Testbericht

Amazon Kindle Fire HDX 8.9 im Test

Amazons Kindle Fire HDX 8.9 zeigt im Test ein klasse Display und Leistung satt. Dass es komplett auf den Amazon-Content ausgerichtet ist, ist Fluch und Segen zugleich.

  1. Amazon Kindle Fire HDX 8.9 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Amazon Kindle Fire HDX 9.8

© Amazon

Amazon Kindle Fire HDX 9.8

Pro

  • extrem blickwinkelstabil
  • sehr gute Pixeldichte
  • 16 Gigabyte ROM-Speicher
  • gute Ausdauer

Contra

  • kein Micro-SD-Slot
  • geringeres Angebot im App-Shop
  • keine Inhalte von Drittanbietern
67,8%

Das Kindle Fire HDX 8.9 aus dem Jahr 2013, das im Herbst 2014 vom Amazon Fire HDX 8.9 (Test) abgelöst wurde, ist flach, leicht und dadurch sehr handlich. Gleichzeitig bietet es eine top Performance und die gewohnt breite Auswahl an Inhalten, insbesondere an E-Books. Damit hat Amazon sein neuestes Tablet an entscheidenden Stellen verbessert.

Herausragend ist aber der ungemein kontraststarke und sehr helle Bildschirm des HDX 9.8 , der sich mit einer Diagonalen von 8,9 Zoll zwischen den derzeit üblichen 7- und 10-Zoll-Modellen platziert.

Übersicht: Ebook-Reader-Tests

Er löst mit 2560 x 1600 Bildpunkten auf und erreicht somit eine sehr gute Pixeldichte von 339 ppi. Schriften zeichnet er sehr scharf, Farben wirken plastisch und sehr natürlich. Zudem ist die Anzeige ausgesprochen blickwinkelstabil, wie unsere Messungen belegen.

Es ist praktisch egal, von wo aus man auf den Screen blickt - die Inhalte werden stets korrekt dargestellt. Das ist besonders dann wichtig, wenn mehrere Leute gleichzeitig aus verschiedenen Positionen auf den Bildschirm schauen, etwa bei Videos oder Diashows. Ohne Zweifel gehört das Display des Kindle Fire HDX 8.9 zu den derzeit besten auf dem Tablet-Markt.

Design und Handhabung

Das Gehäuse zeichnet sich durch seine angenehme Handhabung aus. Es wiegt nur 374 Gramm und ist somit gute 100 Gramm leichter als das Apple iPad Air. Durch das geringe Gewicht und die flache Bauhöhe von 8 Millimetern lässt sich das HDX auch längere Zeit ohne Probleme in Händen halten.

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© Connect

Das 8,9 Zoll große Display des Kindle Fire löst mit 2560 x 1600 Pixeln auf. Es ist enorm blickwinkelstabil und bietet sehr gute Kontraste - ein top Screen.

Die Rückseite des Kindle Fire HDX 8.9 ist nahezu vollständig gummiert, nur der obere schmale Streifen, hinter dem Kamera, LED und Lautsprecher sitzen, zeigt sich glänzend und glatt. Das Kunststoffgehäuse ist solide verarbeitet, die Haptik ansprechend. Störende Kanten gibt's keine.

Im direkten Vergleich steht das HDX verarbeitungs- und materialtechnisch zwischen iPad Air und Samsung Galaxy Note 10.1. Anders als bei den meisten Tablets sind Ein-/Aus-Schalter und Lautstärke-Regelung nicht an den Kanten, sondern auf der Rückseite angebracht und leicht im Gehäuse versenkt, sodass man sie gut ertasten kann.

Die Platzierung ist ungewöhnlich, aber praktisch. Zumindest, wenn man das Kindle Fire HDX 9.8 im Querformat benutzt - denn dann liegen die beiden Zeigefinger beinahe schon automatisch auf den Tasten. Hat man sich einmal daran gewöhnt, klappt die Bedienung problemlos.

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Etwas komplizierter wird es, wenn man das Tablet ins Hochformat dreht, etwa um zu lesen. Dann sind die Bedienelemente nicht ohne Weiteres zu erfühlen. Im Test hat uns dieser Umstand allerdings nicht gestört, beim Lesen sind Lautstärke- und Ein-/Aus-Schalter ohnehin nicht notwendig.

Worauf beim Kauf eines Tablets achten?

Alle anderen wichtigen Bedienelemente - etwa für Schriftgröße, Hintergrundfarbe oder Lesezeichen - sind als Softkeys auf dem Touchscreen zu finden. Die Amazon-eigene Benutzeroberfläche lässt sich ebenfalls komplett über den berührungsempfindlichen Bildschirm steuern.

Oberfläche und Content

Das User Interface des Kindle Fire HDX 8.9 namens Mojito ist mit großen, selbsterklärenden Icons und wenig Text nahezu optimal auf die Tablet-Bedienung ausgerichtet. Amazon nennt das System Fire OS 3.0.

Dass es auf Googles mobilem Betriebssystem Android 4.2 basiert, fällt so gut wie gar nicht auf, weil Amazon die Oberfläche stark überarbeitet und die Schotten nach außen dicht gemacht hat. Inhalte gibt es exklusiv von Amazon, Drittanbieter sind ausgeschlossen.

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Der Startbildschirm wird von einer Art Content-Karussell dominiert, in dem man mit einer horizontalen Wischgeste zwischen den zuletzt benutzten Inhalten switchen kann. Bücher stehen hier neben Apps, Musik, Videos und Hörbüchern in einer Reihe.

Wischt man nach oben, gelangt man zur Ansicht mit allen auf dem Kindle Fire HDX 8.9 installierten Anwendungen. Kalender, Kontakte, E-Mail-Client und der Webbrowser Silk gehören zur Standard-Ausrüstung.

Im oberen Bildschirmbereich sitzt die Menüleiste, die Zugriff auf vorhandene und neue Inhalte bietet. Über den Eintrag "Einkaufen" gelangt man zum Amazon-Portal und kann nicht nur digitale (also E-Books, Apps, Videos, Musik und Hörbücher), sondern auch physische Produkte kaufen.

Das läuft alles über das Amazon-Benutzerkonto, mit dem das HDX bei Auslieferung auf Wunsch bereits verknüpft ist. Das Angebot der verfügbaren Inhalte entspringt wie gesagt rein dem Amazon-Repertoire.

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Der ab Werk installierte Silk-Browser ist einfach in der Handhabung und bietet flotte Performance.

Das gilt auch für Apps: Zusatz-Software kann man nur aus dem Amazon-eigenen App-Shop laden. Darin finden sich einige bekannte Anwendungen wie Skype, Facebook oder Barcodescanner. Mit dem Angebot im Apple App Store oder Google Play Store kann der Amazon App Shop aber bei Weitem nicht mithalten. Da Android die Basis für Fire OS bildet, wäre der Zugriff auf den Play Store durchaus möglich und wünschenswert - und würde die Attraktivität des HDX in jedem Fall steigern.

Kaufberatung: Tablet oder Ebook-Reader?

Wer neben dem Kindle auch andere mobile Endgeräte verwendet, etwa Smartphone oder Tablet, hat über die Kindle-App (verfügbar für Android, iOS und Windows Phone) ebenfalls Zugriff auf die Amazon-Cloud und somit auf alle über das Kindle Fire HDX 8.9 gekauften digitalen Artikel.

Ausstattung und Preis

Für eine reibungslose Bediengeschwindigkeit sorgt der potente Prozessor Qualcomm Snapdragon mit vier Kernen je 2,2 Gigahertz Taktfrequenz. Er leistet sehr gute Arbeit, scheint sauber auf die restliche Hardware-Architektur abgestimmt und ermöglicht flüssiges, schnelles Arbeiten mit dem Kindle Fire HDX 8.9

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Der Amazon App-Shop bietet einige bekannte Mainstream-Apps, kann in Sachen Vielfalt allerdings nicht mit dem Angebot von Apple und Google mithalten. Die Bedienung des Shops geht locker von der Hand.

Performance-Probleme hatten wir mit unserem Testgerät keine. Der Akku bietet 6000 mAh Kapazität und eine typische Ausdauer von 6:47 Stunden. Das ist mehr als ordentlich und geht für ein so großes, helles und hochauflösendes Display absolut in Ordnung. Amazon offeriert das Kindle Fire HDX 8.9 in verschiedenen Speicher- und Funkkonfigurationen; in der Tabelle sind die Varianten und Preise entsprechend aufgeschlüsselt.

Unser Testgerät ohne LTE-Modul kostet faire 379 Euro und bringt einen 16 Gigabyte großen ROM-Speicher mit, von dem knapp 11 GB zur Verfügung stehen. Ein Speicherkarten-Slot für Micro-SD-Karten ist nicht vorhanden, ebenso fehlen Micro-HDMI-Anschluss, GPS und NFC. Zwei Kameras an Frontund Rückseite für Chats und Spaßbilder im Freundes- und Familienkreis komplettieren das solide Ausstattungspaket

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Shoppen im Kindle-Store klappt intuitiv und nach demselben Muster wie im Amazon- Online-Store.

Fazit: Eingeschränkt, aber gut

Das Kindle Fire HDX 8.9 ist ein besonderes Tablet. Da es komplett auf Amazon zugeschnitten ist, bietet es wenig Raum für freie Gestaltung; im Vergleich zu anderen Tablets ist es deutlich eingeschränkt. Wer sich aber ohnehin regelmäßig in der Amazon-Welt aufhält, Bücher und Musik über den Internet-Giganten bezieht, auf ein breites App-Angebot verzichtet und mit dem HDX möglichst bequem konsumieren möchte, der wird hier richtig Spaß haben.

Top 10 - Die besten Tablets im Test

Das System ist intuitiv bedienbar, auf die Tablet-Nutzung optimiert und leistungsstark. Das hervorragende Display und die angenehme Handhabung sind gute Kaufargumente - zumal das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Amazon weiß offenbar, was Kunden wünschen.

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