Testbericht

AV-Receiver Advance Acoustic EZY-7

Mit dem Advance Acoustic EZY-7 können Sie Ihre CDs auch mal im Schrank lassen - dank iPod-Dock hat der 600-Euro-Receiver das Zeug zum Musikserver.

  1. AV-Receiver Advance Acoustic EZY-7
  2. Datenblatt
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© Archiv

Während manche HiFi-Fans im iPod immer noch den Inbegriff der Datenreduktion - und mithin des kulturellen Niedergangs - sehen, handhabt Advance Acoustic die Angelegenheit undogmatisch: Der Hersteller baut einerseits klassisches Budget-High-End, wuchtige Amps und stattliche Player zu realistischen Preisen. Andererseits bot er mit der röhrenbestückten MIP-Station schon früh ein Edel-Dock an, das den Westentaschen-Musikserver zur vollwertigen HiFi-Komponente machte.

Der EZY-7 kombiniert nun Dock, Amp und RDS-Tuner in einem Gehäuse, das in seinen Abmessungen - abgesehen von dem nach vorne etwas herausragenden iPod-Balkon - exakt dem der kleinen Advance-Vollverstärker entspricht. Eine sinnvolle Balance zwischen geringem Platzverbrauch und seriösem HiFi. Wer schon mal einen CD-Player des französisch-chinesischen Herstellers von innen gesehen hat, gibt sofort zu, dass es sinnlos wäre, ihn auch noch integrieren zu wollen. Radio- und Dock-Elektronik brauchen dagegen nur ein paar zusätzliche Kubikzentimeter, zumal Advance auf die aufwendige Röhrenausgangsstufe des separaten Docks verzichtet hat.

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© Archiv

Der iPod läßt sich auch über das Bedienfeld am Verstärker steuern.

Die MIP-Station behält also ihre klangliche Spitzenstellung. Der iPod wächst dennoch auch im EZY-7 weit über seine ursprüngliche Bestimmung hinaus: Wer den Taschenspieler nur mit Kopf- oder gar Knopfhörern kennt, den erwartet eine klangliche Überraschung. Zumal der EZY-7 perfekt geeignet ist, den -musikalischen Horizont des Besitzers zu erweitern: Treffen sich mehrere Musikfans, kann jeder mit einem Handgriff Tausende von Platten aus der Hemdtasche zaubern - und "seine" Musik zum gemeinsamen Hörabend beisteuern. Dieses soziale Element, die Chance, dem eigenen Musikgeschmack neue Impulse zu geben, ist unbezahlbar und in Klangpunkten nicht messbar.

Knackiger Klang

Als reiner Musik-Spezialist verzichtet der EZY-7 auf einen Videoausgang. Eventuell auf dem iPod gespeicherte Filmchen sieht man also nur auf dem Pod-eigenen Display. Auch zum Stöbern in den Menüs des Miniplayers muss man sich in dessen Nähe bequemen - an den On-Screen-Komfort, den manche AV-Receiver in Verbindung mit entsprechenden Docks bieten, kommt der Franco-Chinese nicht heran. Dafür lässt er solche Lösungen klanglich weit hinter sich.

Der EZY-7 ist präzise genug abgestimmt, um den Unterschied zwischen verschiedenen Datenraten und Kompressions-Algorithmen hörbar zu machen. Er will aber doch erkennbar in erster Linie Spaß bereiten. Sein Dynamik-betonter, lebendiger, dabei räumlich eher kompakter Klang passt mehr zu Pop, Rock und Folk als zu klassischer Musik. Ob die Musik vom iPod oder von einem hochwertigen CD-Player kam, spielte dabei keine Rolle: Die präzise eingefangene Konzertsaal-Akustik etwa bei Boris Blachers Paganini-Variationen wirkte einfach noch suggestiver, noch müheloser begehbar, wenn statt des EZY-7 dessen reiner Verstärker-Bruder MAP-105 die Boxen antrieb. Mit extralebendig schnalzenden Gitarrensaiten und schwungvoller Percussion bot zwar auch der Dock-Receiver Vorzüge; nach HiFi-Maßstäben ausgewogener spielte aber der MAP-105. Wer auf das Radioteil keinen Wert legt (etwa, weil schon ein Tuner vorhanden ist), könnte sich also auch die insgesamt etwas höherwertige Kombination aus MIP-Station und MAP-105 anschaffen - die kostet aber zusammen immerhin 300 Euro mehr und braucht doppelt so viel Platz.  Dem Charme des EZY-7 tut diese Überlegung keinen Abbruch. Für Musikfans, die einen iPod besitzen, kann er der Grundstein einer Anlage sein, die lange mitwächst.

Fazit

Eigentlich müsste Apple diesen Dock-Receiver subventionieren: Selbst Menschen, die mit mobiler Musikwiedergabe überhaupt nichts am Hut haben, könnten durch den EZY-7 plötzlich Lust bekommen, sich einen iPod zuzulegen.

Advance Acoustic EZY-7

HerstellerAdvance Acoustic
Preis700.00 €
Wertung70.0 Punkte
Testverfahren1.0

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