Wireless DAC - Netzwerkstreamer

Arcam airDAC im Test

Der Arcam airDAC will nicht nur ein kompakter, gut klingender D/A-Wandler sein. Mit AirPlay will er sich auch drahtlose Programmquellen erschließen.

Arcam airDAC

© Arcam

airDAC: technisch hochwertiger D/A-Wandler von Arcam
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EUR 489,00

Pro

  • gute Verarbeitung
  • technisch hochwertig
  • äußerst konnektiver D/A-Wandler
  • lebendiger, luftiger Klang
  • reiche Ausstattung

Contra

  • völlig unzureichende Bedienungsanleitung

Fazit

stereoplay Testurteil Klang: abs. Spitzenkl., 62/61/60 Punkte; Gesamturteil: gut - sehr gut, 77 Punkte

Der Arcam airDAC ist ein externer D/A-Wandler, der digitale Musik, zugespielt über einen Koax- oder einen Opto-Eingang, ins Analoge transferiert und via Hochpegel-Line-Ausgang an einen Pre-Amp oder Vollverstärker ausgibt. Dank AirPlay kann der Arcam zudem von entsprechend ausgestatteten (Mobil-)Geräten Musik auf die HiFi-Anlage streamen.

Wozu aber dann noch der Netzwerk-Eingang? Zum Konfigurieren, erfährt man in der achtsprachig abgefassten Schnellstart-Einleitung; eine ausführliche Bedienungsanleitung gibt es allerdings nicht. Dazu bringt der airDAC ein sogenanntes Web-Interface mit, sodass sich alle Einstellungen via Internet-Browser vornehmen lassen. Dumm ist nur, dass die in der Schnellstart-Anleitung angegebene Adresse nicht funktioniert – mit der Fehlermeldung „Server-Verbindung unterbrochen“ im Browser. Vielleicht hilft ein Reset. Also folgen wir den Vorgaben der Schnellstart-Anleitung: Gerät abschalten und bei gedrücktem Reset-Knopf wieder einschalten und zehn Sekunden warten. Dann hoffnungsvoll den Reset-Taster loslassen – die Fehlermeldung kommt immer noch. Und was machen wir jetzt?

Bei der AVM FRITZ!Box gibt es die Möglichkeit, sich die im Heimnetzwerk tummelnden Geräte im Browser anzeigen zu lassen. Das ist die Rettung: Der Arcam airDAC ist hier aufgelistet, und mit einem Klick erscheint tatsächlich sein Web-Interface. Unter einer anderen IP-Adresse, versteht sich. Wie gut, dass die AVM FRITZ!Box einen solchen Service bietet.

Arcam airDAC Anschlüsse

© Arcam

Für einen DAC dieser Preisklasse zeigt sich der Arcam airDAC ungewöhnlich konnektiv mit koaxialem, optischem und Netzwerk-Eingang. Zudem kann er im AP-Modus sein eigenes WLAN-Netzwerk erstellen oder via AirPlay von Mobilgeräten streamen. Zusätzlich zum Analog- gibt es einen Digitalausgang.

Doch so richtig schlau macht auch das Web-Interface nicht: Wie schaltet man beispielsweise um zwischen optischem und koaxialem Eingang? Nach einigem Stöbern findet sich die Lösung zum Ausklang der Schnellstart-Anleitung: Der Arcam airDAC hat eine automatische Eingangswahl und schaltet je nach aktiver Quelle auf den entsprechenden Eingang mit Prioritätsfolge AirPlay-koaxial-optisch.

Wie es sich für einen anständigen Test gehört, will der mit aktueller Firmware durchgeführt werden. Dazu gibt es sogar eine entsprechende Firmware-Update-Schaltfläche im airDAC-Web-Interface: Leider erfolgt keine automatische Suche, wie man es mittlerweile gewohnt ist. Stattdessen kommt die Frage, wo das entsprechende Firmware-Update-File auf dem Rechner gespeichert wurde. Das heißt also: Nachschauen auf der Arcam-Homepage, die immerhin recht ordentlich übersetzt ist. Von Firmware-Updates fehlt aber jede Spur.

Dafür findet sich auf der Arcam-Homepage noch der Hinweis auf die kostenlose iOS-App Songbook. Genau das Richtige, um ein paar interessante Screenshots fürs Heft zu machen. Doch daraus wird nichts: Zunächst mal heißt es im iTunes Store „Artikel nur im amerikanischen iTunes-Store erhältlich“. Dort angelangt, erscheint dann jedoch die Meldung „Currently not available.“ Wozu braucht man denn auch eine UPnP-taugliche iOS-App, wenn es doch ohnehin mit AirPlay geht? Ach so: AirPlay ist ja auf 24-Bit/48-kHz-Wiedergabe beschränkt.

Es bleiben aber immer noch drei Dinge ungeklärt, die im Werbe-Flyer zum Arcam airDAC hervorgehoben werden. Da wäre zunächst die Option „ für „Access Point“ steht. Und wie funktioniert das? Bei aktiviertem AP-Mode braucht man weder Computer noch Netzwerk- Router, denn der Arcam ist dann selbst einer. Das heißt: Er empfängt die Musik direkt via WLAN von einem Smartphone oder Tablet und gibt sie, ins Analoge konvertiert, an den Verstärker aus – sozusagen Air- Play für alle. Eigentlich ganz einfach, nur sollte dieser Vorgang in der Bedienungsanleitung für weniger IT-Bewanderte zumindest ansatzweise beschrieben sein.AP-Mode“, wobei das Kürzel für „Access Point“ steht. Und wie funktioniert das? Bei aktiviertem AP-Mode braucht man weder Computer noch Netzwerk- Router, denn der Arcam ist dann selbst einer. Das heißt: Er empfängt die Musik direkt via WLAN von einem Smartphone oder Tablet und gibt sie, ins Analoge konvertiert, an den Verstärker aus – sozusagen Air- Play für alle. Eigentlich ganz einfach, nur sollte dieser Vorgang in der Bedienungsanleitung für weniger IT-Bewanderte zumindest ansatzweise beschrieben sein.

Arcam AirDAC Verarbeitung

© Arcam

Der Wandler Arcam AirDAC von innen betrachtet.

Gleiches gilt für die Wiedergabe via UPnP-Netzwerk. Kein Wort in der Anleitung, was man dazu braucht oder wie man vorgeht, um den Arcam airDAC als Renderer zu definieren. In unserem UPnP-Twonky-Server tauchte der Arcam als Renderer jedenfalls nicht auf.

Unklarheit herrscht auch bei den maximal verarbeiteten Abtastraten: Während der Werbeflyer im Intro von 24-Bit/192- kHz-Auflösung spricht, geben die technischen Daten wenig später eine Abtastrate von maximal 96 Kilohertz an. Der Funktionstest bewies jedoch: Er kann 192 Kilohertz wandeln.

So könnte der Arcam airDAC fürwahr ein feines Gerät sein. Seine Hardware bringt jedenfalls die besten Voraussetzungen mit: Mit dem Wolfson WM 8804 besitzt er eine stabile, Jitter-arme PLL-Schaltung, die den guten D/A-Wandlerchip PCM 5102 (der sogar 384 Kilohertz verarbeiten könnte) taktet – ein prima Gespann.

Lebendiger, luftiger Klang

Im Hörtest schlug sich der Arcam denn auch sehr gut: Im Vergleich zum in dieser Klasse sehr geschätzten AMI Musik DDH-1 gab sich der airDAC ein wenig freier, während der AMI insgesamt eine Spur druckvoller und mit geringfügig mehr Impact aufspielte.

Sehr schön gelang dem air- DAC auch die Wiedergabe via AirPlay: Es war schon erstaunlich, wie luftig selbst AACkomprimierte Musik von einem iPhone klingen kann.

Alles in allem wird der Arcam airDAC seinen audiophilen Ansprüchen also durchaus gerecht. Die Freude an ihm wird jedoch reichlich getrübt durch die viel zu kurz gehaltene Bedienungsanleitung, die gerade mal das Allernotwendigste vermittelt und damit wenig Netzwerk- affine Nutzer vollkommen im Stich lässt.

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