
Wertung105.0 Punkte
Testverfahren1.0

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