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Apple Macbook Air 13 im Test

Rasantes Booten, gigantische Ausdauer, todschickes Design: Apple präsentiert das Macbook Air. Wir haben das neue Notebook-Modell des iPhone-Herstellers getestet.

Apple - MacBookAir13

© Apple

Apple - MacBookAir13

Pro

  • perfekt verarbeitet
  • enorm hohe Akkulaufzeit von zwölf Stunden
  • lautloser Betrieb selbst im Stresstest
  • extrem schneller SSD-Speicher
  • ordentliche Grafikleistung

Contra

  • Prozessorleistung im Grundmodell eher mäßig
  • Arbeitsspeicher nicht wechselbar
Hervorragend

"There ist something in the air", verkündete Apple-Gründer Steve Jobs vielsagend, als er 2008 das erste Macbook Air auf einer seiner berühmten Keynote-Ansprachen aus einem Briefumschlag zog.

Und er hatte wie so oft recht: Das Macbook Air war nicht nur lange Zeit das dünnste Notebook der Welt, sondern begründete auch eine komplett neue Produktkategorie - nämlich die der Ultrabooks, wie die Pendants aus der PC-Welt vom Chiphersteller Intel genannt werden. Diese Notebooks sind leicht, schick und flach bei gleichzeitig hoher Leistung.

Die anderen haben aufgeholt

War das erste Macbook Air mit einem Einstiegspreis von 1700 Euro noch eindeutig in der Premiumklasse angesiedelt, so ist das neue Modell mit 1099 Euro mit 13-Zoll- Screen und 999 Euro mit 11-Zoll-Monitor sogar das derzeit günstigste Notebook aus dem Hause Apple. Das ehemalige Einstiegs-Macbook aus Kunststoff vermisst da höchstwahrscheinlich niemand.

Doch in den vergangenen Jahren haben die PC-Konkurrenten Schritt für Schritt aufgeholt. Dass hierbei allzu oft das Macbook Air Modell gestanden hat, sieht man vielen Ultrabooks zwar auf den ersten Blick an - trotzdem muss man anerkennen, dass sie den technologischen Vorsprung, den Apple einmal hatte, nahezu aufgeholt haben und vor allem in Sachen Preis punkten können. Kann Apple dieser Konkurrenz also weiterhin Paroli bieten?

Um es vorwegzunehmen: Apple kann. Zwar bekam das neue Air nicht - wie aus den Gerüchteküchen vermeldet und von vielen Fans erhofft - ein hochauflösendes Retina-Display verpasst, doch seine Neuerungen lassen auch so aufhorchen und machen den Silberling zu einem überragenden Gesamtpaket aus Leistung, Verarbeitung und Design.

Apple - MacBook Air

© Apple

Zwölf Stunden Ausdauer

Der erste Streich ist die versprochene Akkulaufzeit von zwölf Stunden. Nochmal zum Mitschreiben: zwölf Stunden! Das sind schon iPad-Regionen, in die das Macbook Air hier vordringt - und in der Praxis wird dieses Versprechen auch eingelöst. Apple kündigt sogar zehn Stunden Videowiedergabe an, und auch diese Angabe können wir nach unseren Tests bestätigen.

Zum Vergleich: Das erste Macbook Air kam 2008 auf eine Akkulaufzeit von fünf Stunden, was für einen vollintegrierten Akku damals eine Sensation war. Der Akku mit einer Kapazität von 7400 Milliamperestunden füllt das Gehäuse wie gehabt zu etwa zwei Dritteln.

Ermöglicht wird dieser Quantensprung in puncto Ausdauer vor allem durch die neuen Intel-Prozessoren der Haswell-Generation. In unserem Testgerät, einem 13-Zoll-Air in Standardausführung, arbeitet ein i5-4250U, der mit einem maximalen Energieverbrauch (TDP) von 15 Watt zu den besonders energiesparenden ULV Prozessoren (Ultra Low Voltage) gehört und mit 1,3 Gigahertz getaktet ist (im Turbo-Boost sind es dann 2,6 GHz). Zwei echte Kerne werden hierbei von zwei virtuellen Kernen flankiert (Hyperthreading), sodass selbst bei sehr hoher Auslastung mit mehreren parallel laufenden Programmen das System weiterhin flüssig und ansprechbar bleiben sollte.

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Apple - MacBook Air 13
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Zwischen diesen beiden Macbooks liegen fünf Jahre: Links das neue Macbook Air, das einer Dicke von 3 bis 17 Millimetern zwar keine neuen Maßstäbe…

 

Wie schnell muss es sein?

Doch genügen die 1,3 GHz der Standardausführung auch für anspruchsvolle Rechenaufgaben? Niedrige Gigahertzwerte sagen eigentlich nur wenig über die tatsächliche Leistungsfähigkeit aus - Intel hat seine Energiespar-Prozessoren ordentlich auf Leistung getrimmt.

Das Macbook Air kann sich im eher prozessorlastigen Geekbench jedoch nicht von seinem Vorgängermodell absetzen und verharrt bei rund 6060 Punkten. Es ist damit etwa 10 Prozent langsamer als ein Macbook Pro mit 13-Zoll-Retina-Display von Ende 2012 oder als der mittlere Mac mini aus dem Jahr 2011. Wer mehr Rechenleistung braucht, greift zum 150 Euro teureren i7-Prozessor, der mit 7200 Punkten die Vergleichsgeräte deklassiert. Herrscht leistungsmäßig also Stillstand? Oder wurde der Rechner zugunsten werbewirksamer Akkulaufzeiten kastriert?

Nein, der Fortschritt ist außer am geringen Energieverbrauch auch an anderer Stelle ablesbar: Im neuen i5-Prozessor sitzt der HD5000-Grafikchip, der gegenüber dem HD4000 im Vorgänger nochmal eine Schippe drauflegt und bis zu 40 Prozent mehr Leistung bietet - auch im Vergleich mit dem erwähnten Macbook Pro mit 13-Zoll Retina-Display.

Damit kommt die integrierte Grafiklösung schon im kleinsten Macbook Air fast an die Leistung externer Grafikchips heran: Der aktuelle iMac liegt in kleinster Konfiguration zwar nochmals um etwa 45 Prozent vorne, aber die Radeon-6330-Grafikkarte im Mac mini von 2011 hat das Macbook Air erreicht; den mini von 2012 sowieso, denn der arbeitet mit dem angesprochenen HD4000-Chip. Wir sind gespannt, ob Apple in anderen Modellen künftig auch den noch schnelleren HD5200-Grafikchip von Intel einsetzt - der dürfte das Ganze nochmals toppen.

Ideal für unterwegs

Sicher, unterwegs dürfte die Grafikleistung eher nebensächlich sein, auch wenn man mit dem neuen Air sogar ganz ordentlich spielen kann. Wichtiger beim mobilen Einsatz sind zackiges Booten, schneller Dateizugriff und eine robuste Bauweise.

Apple hat beim Macbook Air schon früh auf SSDs gesetzt und zum Verdruss vieler Selbstschrauber auch seit dem letzten Modell auf integrierte SATA Module, die nicht mehr dem 2,5-Zoll-Standardformat entsprechen. Diesen Weg geht Apple weiter, und zwar radikal: Die SSDs werden fortan direkt an den PCI Express-Bus angebunden und erreichten in unserem Test ein Lesetempo von 724 Megabyte pro Sekunde. Sie sind also fast doppelt so schnell wie herkömmliche SSDs.

Bootet in 10 Sekunden

Und das merkt man deutlich. Das Macbook Air bootet in 10 Sekunden - wenn man es denn will. Schließlich ist der Akku so gut, dass es meist gar nicht mehr nötig ist, den Rechner herunterzufahren. Macbook zuklappen, woanders wieder aufklappen - zack, das System ist da. Als wär's ein iPad!

Auch das neue WLAN-ac-Modul hat überzeugt: Im Heimnetzwerk erreichten wir mit einem NAS-System von Synology Datenraten von 45 Megabyte pro Sekunde. Alles greift hier sauber ineinander.

Und so stellt sich beim Arbeiten schnell das extrem angenehme Gefühl ein, ein kompaktes Stück Technik zu benutzen, das exakt auf sein Einsatzgebiet ausgelegt ist - ein Gerät aus einem Guss. Das fängt beim wie immer perfekt verarbeiteten Gehäuse an und geht über die technischen Daten bis zum hervorragenden Display. Retina für unterwegs? Wir haben es nicht vermisst.

Apple - MacBook Air

© Apple

Einzig der fest verlötete Arbeitsspeicher stößt uns negativ auf: Im Standardmodell sind nur 4 Gigabyte verbaut, die je nach Anwendung schon etwas knapp werden können. Mountain Lion fühlt sich mit 8 Gigabyte einfach wohler. Die 100 Euro Aufpreis sollte man also besser investieren, denn Nachrüsten geht hier nicht. Anders in Sachen SSD: Hier dürften passende Module zum Nachrüsten wie beim Vorgängermodell bereits in einigen Monaten verfügbar sein.

So sollte ein Notebook sein 

Was uns schließlich zu unserer Kaufempfehlung führt: Nehmen Sie das Standardmodell mit 128-Gigabyte-SSD, für 100 Euro die 8 GB RAM dazu, und je nach geplantem Einsatzgebiet noch den i7-Prozessor für 150 Euro.

Damit ist das Macbook Air dann ein ultramobiles Notebook, das strikt auf die Belange für unterwegs ausgerichtet wurde, aber ordentlich Leistung bietet. So sollte ein Notebook heutzutage sein!

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