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Audi connect Audi A3: MMI Navigation Plus im Test

von  
Audi A3
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Internet und Kommunikation während der Fahrt? Im neuen A3 Sportback soll das dank dem überarbeiteten MMI-System und „Audi connect“ besonders einfach sein. Wir haben’s ausprobiert.

Audi A3

  • +tolle optische und haptische Qualität
  • +RSS-Feeds individuell konfigurierbar
  • +sehr gute Sprachsteuerung inklusive SMS-Diktierfunktion
  • -sehr hoher Preis
  • -kein Bluetooth-­Tethering
  • -keine zwei Handys verwendbar
  • -Social-Media-Apps umständlich
  • -unzuverlässige Staumeldungen

Der Urahn aller mobilen Kommunikationssysteme ist das Autotelefon. Wie massiv es sich in den letzten 50 Jahren verändert hat, zeigt sich im Vergleich mit dem neuesten MMI Navigationssystem Plus und den Onlinediensten „Audi connect“ im Audi A3 Sportback. Inklusive aller nötigen Optionen kostet das Gesamtsystem die Kleinigkeit von 3560 Euro – sorgt mit seinen Qualitäten aber nicht nur bei Laien für offene Münder.  

Das MMI ist der Chef im Audi 

Doch zunächst zum Aufbau: Auf Expe­rimente in Sachen Smartphone-Integration oder auf ferngesteuerte Apps lässt sich Audi nicht ein. Das MMI ist die zentrale Intelligenz im A3, die alle Anwendungen im Griff hat – von der Navigation über die Medienwiedergabe bis hin zur Kommunikation.

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Das Smartphone darf hier einfach nur Telefon sein. Für die flüssige Funktion sorgt der Doppelkernprozessor Nvidia Tegra 2 mit 1,2 Gigahertz, für die Grafikdarstellung sind die Spezialisten von Rightware zuständig – und dank Steckmodulen ist das alles auch noch aufrüstbar. 

Viel beeindruckender als die technischen Daten ist aber das Look and Feel des Systems, das neue Maßstäbe setzt mit seinem kreisrunden Hauptmenü und der in Echtzeit angezeigten kleinen Vorschau der jeweiligen Funktion. Die Grafik im Audi ist der Hammer. 

Riesiger Funktionsumfang

Auch an Features lässt es das MMI nicht fehlen: Telefonanbindung mit eigener SIM-Karte oder per Bluetooth, 10 Gigabyte Speicher für Musik, Naviga­tion mit Live-Staudienst und Google-Earth-Darstellung, WLAN-Hotspot, USB-Anschluss und zwei SD-Steckplätze.

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Dazu kommt der Onlinedienst „Audi connect“, der neben Reiseinformationen und im Internet konfigurierbaren RSS-Newsfeeds auch den Zugang zu Facebook und Twitter herstellen kann. 

Ein weiteres Highlight ist die neue Diktierfunktion, mit der man SMS-Nachrichten komplett per Sprache eingeben kann – das klappte im Test hervorragend. Die Antworten liest das System wie alle anderen Infos auf Wunsch auch vor. 

Audi A3 Navigationssystem

Internet und Kommunikation während der Fahrt? Im neuen A3 Sportback soll das dank dem überarbeiteten MMI-System und „Audi connect“ besonders einfach sein.

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Wenig flexibler Internetzugang

Kleine Probleme bereitet der Internetzugang, den das Audi-System ausschließlich über das integrierte 3G-Modem nebst SIM-Kartenleser im Handschuhfach herstellt – Blue­tooth-Tethering ist nicht möglich.

Wer dennoch sein Bluetooth-Handy mit der Anlage verbindet, um über dieselbe Nummer erreichbar zu sein, muss während dieser Zeit auf die Internetdienste verzichten, der Parallelbetrieb klappt nicht. 

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Man kann noch nicht einmal umschalten: Entweder man muss das Bluetooth-Handy abmelden oder die SIM-Karte im Handschuhfach auswerfen. Die Variante „Prepaid-Karte fürs Internet im Handschuhfach, telefonieren über das normale Handy“ lässt sich hier also nur sehr umständlich umsetzen, zumal immer nur das Adressbuch des jeweils aktiven Telefons zugänglich ist.

Das Adressbuch kann man glücklicherweise über einen USB-Stick hin- und herkopieren. Richtig vernünftig lässt sich das System aber nur mit einer Multi-SIM nutzen. 

Alle Dienste werden praktischerweise auf einer Webseite konfiguriert, auch die Logins für Facebook und Twitter. Im Auto genügt dann die Eingabe des zentralen Audi-connect-Accounts – und man ist drin. Für Facebook-Junkies eine wahre Wohltat, müssen sie doch mal nicht im Auto auf dem Smartphone tippen. 

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Umständlich jedoch: Für jeden einzelnen Post von Facebook oder Twitter muss man ständig und viel am griffigen Controller drehen, drücken und auch warten. Die Nachrichten werden nicht gepuffert, sondern jede wird einzeln geladen, was mit der Zeit nervt.

Auch wünschen wir uns eine Vorlesefunktion, die alle Posts auf einmal von oben nach unten liest, möglicherweise mit der Option, per Sprache „Weiter“ oder „Stopp“ kommandieren zu können. Da besteht Optimierungsbedarf.

Navigation mit Schwächen

Merkwürdigerweise zeigte auch das Navigationssystem – nomalerweise eine Audi-Domäne – leichte Schwächen. So stolperten wir auf unseren Testfahrten sporadisch über umständliche Routenführungen, dazu ertönten hin und wieder überflüssige Ansagen.

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Und auch die Qualität der Staumeldungen hat sich seit un­serem letzten großen Test vor rund einem Jahr nicht nennenswert verbessert: Einige Male war der gemeldete Stau schon längst wieder verschwunden, während das MMI in anderen Fällen freie Fahrt verkündete, obwohl es nur im Kriechgang vorwärtsging.

Auch die Stauverarbeitung ist weiterhin verbesserungswürdig; es fehlt eine Übersicht zur aktuellen Route und zur genauen Lage der Staus inklusive der zu erwartenden Verzögerung. Da auch der Benzinpreisdienst zum Teil bis zu 30 oder 40 Stunden alte Daten anzeigte, konnten wir in Bezug auf diese ­Angebote nicht dieselbe Euphorie entwickeln wie bei der Grafik und der Hardware des MMI.

Fazit: Insgesamt beeindruckend

Auch wenn im Detail ganz offensichtlich noch der Feinschliff fehlt: Das Audi MMI beeindruckt und wirkt neben seinem Vorfahr, dem Autotelefon, wie ein Raumschiff neben einem Stocherkahn. 

 
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