Testbericht

Apple MacBook Pro mit Retina-Display im Test

Auf den ersten Blick nur schlanker, auf den zweiten vor allem schärfer. Aber nicht alles beim neuen MacBook Pro mit Retina-Display ist besser.

  1. Apple MacBook Pro mit Retina-Display im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Mac Book Pro 10,1  Retina

© Apple

Mac Book Pro 10,1 Retina

Pro

  • ansprechende Optik
  • geringes Gewicht
  • gestochen scharfe Bilder

Contra

  • nicht ausbaufähige Ausstattung
86,8%

Um mit den Haken zu beginnen: Im neuen MacBook Pro, das mit 18 Millimetern mehr als einen halben Zentimeter schlanker ist als sein Vorgänger, gibt es kein rotierendes Laufwerk mehr. Dabei war das Laufwerk einer der wesentlichen Pluspunkte gegenüber dem charmanten, aber technisch unterlegenen MacBook Air, das mehr mit seinem außergewöhnlichen Design punktete.

Apple, dessen ehemaliger Kopf Steve Jobs das Prinzip "form follows function" hochhielt, spricht hier von einer mutigen Entscheidung zugunsten eines geringeren Gewichts und noch flacheren Designs. Auch der Ethernet-Anschluss fiel der Schlankheitskur zum Opfer, ebenso wie die Firewire-Schnittstelle, die ihren Geschwindigkeitsvorteil durch den Einzug von USB 3.0 bei Apple allerdings ohnehin verloren hatte.

Display: Retina-Auflösung

Zu den Verbesserungen: Das Notebook besitzt nun ein Retina-Display. Das Display stellt mehr Pixel dar, als das menschliche Auge wahrnehmen kann, und sorgt so für gestochen scharfe Bilder. Apple setzt diesen unwahrscheinlich brillanten Screen bereits in den iPhone-Modellen 4 und 4S ein sowie auf dem iPad 3.

Allerdings: Mit einer Auflösung von 2880 x 1800 Bildpunkten würden Icons und Schriften auf dem 15-Zoll-Screen des Retina-MacBooks sehr klein erscheinen (den 17-Zöller gibt's nicht mehr). Deshalb kann das Betriebssystem alle Elemente auf eine fürs Arbeiten geeignete Größe hochskalieren.

Derzeit dürften vor allem einzelne Grafikprogramme und Spiele von der massiv erhöhten Auflösung profitieren. Bei anderen Anwendungen werden jeweils vier Retina-Pixel zu einem Pixel des Programms zusammengefasst, um sie auf diesem Weg auf die geeignete Größe zu bringen. Dank der Technologie In-Plane-Switching (IPS), die einen Betrachtungswinkel von bis zu 178 Grad ohne auffallende Farbverschiebungen ermöglicht, kann sich getrost auch eine kleine Gruppe vor dem gleichmäßig gut ausgeleuchteten Bildschirm versammeln. Weniger effektiv zeigt sich die Verschmelzung des Displays mit der üblicherweise noch vor diesem sitzenden Glasscheibe zu einem einzigen Bauteil.

Kaufberatung: Netbook, Ultrabook oder Tablet?

Das Verfahren mag sich positiv auf das Gewicht ausgewirkt haben, die angestrebte verminderte Spiegelung fällt jedoch nur gering aus. Eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorgänger können wir jedoch bestätigen.

MacBook Pro 10,1  Retina

© Apple

Neue Grafikkarte: Nvidia GeForce GT 650M

Befeuert wird das Retina-Display von der neuen Grafikkarte Nvidia GeForce GT 650M. Wie bei allen Notebooks, in denen zusätzlich zu Intels Chipsatzgrafik eine Grafikkarte zum Einsatz kommt, schaltet das System automatisch auf die dedizierte Grafik um, sobald eine höhere Leistung für die Darstellung von Bildern und Filmen benötigt wird.

Im Normalfall jedoch arbeitet die zum Chipset gehörende Grafikeinheit Intel HD Graphics 4000 mit deutlich weniger Energie und schont damit den Akku. Bei unseren Grafik- und Performance-Tests stellte das MacBook Pro mit Retina-Display alle anderen Notebooks der connect-Bestenliste in den Schatten.

Allerdings kommt der Vergleich zu deren mit bis zu 1,9 Gigahertz getakteten Dual-Core-Prozessoren der viel zitierten Gegenüberstellung von Äpfeln und Birnen gleich, denn im neuen MacBook Pro arbeitet gleich ein I7-Quad-Core-Prozessor im 2,3-Gigahertz-Takt.

Ausstattung: Nicht ausbaufähig

MacBook Pro 10,1  Retina

© Apple

Zweifellos muss auch dieser Prozessor gekühlt werden, doch vom Lüfter ist so gut wie nichts zu hören, selbst dann nicht, wenn er richtig zu tun hat. Das liegt an der neuen Architektur des Lüfters, den Apple ebenso wie Lautsprecher und Mikrofone eigens für die neue Bauform konzipiert hat.

Die auf geringsten Platzbedarf ausbalancierten Innovationen im neuen MacBook Pro haben ihren Preis. So steht es um nachträgliche RAM-Erweiterungen generell schlecht. Man sollte sich also gut überlegen, ob man 8 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher braucht.

Entscheiden muss man sich auch beim Datenspeicher: Unser Testgerät besaß 256 GB Flash-Speicher, die höher getaktete Modellvariante bringt 512 GB oder - zum stolzen Aufpreis von 500 Euro - 768 GB mit.

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Alle neuen Retina-Modelle präsentieren sich mit den gleichen Schnittstellen links und rechts: Den bei Apple erstmals in einem Notebook verbauten USB-3.0-Slot mit dauerhafter Lade-Unterstützung gibt es gleich zweimal, ebenso wie den Datenturbo Thunderbolt mit der gigantischen Übertragungsrate von bis zu 5 GB pro Sekunde; über ihn lassen sich per Adapter auch mehrere Monitore anschließen.

HDMI liegt in Standardgröße vor, der SD-Slot ist geblieben. Ein Headset-Anschluss ersetzt die früheren Audio-Ein- und Ausgänge. Wer ein Ladegerät für den Magsafe-Stromanschluss besitzt, hat Pech - es passt nicht zum neuen, schmaleren Anschluss.

Fazit: Außen top, innen auch

Die Erscheinung des anmutigen Unibody-Gehäuses aus Aluminium gilt als unübertroffen. Ohne Laufwerk mit reduziertem Gewicht hat sich das MacBook Pro Retina äußerlich dem smarteren MacBook Air genähert. Innerlich bleibt das Pro das Leistungsfähigere, nun noch geadelt mit dem am höchsten auflösenden Display, das es derzeit auf dem Notebook-Markt gibt.

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