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Testbericht iPhone 3GS im Test

von Markus Eckstein, Bernd Theiss
Apple iPhone 3GS
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Die Einschläge kommen näher: Zunächst breitete sich das Wunderding in den umliegenden Büros bei den technikbegeisterten Redakteuren aus, kam dann bei den stilbewussten Grafikern an und nun hat sogar meine kleine Schwester ihr iPhone.

Mit der Software 3.0 erhält das iPhone eine mächtige Suchfunktion, die nach dem ersten Buchstabens das komplette Gerät durchforstet
Mit der Software 3.0 erhält das iPhone eine mächtige Suchfunktion, die nach dem ersten Buchstabens das komplette Gerät durchforstet

Und wie damals lautet die typische Frage vor dem Handykauf im Moment nicht: Welches Modell soll ich mir kaufen? Sondern: Soll ich mir ein iPhone kaufen? Mit dem neuen iPhone 3G S gibt es nun wieder ein paar Argumente mehr dafür. Das S steht laut Apple für Speed.

Vor allem schneller soll es sein, ein fixerer Prozessor und verbesserte Software sollen die Bedienung noch flüssiger, das Starten von Programmen, den Aufruf von Internetseiten noch schneller machen. Das alte Modell arbeitete verglichen mit der Konkurrenz schon flott, und doch hat die Bedienung aufgrund des Geschwindigkeitszuwachses gewonnen.

Auf mehr Speed lässt sich die neue iPhone-Version allerdings nicht beschränken, dafür hat Apple an zu vielen Stellen nachgebessert. So verspricht der Hersteller mehr Ausdauer. Insbesondere beim Musikhören, bei der Gesprächszeit im D-Netz sowie beim Datenempfang per WLAN soll der Akku länger durchhalten.

Akku fest im Gehäuse verbaut

Das neue iPhone zeichnet auch Bewegtbilder auf
Das neue iPhone zeichnet auch Bewegtbilder auf

Der ist wie schon beim Vorgänger fest ins Gehäuse verbaut und fällt tatsächlich etwas größer aus. Beim Vorgänger lag die gemessene Kapazität bei rund 1180 mAh, der Energiespeicher des iPhone 3G S gibt rund 1260 mAh ab. Damit lassen sich natürlich keine großen Sprünge machen, doch ein größerer Akku ist nur die halbe Miete.

Auch den Stromverbrauch hat Apple trotz des schnelleren Prozessors spürbar gesenkt – insgesamt um rund 10 Prozent, bei Gesprächen noch einmal deutlich mehr. Das bringt einerseits eine spürbare Verbesserung, andererseits gilt weiterhin: Bei wirklich intensiver Nutzung muss das iPhone spätestens nach einem Tag an die Steckdose. Die typische Betriebszeit, die sich aus Telefonaten und Internetnutzung zusammensetzt, liegt bei  4:15 Stunden Dauereinsatz.

Wer bislang ein "normales" Handy nutzt und mit dem Gedanken spielt, ein Smartphone mit Touchscreen zu kaufen, sollte sich darüber im Klaren sein: Die Ladezyklen liegen im Schnitt bei einem bis drei, maximal vier Tagen – nicht zuletzt deshalb, weil man so ein Smartphone deutlich häufiger aus Tasche holt, um etwa nach neuen E-Mails zu schauen, mal schnell zu googeln, sich den Weg weisen zu lassen oder das Display als Mini-Kino zu nutzen.

Endlich mehr Speicher

Durch längeren Druck aufs Display lassen sich Textpassagen kopieren und woanders einfügen
Durch längeren Druck aufs Display lassen sich Textpassagen kopieren und woanders einfügen

Woran Apple im Vergleich zum Vorgängermodell nichts Wesentliches geändert hat: In Sachen Sende- und Empfangsqualität bleibt das iPhone 3G S vor allem im UMTS-Netz durchschnittlich. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist hingegen weiterhin sehr gut.

Dagegen haben die Kalifornier bei der Ausstattung kräftig Hand angelegt, der Speicher wurde im Vergleich zum Vorgänger noch einmal verdoppelt. Die große Variante fasst nun 29 GB, das bietet sonst kein Konkurrent – allerdings ist das ein teurer Spaß. Bei den Angeboten von T-Mobile kostet die 29-GB-Variante bis zu 120 Euro mehr als das 16-GB-Modell.

Auch die Kamera hat Apple beim 3G S deutlich verbessert. Sie bietet zwar weiterhin praktisch keine Einstellungsoptionen – draufhalten und auslösen heißt das Motto, nach dem die meisten Handyfotografen aber wohl ohnehin leben. An einer Stelle kann man immerhin eingreifen: Mit einem Tipp aufs Display lässt sich festlegen, an welcher Stelle der Autofokus scharf stellen soll.

Intuitive Steuerung ohne Umwege

Die virtuelle Qwertz-Tastatur im Querformat
Die virtuelle Qwertz-Tastatur im Querformat

Der ausgewählte Bereich wird zudem optimal belichtet. Gerade bei Bildern mit starkem Helligkeitskontrast kann man so sicherstellen, dass der gewünschte Bereich nicht über- oder unterbelichtet ist.

Die Steuerung klappt dabei Apple-typisch: intuitiv und ohne Umwege über ein Optionsmenü. Der Geschwindigkeitszuwachs ist übrigens beim Fotografieren deutlich zu spüren: Die Kamera startet schnell, der Autofokus arbeitet fix und die Optik löst mit geringer Verzögerung aus.

Integriertes Mikro für Aufnahmen: Telefonate lassen sich aber nicht aufzeichnen
Integriertes Mikro für Aufnahmen: Telefonate lassen sich aber nicht aufzeichnen ©

Zudem hat Apple nun einen 3-Megapixel-Sensor verbaut und auch softwareseitig einiges für bessere Aufnahmen getan. Bei guten Lichtverhältnissen gelingen in der Regel schöne Bilder, bei mäßigem Licht trübt aber auch hier bald das typische Rauschen die Freude. Was fehlt, ist eine eigene Lichtquelle, die im Dustern ein wenig nachhilft.

Weiteres Novum: Endlich zeichnet das iPhone 3G S auch Bewegtbilder auf – in VGA-Auflösung und mit 30 Bildern pro Sekunde. Das ist branchenüblich und hinterher auf dem Rechner vernünftig zu betrachten; selbst zügigen Schwenks kann die Kamera ruckelfrei folgen. Auch der Ton auf den Aufnahmen ist gut. 

 
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Inhalt
  1. iPhone 3GS im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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