Tablet mit Alexa

Amazon Fire HD 10 (2017) im Test

Das Fire HD 10 (2017) ist mit Alexa Handsfree ausgestattet. Der Test zeigt: Mit Stereolautsprechern und Display ist das Amazon-Tablet dem Echo Dot überlegen.

Amazon Fire HD 10 (2017)

© Amazon

Amazon Fire HD 10 (2017)

EUR 224,99

Pro

  • Alexa-Integration (deaktivierbar) …
  • … dadurch berührungsarme Bedienung möglich
  • einfacher Zugriff auf die Medienbibliothek von Amazon
  • Stereolautsprecher
  • Speicher erweiterbar
  • automatische Helligkeitsregulierung
  • gute Ausdauer

Contra

  • älterer Prozessor
  • alte Android-Basis
  • kein Fingerscanner
  • geringeres App-Angebot gegenüber Apple und Google

Fazit

connect-Testurteil: befriedigend (340 von 500 Punkten)
68,0%

Alexa findet auf immer mehr Geräten ein Zuhause: Fire OS 5.5 brachte Amazons digitale Assistentin auf das 2017er-Modell des hauseigenen Tablets Fire HD 10, das jüngste Update Fire OS 5.6 macht auch ältere Fire-Modelle (ab 2014) fit für Alexa. Das aktuelle Fire HD 10 ist derzeit aber das einzige echte „Handsfree“-Tablet, bei dem man nicht erst die Starttaste drücken muss, um mit Alexa zu kommunizieren. Sofern in den Einstellungen aktiviert, horcht es ebenso wie ein Echo auf den Weckbefehl, reagiert per Stimme und präsentiert gegebenenfalls zusätzlich passende Karten auf dem Display. Praktisch für die Videowiedergabe: Alexa versteht Befehle wie „Pause“ oder „Spule zwei Minuten zurück“. Hat man auch einen Echo im Haus, besteht unter dem Stichwort ESP (Echo Spatial Perception) die Möglichkeit, diesen als Empfänger zu priorisieren.

Die Nähe der Fire-Tablets zu den Amazon-Medien ist bekannt – und für Kunden durchaus ein Argument für den Fire, denn dessen Oberfläche ist auf die Präsentation der E-Books, Hörbücher, Online-Magazine und Videos des Internethändlers zugeschnitten. Die Kundennähe über das Tablet könnte auch eine Erklärung dafür sein, warum Fire OS 5.6 immer noch auf der betagten Android-Version 5 basiert – vielleicht würde ein Update der Software die Kompatibilität zu älteren Geräten gefährden.

Testsiegel connect befriedigend

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel

Fire-Besitzer sind aber nicht zwingend an Amazon gebunden; alternativ ist beispielsweise auch eine Netflix-App erhältlich. Das Angebot im Amazon App-Store ist aber immer noch dünner als in Googles Play Store. Wer den Play Store auf dem Fire installieren will, findet hier eine Anleitung dafür. Weniger versierte Nutzer profitieren beim Fire dagegen von guten Tutorials für die installierten Apps wie etwa „Mail“ und für die Bedienung von Alexa.

Sehr gutes Display

Preislich liegt das Fire HD 10 in Abhängigkeit von Speichergröße, Werbefreiheit und Prime-Mitgliedschaft zwischen 159 und 224 Euro. In dieser Kategorie geht ein Kunststoffgehäuse durchaus in Ordnung, zumal es aus einem Guss und formschön gefertigt ist; der breite Rahmen um das Display wirkt dagegen für heutige Verhältnisse überholt. Der Bildschirm selbst ist mit seiner Diagonalen von etwas mehr als 10 Zoll für die Medienwiedergabe gut geeignet.

Auch im Labor liefert der Screen gute Ergebnisse, die im Zwischenergebnis für die Messwerte allerdings durch die Audiomessungen gedrückt werden. Zu den Schwachpunkten gehört die Lautstärke, wie sich in der Praxis bestätigt: Amazon Prime Music hätten wir gerne lauter gehört. Bei der Video-Wiedergabe liefern die Lautsprecher indes dank ihrer Unterstützung des Kinoformats Dolby Atmos einen guten Ton.

Amazon Fire HD 10 (2017)

© Amazon

Bislang waren Alexa-Skills dem Echo vorbehalten. Jetzt kann man sie mit dem Fire HD 10 (2017)nicht nur aktivieren, sondern direkt nutzen.

Ordentliche Ausdauer

Auch die Laufzeit überzeugt: Im connect-Labor erreichte das Fire HD 10 mit 7:49 Stunden eine gute Zeit. Der starke 6300-mAh-Akku treibt das Gewicht etwas nach oben, was sich in der Bewertung der Handhabung niederschlägt. Mit 495 Gramm bleibt das Fire HD 10 aber unter einem halben Kilogramm und damit in Schlagdistanz zu vergleichbaren Tablets.

Das gilt auch für den Chip von Mediatek. Zwar ist der MT8173 aus 2015, der sich seinerzeit in der oberen Mittelklasse ansiedelte, schon etwas betagt, aber immer noch eine gute Wahl – insbesondere für ein Tablet in dieser Preisklasse. Die Kameras lösen mit 2 Megapixeln respektive VGA dagegen gering auf und können auch qualitativ nicht überzeugen.

Draußen schwach, drinnen stark

Punkten kann das Fire HD 10 weder mit einem Fingerscanner zum Schutz gegen unbefugten Zugriff noch mit einer IP-zertifizierten Abschottung gegen Staub oder Wasser. Für den Außer-Haus-Gebrauch, der über das Anschauen zuvor heruntergeladener Videos hinausgeht, fehlt zudem der mobile Datenfunk, der ebenso wie GPS auch nicht optional zu haben ist. Das Fire HD 10 ist ein Tablet für zu Hause. Es kombiniert die medialen Eigenschaften eines Tablets mit den Annehmlichkeiten bequemer Abfragen über einen Echo.

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