Vollverstärker

Audreal PA-M im Test

Für einen Class-A-Vollverstärker ist der Audreal PA-M durchaus günstig. Kann er dennoch dem Leistungsanspruch gerecht werden?

Audreal, PA-M

© Audreal

Audreal, PA-M

Pro

  • extrem sanfter, anheimelnder, vor allem für Stimmen idealer Klang

Contra

  • Totalabneigung gegen höhere Pegel und/oder kritische Lautpsrecher

Fazit

Es nützt alles nichts: Ein wirklich guter Transistorverstärker bietet im gewissen Spielraum nicht nur Class A, sondern auch gebührend Saft und Kraft. Mit dem in jeder Weise fantastischen A 600 E bietet Audreal/Xindak für immer noch günstige 4.000 Euro das ideale Beispiel dafür.

Der Class-A-Verstärker PA-M von Audreal/Xindak kostet nur rund 2000 Euro und bringt zwei wunderschöne Zeigerinstrumente mit. Damit lernt der HiFi-Freund ganz nebenbei mit Dezibels zu kalkulieren. Siehe da: Der Unterschied zwischen 30 und 240 Watt macht nur lausige 9 Dezibel aus! Jetzt stutzen wir aber zwei Mal, weil der 18,5-Kilo-Verstärker diese Leistung (beziehungsweise die tatsächlich gemessene Spannung an 8 Ohm) wohl nur im Wunderfall abliefern kann.

Die fingerdicke und fein gebürstete Frontplatte nimmt neben Fernbedien-Empfangs- und Leucht-Dioden vier Linsentipper auf. Aha, beim Druck auf "Display" etwas dunkler, bei Vol+ und Vol- treten die Instrumente als Regel-Anzeiger auf. Schließlich hilft Input von Line 1 zu Line 2 zu Balanced-In zu rotieren.

Audreal, PA-M

© J. Bauer, MPS, Archiv

High-End fürs Volk: Der USB-Eingang arbeitet einem Multi-IC zu, das nur Takte bis 48 Kilohertz akzeptiert. Die XLR-Kost wird von 5532-Chips angenommen.

Zu alledem steht auch noch ein USB-Digitaleingang zur Verfügung, der aber nur kleine Bit- und Datenraten sehen will und somit eher nur Probierzwecken dienen kann. Also zurück zum Eingemachten - mit dem der hierzulande unter dem Label Audreal vertriebene Amp wahrhaftig Eindruck schinden kann.

"Echtes Doppel-Mono" schnalzt der Kenner mit der Zunge, wenn er die zwei Ringkern- Trafos sieht. 4 x 6800 Mikrofarad auf der Hauptplatine plus 6x 6800 auf je einem Endstufen-Seitentrakt: Pro Kanal rechnet er 680000, also eine für die Preisklasse gigantische Speicher-Kapazität zusammen. Mit einem Seitenblick nimmt er wahr, dass auch den Vorstufen genügend Reserve zur Verfügung steht.

Die genauere Prüfung fördert auch nur Positives zu Tage. Etwa, dass der Amp zunächst mit röhrenähnlichen Feldeffektlern verstärkt, eine schnelle Strom-Rückkopplungsschleife benutzt und schließlich mit summa summarum acht kräftigen Gegentakt-Transistorpaaren (Sanken C4468/A1695) Stromfakten schafft. Zwar finden Rechenfüchse heraus dass der reine Class-A-Betrieb bei +/- 24 Volt und 0,7 Volt Ruhestrom an 8 Ohm nur bis 8 Watt reicht und es darüber AB-artig weitergeht. In der Preisklasse reicht das aber immer noch für ein hochrespektables "immerhin"!

AUdreal; Alps-potentiometer

© J. Bauer, MPS, Archiv

Ohne Umschweife: Damit die Signale unmittelbar nach Empfang lautstärkegeregelt werden können, hat Xindak das Alps-Potentiometer - in jedem Fall motorbetrieben - direkt bei den Eingangs-Buchsen -Pufferstufen und Quellenwahl-Relais montiert.

Hörtest

Und für einen wunderbar fließenden, anheimelnden Klang. Mit Shelby Linn und ihrer relativ dezenten Begleitung legte der PA-M - vollmundig-innig, körperlichplastisch und im gemütlichen Studio - eine wunderbare Vorstellung hin. Selbst Creeks stets zum Schmusen aufgelegtes Musikgenie Destiny wirkte da eine ganze Ecke distanzierter und kühler. Um dann bei fast allen anderen CDs wieder an Land zu gewinnen.

O la la, heimste der Audreal oftmals zu Anfang der Titel Zuspruch ein, doch ging anschließend härter her, fühlten sich die Hörer schon hin- und hergerissen. Kaum dass ein Bass seine Frohnatur verkünden wollte, schenkte der Creek ihm den Spielraum, während der Class-A-Musterknabe ihn nach ein paar Anläufen resignieren ließ. Kurz: Für das Gros der Musik erwies sich der Engländer doch günstiger abgestimmt. Was den PA-M nicht kratzt, denn er lebt eben für den exquistiten Moment.

 

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