Testbericht

AV-Receiver Denon AVR 2808

Der schwere Denon AVR 3808 holte sich in 11/07 mit links ein Highlight. Bleibt die Frage: Ob sich die Anschaffung des günstigeren AVR 2808 noch mehr lohnt?

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Denon AVR 2808

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Denon AVR 2808

Im Prinzip lässt der 1200-Euro-Denon, der zwei HDMI-1.3-Eingänge besitzt und die neuen HD-Tonformate decodiert, keine Wünsche offen: Als offenkundiger Unterschied zum 400 Euro teureren Bruder fällt nur das Fehlen der Netzwerk-Funktionen und der entsprechenden Buchsen ins Auge. Doch selbst hier gibt es, falls je Bedarf eintritt, ein Overcome: Das am AVR 2808 anzuschließende optionale iPod-Dock ASD 3 N für 180 Euro (oder ASD 3 W mit W-LAN für 230 Euro) versteht sich neben den Player- auch auf Netz-Transaktionen. Es schließt also diesen Einsatzbereich inklusive Internet-Radio und FLAC-lossless-Streaming auch für den kleineren Receiver auf.

Denon AVR 2808 Innenansicht

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Pracht und Herrlichkeit auf der obersten Platine: Rechts ein kleiner und ein großer SHARC-Prozessor, links die Silicon-Optix-ICs für HDMI und ganz links der De-Interlacer/Skalierer von Genesis.

Bei der genaueren Untersuchung fallen dann doch  - müssen ja - kleine Unterschiede auf. Klar, beim AVR 2808 mussten ein etwas schmalerer Trafo und statt 15_000 nunmehr 12_000 Mikrofarad Kapazität der Haupt-Stromspeicherelkos reichen. Mit den beiden SHARCs von Analog Devices steht dem 2808 wieder jede Menge Rechenkapazität zur Verfügung, die unter anderem datenreichste Multikanal-Streams im rasenden 192-Kilohertz-Takt verarbeitet. Oder per Audyssey-MultEQ-XT eine hochkomplexe automatische Raum-Einmessung und -Anpassung für bis zu acht Hörplätze auf einmal vornehmen kann.Denon spendierte auch dem AVR 2808 zwei kleine Zusatz-Digital/Analog-Wandler von AKM extra für die unabhängige Versorgung von Separees mit eigenen Digitalquellen. Bei der Suche nach den Haupt-D/A-Konvertern stößt der HiFi-Fan nun aber statt auf die vier schönen Stereo-DSD-1791 von Burr-Brown auf einen hochintegierten, 8-kanaligen DSD 1608 von Texas Instruments.

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Mit nur zwei HDMI-Eingängen könnte es bald knapp werden. Die vier optischen (einer auf der Front) und drei koaxialen Digitaleinänge werden aber reichen.

Zwecks De-Interlacing von Analog-Video (stellt unter Bewegungsrekonstruktion aus "i"-Halbbildern "p" genannte volle her) und Skalierung (vermehrt die Zeilenzahlen bis auf 1080p) bringt der AVR 2808 wieder den edlen FLI-2310-Großchip von Genesis/Faroudja mit. Miesepeter finden aber raus, dass der kleine Denon bei der Video-Formatwandlung nicht mit 12 Bit, sondern nur mit 10 Bit strickt (wie die meisten AV-Receiver), was rein theoretisch zu weniger prächtigen Bildern führt.

Vielleicht minimal flauer, doch auch der AVR 2808 spannte Analog-Bild wunderbar auf digitales um; beim De-Interlacing trat selbst bei fiesen Testsequenzen kein Ruckeln auf.Schließlich interessieren sich stereoplay-Tester nach wie vor besonders für den Klang. Und selbst für ein Tuner- und ein Phonoteil, wobei ersteres - leicht mittig - ein "Na ja" und letzteres - ausgeglichener - ein "Immerhin" als Wertung bekam.

Galant, beweglich, luftig und leuchtend: Bei der CD-Wiedergabe gab sich der AVR 2808 als ein typischer musikalisch-angenehmer Denon. Fast zu sehr, denn wenn ausgeprägte Kontur und Kantigkeit sowie nachhaltiger Druck gefragt waren, ließ er - im Gegensatz zum AVR 3808 - erkennen, dass ihm so etwas wider den Strich geht.Bei Surround blühte der AVR 2808 dank Raumfinesse weiter auf, nun gab's - aus allen Rohren - auch deftigere Bässe. Dolby True HD und DTS HD führten abermals zur Steigerung, aber nach dem Vergleich mit dem AVR 3808 auch zur Einsicht: Dass der HiFi-Fan unbedingt den großen nehmen muss!

Denon AVR-2808

HerstellerDenon
Preis1200.00 €
Wertung47.0 Punkte
Testverfahren1.0

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