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Testbericht

Apple iPad 4 im Praxistest

Apple iPad
Das iPad 4 mit Retina-Display und neuem Turboprozessor zeigt sich im Test als das bisher beste iPad.

Apple iPad 4: Erster Eindruck

Keine acht Monate lang war das iPad 3, das eigentlich das „neue iPad“ heißt (oder hieß), auf dem Markt, da tischt Apple schon seinen Nachfolger auf. Das neueste iPad ist also das iPad 4, das eigentlich „iPad mit Retina-Display“ heißt – und das iPad 3?

Das hat Apple von der Karte gestrichen. Ärgerlich natürlich für jeden, der sich gerade erst ein iPad 3 gekauft hat, denn wer gibt schon gerne mehrere Hundert Euro aus, um nach wenigen Monaten ein aussortiertes Modell in Händen zu halten?

Aber keine Bange, das macht überhaupt nichts. Das iPad 4 bietet zwar hier und da ein paar kleine Verbesserungen gegenüber dem 3er, doch diese sind so marginal, dass Sie das im Alltag so gut wie gar nicht merken werden.

Ganz schön schweres Teil

Wir nehmen es also gleich vorweg: Wenn Sie ein iPad 3 haben, können Sie getrost dabei bleiben, ein Upgrade auf das iPad 4 ist nicht zwingend notwendig. Die Unterschiede zwischen iPad 3 und iPad 4 sind schnell aufgezählt: neuer Prozessor, neuer Lightning-Connector, neue Facetime-Kamera und optional LTE.

Auf den ersten Blick werden Sie also kaum erkennen, ob Sie nun ein iPad 3 oder ein iPad 4 in Händen halten. Der Formfaktor der beiden ist praktisch identisch: Der bewährte Materialmix aus Glas und Metall ist Apple auch bei der vierten Generation bestens gelungen, wenngleich auch das iPad 4 noch immer 650 Gramm wiegt.

Das ist nicht eben wenig, vor allem dann nicht, wenn Sie das iPad zum Lesen lange in der Hand halten. Bequem wird das Ganze erst, wenn Sie das iPad auf den Tisch oder in den Schoß legen. Ansonsten aber gilt: Wenn’s ein handlicheres Tablet sein soll, dann sind die Tablets mit 7-Zoll-Screen wie das neue iPad mini die bessere Wahl.

Der Lightning getaufte Stecker an der Gehäuseunterseite bietet zwei Vorteile: Das Synchronisieren mit iTunes läuft einen Tick schneller als über die alte Steckverbindung, und er kann nicht falsch herum angestöpselt werden. Einen Nachteil hat er allerdings auch: Bisheriges Zubehör ist ohne Adapter unbrauchbar; möchten Sie diesen haben, bittet Sie Apple mit rund 30 Euro für das Original-Zwischenstück zur Kasse.

Doppelte Prozessorleistung

Die spannendste Neuerung beim iPad 4 ist der neue Apple A6X-Prozessor. Es handelt sich hierbei um einen Zweikernprozessor, der diversen Benchmarks zufolge mit 1,4 GHz taktet. Von offizieller Seite gibt es wie üblich keine genaueren Informationen zur Prozessorleistung.

Abgesehen von ein paar Superlativen: doppelt so schnell wie der beim iPad 3 verbaute A5X (ebenfalls zwei Kerne mit 1 Gigahertz Taktfrequenz) soll er sein und die doppelte Grafikleistung bieten. Und tatsächlich: Beim Geekbench- Benchmark, der die Systemleistung des Chips überprüft, erreicht das iPad 4 über 1700 Scorerpunkte; das iPad 3 kommt auf rund 750.

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Auch beim Browsermark-Benchmark schneidet das neue iPad deutlich besser ab als sein Vorgänger. Im Alltag merken Sie vom zusätzlichen Speed aber zumindest bisher überhaupt nichts. Bis Redaktionsschluss gab es noch keine Apps, die die erhöhte Prozessorleistung tatsächlich ausreizen können. Klar, selbst aufwendigste 3-D-Spiele und Full-HD-Filme laufen flüssig und geschmeidig – das ist beim iPad 3 jedoch ebenso der Fall. Einen signifikanten Geschwindigkeitszuwachs konnten wir zumindest für Alltagsszenarien wie Mailen, Surfen und Videos gucken nicht feststellen.

Apple iPad 4 - Gehäuse

Das iPad 4 sieht auf den ersten Blick genauso aus wie das iPad 3.

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Retina macht den Unterschied

Wenn Sie hingegen ein iPad der ersten oder zweiten Generation besitzen, ist die Situation ein bisschen anders zu bewerten. Dann lohnt sich ein Upgrade aufs iPad 4 schon eher, denn Sie bekommen hier nicht nur den prozessorbedingten Leistungsschub, sondern vor allem auch das deutlich bessere und höher auflösende Display. Womit Sie jedoch leben müssen, ist das höhere Gewicht: Das iPad 2 wiegt mit 610 Gramm ein gutes Stück weniger als die iPads 3 und 4.

Unserer Meinung nach aber ein fairer Kompromiss, der sich letztlich auszahlt. Insbesondere bei Schriften werden Sie den Retina-Effekt nicht mehr missen möchten. Farben wirken sehr natürlich und plastisch, Fotos und Videos werden überaus detailliert und wirklichkeitsgetreu wiedergegeben. Der Bildschirm erreicht mit 2048 x 1536 Pixeln auf 9,7 Zoll eine Pixeldichte von 264 ppi, was so hochauflösend ist, dass Sie mit bloßem Auge keine einzelnen Bildpunkte mehr erkennen können.

Zum Vergleich: Beim iPad 2 liegt die Pixeldichte bei 132 ppi, die Auflösung beträgt gerade einmal 1024 x 768 Pixel.

Labormessung: Helles Display

Vom iPad 4 konnten wir leider noch keine Akkumessungen machen, denn beim Versuch, das Gerät zu öffnen, flog uns der Touchscreen um die Ohren, sodass sich das Gerät nicht mehr bedienen ließ – autsch!

Rein subjektiv hält der Akku aber das, was Apple verspricht: Die angegebenen zehn Stunden reine Nutzungszeit sind realistisch.

Das Display haben wir glücklicherweise vorher gemessen, die Ergebnisse können sich sehen lassen: Mit einer Helligkeit von knapp 400 cd/m2 und einem Kontrastverhältnis von 1:43 bei 20 000 Lux, was einem hellen Sonnentag entspricht, ist das iPad 4 vergleichsweise gut für den Außeneinsatz geeignet.

Wer viel im Freien liest, wird aber trotzdem nicht glücklich. In geschlossenen Räumen (500 Lux) ist der Kontrast sehr gut. Und: Selbst bei extrem schrägem Blickwinkel ist der Kontrastumfang noch immer top. Das ist vor allem dann wichtig, wenn mehrere Leute gleichzeitig auf den Screen schauen.

Apple iPad 4: Ausstattung

+ über 260 000 optimierte iPad-Apps
+ ausgeklügeltes Ökosystem aus iCloud, iTunes und App Store mit großem Medien-Angebot
+ mobiles Turbo-Internet per LTE
- … allerdings nur im Telekom-Netz
- kein erweiterbarer Speicher

Apple iPad 4: Bedienung

+ edle Gehäuseanmutung
+ einfaches Bedienkonzept
+ hochauflösendes Retina-Display
+ gute Performance
- liegt auf Dauer schwer in der Hand

Apple iPad 4: Kaufen oder Warten?

Das iPad 4 gibt’s in Schwarz und Weiß sowie in sechs Speicher- und Funkvarianten: Sie haben die Wahl zwischen 16, 32 und 64 GB, jeweils nur mit WLAN oder mit WLAN und Funkmodul.

Die WLAN-only-Modelle kosten 499, 599 und 699 Euro; mit Funkmodul liegen die Preise bei 629, 729 und 829 Euro – wahrlich kein Pappenstiel. Wichtig zu wissen: LTE ist genau wie beim iPhone 5 lediglich im Netz der Deutschen Telekom nutzbar.

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