Testbericht

AV-Receiver Denon AVR 2310

Denons neue Mittelklasse besetzt der AVR 2310 mit zahlreichen Neuerungen in Endstufen, Netzteil und Videotechnik. stereoplay testete, ob er seinen Vorgänger übertrumpfen kann.

  1. AV-Receiver Denon AVR 2310
  2. Datenblatt
AV-Receiver Denon AVR 2310

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AV-Receiver Denon AVR 2310

Gutes besser zu machen ist nicht einfach, wenn das Original einen hohen Reifegrad besitzt. Die Denon-Ingenieure mussten sich im Falle des Receivers AVR 2309 (Test 1/09) für den Nachfolger AVR 2310 schon mächtig was einfallen lassen. So überarbeiteten sie die Ergonomie genauso wie die Technik, ohne dabei typische Denon-Tugenden zu verletzen.

AV-Receiver Denon AVR 2310

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Das neugestaltete Denon-Menü erscheint jetzt bei jeder Videoauflösung und blendet sich angenehm sanft ein und wieder aus. Das Menü verwendet Englisch; Deutsch gibt es nicht. Logische Ordnung und Grafiken erlauben eine übersichtliche Bedienung. Default: Leider bieten nur wenige Geräte wie hier der AVR 2310 die Möglichkeit, verstellte Werte auf den Standard zurückzusetzen.

Die Handhabung erleichtert die verbesserte Fernbedienung mit neuer Tastenanordnung, und auf der Front hilft ein Cursorkreuz, komplexe Einstellungen selbst ohne Fernbedienung zu erledigen. Das neue, angenehm weich ein- und ausgeblendete Menü bleibt stets übersichtlich und erscheint nun in jeder Videoauflösung. Das ermöglicht die komplett neue Videoverarbeitung des AVR 2310, dessen Kern ein ABT-2010-Chip von Anchor Bay Technologies darstellt, der den noch immer guten, aber technisch mittlerweile rückständigen DCDi-Chipsatz von Faroudja ablöst. Der neue Videobaustein bietet 10- statt bislang 8-Bit-Processing, unter anderem die Möglichkeit NTSC-DVDs im ruckelfreien 1080p/24-Modus abzuspielen und eine effiziente, artefaktarme, weil adaptive Detail-Nachschärfung.

Die meiste Arbeit steckten die Entwickler in das verfeinerte Platinenlayout und die neu entwickelten Endstufen mit diskreten Treiber- und Leistungstransistoren sowie das daran angepasste Netzteil. Bewährte Features wie der vergleichsweise feine Phonoeingang, die Tunersektion und die Audyssey-Einmessautomatik mit Raumkorrektur blieben unangetastet. Hinzu kommt die Möglichkeit, per Dolby Pro Logic IIz zusätzliche, nach oben versetzte Frontkanäle anzusprechen.

Im Hörraum musste sich der Neuling dem bisherigen AVR 2309 und dem Landsmann Yamaha RX V 863 (Heft 01/09) stellen. Als erstes fiel auf, dass der AVR 2310 mit der seit Jahren unveränderten Denon-Klangphilosophie bricht, wenn auch nur vorsichtig. Das aktuelle Modell spielte im Vergleich zum Vorgänger impulsiver mit mehr Attacke und zeichnete vor allem im Bass schärfere Konturen. Im Hochtonbereich klangen Becken etwas glanzloser und rauer, aber differenzierter, feinkörniger.

Was der Vorgänger mit seinem kompakteren Klangbild besser machte, waren musikalischer Fluss und räumliche Darstellung; der Neuling bildete vergleichsweise eng und flach, aber scharf konturiert ab, gerade bei zweikanaliger Zuspielung.

AV-Receiver Denon AVR 2310

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So hatte dann bei analoger CD-Lieferung auch der Yamaha mit seiner spritzig-zackigen Charakteristik die Nase vorne, gefolgt vom AVR 2309 mit seiner kompakten, aber feinen musikalischen Spielweise. Der Neue kam leider nicht ganz mit, klang gegenüber digitaler Zuspielung einen Tick dünner und lebloser und verliert damit ein Pünktchen auf seinen Vorgänger.

In digitaler Surround-Zuspielung lagen die Drei gleichauf, wenngleich sie mit unterschiedlichen Charakterstärken um den Sieg buhlten. Mit HD-Tonlieferung von Blu-ray konnten sich der AVR 2310 und der Yamaha mit differenzierterer Spielweise vom Denon-Auslaufmodell absetzen, und so gewinnt der Neue in dieser Disziplin den Punkt, den er bei der CD verlor.

Denons AVR 2310 wird mit Sicherheit seine Fans finden, denn in Sachen Videotechnik und Bedienung setzt er sich klar vom Vorgänger ab. Seine impulsivere und konturreichere Spielweise dürfte vor allem Filmgenießer begeistern.

Denon AVR 2310

  
HerstellerDenon
Preis900.00 €
Wertung48.0 Punkte
Testverfahren1.0

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