Testbericht

Apple iPhone 3G

Auch wenn es nur ein Update ist: Das neue iPhone sorgt wieder für Aufruhr. Zwar weniger in den Medien als vielmehr an der Ladentheke. Und das aus einem einfachen Grund: Apple hat das Handy technisch aufgemotzt und den Preis deutlich gesenkt. Ab einem Euro ist das iPhone 3G zu haben - allerdings mit einem Tarif, bei dem monatlich knapp 90 Euro an Gebühren anfallen. Erhältlich ist das Apfel-Handy wieder exklusiv bei T-Mobile.

Testbericht Apple iPhone 3G

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Bei genauerer Betrachtung finden sich eine ganze Menge Neuerungen. Apple hat das Gehäuse ein wenig verändert und einen GPS-Empfänger integriert, dank dem das Handy seine Position kennt und damit navigationsfähig wird.

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Möglichkeiten ausgeschöpft: Schnelles Surfen dank UMTS- und HSDPA-Unterstützung

Zudem gibt es zum 8-GB-Modell eine Alternative mit 16 GB Speicher. Auch öffnet Apple das Handy für Zusatzsoftware von Drittanbietern und das iPhone 3G funkt, der Name sagt's schon, im UMTS-Netz. Bei ganz genauem Blick finden sich noch viele kleine Verbesserungen im Detail.

Die fehlende 3G-Unterstützung - das war eines der am meisten beklagten Mängel beim ersten iPhone. Dabei surft man mit dem Handy schneller als mit fast jedem UMTS-fähigen Handy, denn einerseits ist das EDGE-Netz von T-Mobile gut ausgebaut, andererseits hat Apple viel Arbeit in den Browser und ein gehöriges Maß an Rechenpower ins iPhone gesteckt. Beides macht den vermeintlichen Nachteil wieder wett und das iPhone schneller als die meisten UMTS-Handys.

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Praktisch: Kontaktforum Facebook kostenlos aus dem App Store

Den Download-Turbo HSDPA mit theoretisch bis zu 3,6 Mbit/s unterstützt die Neuauflage ebenfalls. Apple hat aber auch offensichtlich weiter am Browser gefeilt, das zeigt der Vergleich mit dem alten iPhone: Sind beide Modelle ins EDGE-Netz eingebucht, ist das neue schneller. Selbst bei schwachem UMTS-Empfang war das neue Modell meist rascher mit dem Seitenaufbau fertig als das alte iPhone mit gutem EDGE-Empfang.

Wirklich spürbar wird das Ganze bei größeren Downloads. Allerdings: Der iTunes-Store ist weiterhin nur per WLAN zugänglich, nicht übers Mobilfunknetz. Über Letzteres kann man sich immerhin im App Store einloggen, in dem jede Menge kostenpflichtiger wie kostenloser Software bereitsteht.

GPS: mehrstufige Ortung

Der integrierte GPS-Empfänger ist sicherlich eine der spannendsten Neuerungen im iPhone. Wie Nokia hat auch Apple eine eigene Anwendung entwickelt, das Kartenmaterial holt sich das iPhone unterwegs von Google. Drückt man den Button zur Lokalisierung, so erfolgt zunächst die grobe Ortung über das Mobilfunknetz, gegebenenfalls über WLAN-Hotspots und schließlich ganz detailliert über das Satelliten-System GPS. Durch das dreistufige System ist auch eine Ortung möglich, wenn eines der Systeme nicht funktioniert - GPS braucht beispielsweise freie Sicht zum Himmel, ist also in Gebäuden nicht nutzbar.

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Keine richtige Navigation, aber Berechnung von Handy-Routen

Die Ortung klappte im Test sehr rasch, selbst der GPS-Empfänger  hatte nach wenigen Sekunden die genauen Positionsdaten ermittelt. Die Kartenanwendung bietet wie von Google Maps bekannt auch eine Satellitenansicht, auf Wunsch samt eingeblendeter Straßen. Mit einer virtuellen Nadel lassen sich wichtige Punkte auf der Karte markieren.

Die Software berechnet auf Wunsch Routen, eine Navigation mit Richtungsanzeigen ist aber nicht möglich. Bedienen lässt sich das Ganze kinderleicht: Wie beim Browser oder beim Betrachten von Fotos kann man etwa die Ansicht einfach durch das Spreizen von zwei Fingern auf dem Display vergrößern.

Wo der GPS-Empfänger noch zum Einsatz kommt: Die Kamera fragt, ob die geschossenen Fotos mit Geodaten versehen werden sollen. So kann man hinterher sehen, wo genau das Foto geschossen wurde. Außerdem kann der GPS-Empfänger auch von Anwendungen, die von Drittanbietern stammen, genutzt werden. Auf die erste Navigationssoftware müssen wir sicher nicht lange warten...

Offen für Extras

Denn wie bereits gesagt: Apple öffnet das iPhone endlich auch offiziell für Software von Drittanbietern. Pünktlich zum Marktstart ging der App Store, Apples eigener Onlineshop für Anwendungen, online. Der ist mit einem eigenen Icon direkt im Hauptmenü mit dem iPhone verdrahtet.

Die Auswahl reicht von witzigen Gimmicks zum kostenlosen Download bis hin zu praktischen Anwendungen gegen gutes Geld. 4000 Entwickler hat Apple nach eigenen Angaben in das Projekt aufgenommen. Die dürfen den Preis für ihre Anwendungen selbst festlegen, Apple übernimmt via App Store den Vertrieb und behält 30 Prozent der Einnahmen.

Annäherung an Geschäftskunden

Gerade für den beruflichen Einsatz wird das iPhone damit deutlich interessanter, zumal es nun auch Microsoft ActiveSync unterstützt und sich dadurch an einen Exchange-E-Mail-Server anbinden lässt. So lassen sich E-Mails, Kontakte oder Termine direkt aufs iPhone pushen. Außerdem verspricht Apple mehr Sicherheit, etwa die Möglichkeit, einen VPN-Tunnel zum iPhone aufzubauen. Das soll vor allem IT-Administratoren etwas offener fürs iPhone machen.

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Das rockt! Das iPhone ist ein vollwertiger iPod

Zudem hat der Hersteller einen wissenschaftlichen Rechner integriert. Der erscheint, wenn Sie den bekannten Rechner aufrufen und das Handy ins Querformat drehen. Das iPhone lässt sich wie schon das alte obendrein lokal mit Outlook synchronsieren - allerdings sollte das nicht zu alt sein, Office 2000 wird schon nicht mehr unterstützt. Ganz überzeugt das iPhone noch nicht als Business-gerät, zumal weiter eine Aufgabenverwaltung, ein Diktiergerät oder ein Editor für Office-Dokumente fehlen.

Der E-Mail-Client, der auch mit Anhängen zurechtkommt, ist dagegen eine Wucht. Selbst HTML-Mails, an denen die meisten Handys scheitern, zeigt es bunt an. Die Einrichtung eines Accounts klappt kinderleicht, nur das Tippen auf der virtuellen Schreibmaschinen-Tastatur bleibt gewöhnungsbedürftig bis mühsam.

Jetzt Kunststoff, aber edel

Auch äußerlich hat sich etwas getan, denn Apple hat dem iPhone eine neue Hülle verpasst: Etwas leichter ist es geworden und nimmt nun jedes Headset mit 3,5-mm-Klinke auf; beim Vorgänger war die Buchse noch versenkt, sodass viele Kopfhörer nicht passten. Die Rückseite ist diesmal komplett aus Kunststoff gefertigt, beim Vorgänger dominierte noch Metall. Grund für diesen Wandel: die zusätzlichen Antennen für UMTS und GPS, die sich mit dem Metallrücken schwergetan hätten.

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Einmal drehen, dann erscheint der wissenschaftliche Rechner auf dem Display

Billig wirkt das iPhone damit aber keinesfalls, das Material in Klavierlack-Optik sorgt weiterhin für eine edle Anmutung. Der Rücken ist diesmal etwas gewölbt, das iPhone 3G damit am Rand etwas dünner, in der Mitte etwas dicker als der Vorgänger.

Insgesamt schenken sich die beiden vom Formfaktor aber nicht viel. Bei der Farbpalette steigt die Auswahl: Die 8-GB-Variante gibt es ausschliesslich in Schwarz, das 16-GB-Modell bietet Apple auch mit weißer Rückseite an. Das Display wirkt einen kleinen Tick heller und ist weiterhin ein Kracher, ebenso wie die auf den Touchscreen optimierte Menüführung, die sich spielerisch erkunden lässt. Hier kann im Moment noch kein Gerät der Konkurrenz mithalten.

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