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Testbericht Apple iPhone 5 im Test

von
Apple iPhone 5
Labortest
67,8 %
Zuletzt aktualisiert: 18.09.2014
Apple iPhone 5
Smartphones
Pro
  • edles, sehr hochwertiges Gehäusedesign
  • einhändig sehr gut zu bedienen
  • brillantes 4-Zoll-TFT-Display
  • flüssiges, ruckelfreies Arbeitstempo
  • sehr gute 8-Megapixel-Kamera
  • einfaches Bedienkonzept
Contra
  • Datenturbo LTE nur im 1800-MHz-Band
  • Akku ist fest verbaut
  • Speicher ist nicht erweiterbar
  • kein NFC, kein Micro-USB-Anschluss
Fazit

Wer ein Highend-Smartphone sucht, das sich noch bequem mit einer Hand bedienen lässt, findet noch immer wenig besseres.

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Das iPhone 5 überzeugt im Test mit guter Ausdauer und der derzeit besten Bedienung. Ein paar Lücken bleiben, dennoch ist es ein stimmiges Gesamtpaket.

Für kein anderes Smartphone campieren die Menschen tagelang vor den Shops, kein anderes Smartphone verkauft sich über fünf Millionen Mal – allein am ersten Wochenende. Die wahre Stärke des iPhone liegt in der  in dem exzellent abgestimmten und derzeit noch unerreichten Zusammenspiel aus Hard- und Software, das Apple aus dem Effeff beherrscht. Das gilt auch für das iPhone 5.

Display: Moderat gewachsen

Das Display des neuen iPhone ist größer, doch im Vergleich zur Android-Konkurrenz bleibt Apple bescheiden und stattet das iPhone 5 mit einem vergleichsweise kleinen 4-Zoll-Bildschirm aus. Doch auch darauf ist ausreichend Platz für eine aufgeräumte Darstellung. Die richtige Displaygröße ist ja letztlich auch Geschmacksache.

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Das Retina getaufte iPhone-Display erreicht mit 640 x 1136 Pixeln zwar keine HD-Auflösung, hat aufgrund der kleinen Abmessungen mit 326 ppi aber trotzdem die derzeit höchste Pixeldichte. Mit bloßem Auge sind auf dem Bildschirm folglich keine einzelnen Bildpunkte mehr zu erkennen, Inhalte erscheinen messerscharf und detailliert.

Displaymessungen: Guter Kontrast auch in hellem Licht

Im Vergleich zu einem Samsung Galaxy S3 mit OLED-Display fällt der Farbraum der TFT-Anzeige des iPhone 5 deutlich kleiner aus, dafür wirken die Farben beim Apple-Phone insgesamt aber etwas natürlicher. Noch einen Tick besser ist die Blickwinkelstabilität beim Bildschirm des iPhone 5.

Messung des Kontrast bei zunehmen schrägem Blickwinkel: Je mehr grün, desto besser.
Messung des Kontrast bei zunehmen schrägem Blickwinkel: Je mehr grün, desto besser. ©

Mit über 580 cd/m2 ist der TFT-Screen überdies sehr hell, das Kontrastverhältnis sehr gut. Und das gilt sowohl bei 500 Lux wie in geschlossenen Räumen (1:749) als auch bei 20.000 Lux wie draußen an hellen Sonnentagen (1:39). Überdies spiegelt die Anzeige kaum.

Verarbeitung: Edel, aber empfindlich

Verschrammte Gehäuse, geplatzter Lack, und das frisch aus dem Karton: Das iPhone 5 hat zum Markstart massiv mit den genannten Problemen zu kämpfen. Besser gesagt, die Kunden haben zu kämpfen: Die Zahl der Beschwerden in einschlägigen Internetforen über die Verarbeitung vor allem des schwarzen iPhone 5 ist hoch.

Nutzer der ersten Stunde haben sogar gemeldet, dass selbst Austauschgeräte erneut mit Macken und Lackfehlern ausgeliefert wurden – wer derart viel Geld für ein Smartphone hinblättert, ist da natürlich not amused.

Bei unserem von Apple zur Verfügung gestellten Testgerät konnten wir solche Mängel freilich nicht feststellen. Unser weißes iPhone 5 ist tadellos verarbeitet und hat weder Macken noch Dellen oder Lackfehler – alles ist sauber und gewissenhaft gefertigt.

Gehäuse: Materialmix aus Alu und Glas

Was die Designsprache angeht, setzt Apple beim iPhone 5 auf Bewährtes: Das kantige Format, die Glasfront, der Metallrahmen – das alles kennen wir bereits von den Vorgängermodellen iPhone 4S und iPhone 4. Neu hingegen ist die Rückseite, die jetzt nicht mehr aus Glas, sondern aus gebürstetem Aluminium besteht und dem iPhone einen, wie wir meinen, noch edleren Touch verleiht.

Der Nachteil: Alu ist ein weicher Werkstoff und somit anfällig für unschöne Kratzer. Dafür ist das Gehäuse ebenso leicht wie flach und liegt sehr angenehm in der Hand. Es gibt keine beweglichen Teile und keine Spaltmaße. Es knarzt und quietscht nichts, das Telefon wirkt sehr hochwertig und elegant.

Bedienung: Ideal für Ungeduldige

Das iPhone 5 bietet einen hohen Bedienkomfort und kann dank seines handlichen Formats ohne Probleme mit einer Hand bedient werden. Da hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert.

Das iPhone 5 wird vom neuen Apple-A6-Prozessor befeuert. Mehr als den Namen erfährt man von offizieller Seite wie gewohnt nicht, diverse Benchmarktests zeigen aber, dass es sich beim A6 wohl um einen Dual-Core-Prozessor handelt, der auf der ARM-Architektur basiert und mit 1,3 Gigahertz taktet. Entwickelt hat Apple den Prozessor selbst, hergestellt hat ihn Samsung – angesichts der vielen Klagen, mit denen sich beide Konzerne überziehen, ein pikantes Detail.

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Sei’s drum, die Rechenleistung des A6 ist jedenfalls gewaltig: In allen drei von uns zum Vergleich herangezogenen Bechmarktests erreicht das iPhone 5 Spitzenwerte und lässt die Android-Konkurrenz ziemlich alt aussehen. Insbesondere beim GLBenchmark, der bei aufwendigen Animationen die Bildrate ermittelt, ist der Vorsprung gewaltig.

Auch bei der Touchscreen-Bedienung geht sprichwörtlich die Post ab: Die Anzeige des iPhone 5 reagiert bei jeder Berührung ohne Verzögerung. Kein Ruckeln, kein Hängen, alles läuft glatt und wie geschmeidig. Selbes Bild bei der neuen Apple Kartenanwendung: Selbst in der 3D-Ansicht gleitet man beinahe ruckelfrei durch ganze Straßenzüge.

Ausstattung: Teilweise eingeschränkt

Die Haken zuerst: Das iPhone beherrscht offiziell den superschnellen Mobilfunk-Standard LTE, unterstützt aber nur eine der in Deutschland dafür verwendeten Frequenzen. Und genau die hat lediglich die Telekom und das auch nur in Städten im Einsatz. Ins Netz geht's also nur per WLAN oder HSPA+.

LTE beim iPhone 5 im Praxistest

Das iPhone 5 bietet keinen erweiterbaren Speicher. Wer viel Musik, Fotos, Videos und Apps auf dem iPhone speichern möchte, muss sich also vor dem Kauf gründlich Gedanken machen, welche Speichervariante die richtige ist. Verfügbar ist das iPhone mit 16, 32 oder 64 GB internem Speicher, entsprechend steigt aber auch sein Preis – von 679 über 789 auf 899 Euro. Wahrlich kein Pappenstiel.

Beim Thema Onlinespeicher setzt Apple auf seinen Dienst iCloud, der nahtlos in das iOS-Betriebssystem integriert ist. Jeder iPhone-Nutzer bekommt ohne zeitliches Limit 5 GB kostenlos zur Verfügung gestellt, wer mehr möchte, zahlt für 15 GB 16, für 25 GB 32 und für 55 GB 80 Euro pro Jahr. Dafür kann man dann beispielsweise Fotos, Dokumente, Musik, Apps, Kalender, Kontakte und sogar vollständige System-Backups in den Webspeicher verlagern.

Kamera: Sehr lichtempfindlich

Das iPhone 5 ist mit einer 8-Megapixel-Kamera ausgestattet und liefert vor allem an sonnigen Tagen ausgesprochen gute Fotos mit kräftigen Farben und beinahe optimaler Schärfe. Die Bilder an einem verregneten Nachmittag während des Tests sind zwar nicht berauschend, für unseren Geschmack aber dennoch ansprechend. Trotz mäßigen Lichtverhältnissen präsentieren sich die Aufnahmen hell und gut ausgeleuchtet.

Auch bei Kunstlicht wirken die Farben kräftig. Ist es allerdings zu dunkel, kann auch die kleine Foto-LED keine Wunder vollbringen. Das Bildrauschen steigt auch hier und ist deutlich zu sehen. Full-HD-Videos (1080p) gelingen wunderbar scharf und farbtreu.

Wer gerne experimentiert kommt beim iPhone 5 nicht wirklich auf seine Kosten. Das Kameramenü ist stark reduziert; es gibt weder manuelle Helligkeitsregler noch Aufnahmemodi. Alle Einstellungen übernimmt die Kamera selbst. Auspacken, einschalten, abdrücken ist hier das Motto. Um vom Sperrbildschirm ohne Umwege in den Kameramodus zu gelangen, wischt man beim iPhone das Kamerasymbol vertikal nach oben. Im Anschluss Bilder zu drehen oder zuzuschneiden klappt dagegen ohne Zusatz-App. Zudem bietet das iPhone 5 eine Rote-Augen-Korrektur.

iTunes, App Store und Co.: Eine geschlossene Welt

Auch hier hat sich nicht geändert: Wer ein iPhone nutzt, bewegt sich im Apple-Universum, kauft Apps im von Apple kontrollierten App Store und Multimedia-Titel im Apple iTunes Store. Für jeglichen Datenaustausch zwischen iPhone und Computer ist die kostenlose Sync-Software Apple iTunes verantwortlich.

Egal, ob Fotos, Videos, Kontakte oder Kalender – alles läuft ausschließlich über die zentrale Anlaufstelle iTunes. Das iPhone einfach per Kabel an den Computer anschließen und per Drag-and-drop Dateien hin und her schieben, funktioniert nicht. Mit einer Ausnahme: Auf dem iPhone gespeicherte Bilder lassen sich auch außerhalb von iTunes auf den Rechner kopieren – andersherum ist das nicht möglich.

Der neue Anschluss Lightning  fürs Datenkabel macht bei vorhandenem Zubehör einen Adapter nötig.
Der neue Anschluss Lightning fürs Datenkabel macht bei vorhandenem Zubehör einen Adapter nötig. ©

Ein bisschen mehr Offenheit und Transparenz wären durchaus wünschenswert. Das Zusammenspiel aus iPhone, iOS und allen integrierten Apple-Diensten klappt aber reibungslos – und das ist das Erfolgsgeheimnis des Gesamtkunstwerks iPhone.

iOS 6: Das iPhone navigiert, ein bisschen

Mit dem iPhone 5 ging die neue Betriebssystemversion iOS 6 an den Start. Optisch hat sich nicht viel getan, Apple setzt weiterhin auf das eher statische, dafür aber sehr übersichtliche App-Menü. Alle installierten Anwendungen sind in einer Gitterstruktur gelistet; sie lassen sich in Ordnern thematisch zusammenfassen und in beliebiger Reihenfolge organisieren.

iOS 6: Die iPhone-5-Software in Aktion

Von Android abgeschaut hat sich Apple die im oberen Bildschirmbereich ausziehbare Statusleiste. Die hat mit dem iOS 5 auf seinen iPhones eingeführt. iOS listet hier verpasste oder anstehende Ereignisse wie Anrufe, Nachrichten oder Meetings, aber auch aktuelle Aktienkurse und Wetterinfos übersichtlich und chronologisch.

In iOS 6 hat Apple einen eigenen Kartendienst inklusive Offboard-Navi ins System integriert – und damit einen veritablen Fehlstart hingelegt. Das Kartenmaterial ist fehlerhaft, Sonderziele sind nicht aktuell und die Satellitenansichten lückenhaft. Die Navigation selbst funktioniert insgesamt zwar ordentlich, der große Wurf ist Apple mit seinen neuen Karten aber zumindest vom Start weg nicht gelungen.

Die Apple-Navigation im Test

Langfristig geht der Trend sowohl bei Smartphones langsam aber sicher weg von der reinen Touchscreen-Bedienung, hin zu mehr Sprach- und Gestensteuerung. Den Anfang hat Apple im Zuge von iOS5 ausgereiften Sprachsteuerung Siri gemacht. Siri kann beispielsweise die Bundesliga-Ergebnisse des letzten Spieltages ansagen, Nachrichten und den Wetterbericht vorlesen und Restaurants in der näheren Umgebung nicht nur suchen, sondern dort auch gleich einen Tisch reservieren, sofern das Lokal die Onlinebuchung anbietet.

Labormessungen: Gute Ausdauer, mäßiger Empfang

Die Akkukapazität des iPhone 5 haben wir mit 1479 mAh ermittelt; die Ausdauer bei Dauerbenutzung liegt bei knapp fünf Stunden. Das ist ein sehr guter, wenn auch kein überragender Wert. Am Ende eines arbeitsintensiven Tages verlangt das iPhone sehr wahrscheinlich nach frischer Energie.

Schritt für Schritt: Die wichtigsten Einstellungen fürs iPhone 5

Nicht überzeugen konnte das iPhone in Sachen Sende- und Empfangsqualität. Im UMTS-Netz schneidet es mit nur 18 von 30 möglichen Punkten denkbar schwach ab. Beim GSM-Empfang sind es 22 von 30 Punkten - ein akzeptabler Wert. Gut ist dagegen der Klang beim Telefonieren. Auch bei Straßenlärm geht der Klang noch in Ordnung, in der Kneipe wird’s schon heikel.

Fazit: Das Gesamtpaket stimmt

Wer ein Highend-Smartphone sucht, das sich auch noch bequem mit einer Hand bedienen lässt, findet im Moment nichts besseres. In der Bestenliste schiebt sich das iPhone 5 auf Platz 3 und bietet damit den Android-Geräten mit Riesen-Displays paroli, die aufgrund ihrer Größe auch immer einen großen Akku mitbrigen. Klar: Auch das iPhone 5 ist teilweise eingeschränkt und an manchen Stellen ist die Konkurrenz technisch überlegen. Doch kein Smartphone lässt sich besser bedienen und bietet ein so stimmiges Gesamtpaket..

 
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Inhalt
  1. Apple iPhone 5 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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