Testbericht

AV-Receiver Denon AVR 4308

Denons neuer 2500-Euro-Surrounder hat alles und kann alles. Der Gipfel wär's, wenn er auch besonderes Talent für die neuen HD-Musikformate besäße...

  1. AV-Receiver Denon AVR 4308
  2. Datenblatt
Denon AVR 4308

© Archiv

Denon AVR 4308

Bei altgedienten HiFiisten löst die FeatureVielfalt des AVR 4308 zunächst Erstaunen aus. Aber nehmen wir mal FLAC, das sich neben MP3, WMA, WMA Lossless, WAV, AAC und JPEG findet, also bei den Netzwerkformaten, die der Denon via Front- oder Rückseiten-USB-Anschluss, über eine Ethernet-Schnittstelle oder aber per Funk und WLAN-Antenne aufsaugen und decodieren kann. Nach der Lektüre der Linn-Download-Geschichte ab Seite 118 kommt der zunächst x-beliebig anmutenden PC-Turnübung plötzlich Bedeutung zu. Da freut sich der 4308-Besitzer: Klasse, dass mein Receiver die Masterband-1:1-Kopien ohne Konvertier-und Brenn-Kopfstände direkt abspielen kann.

Ergo muss beim AVR 4308 die Devise lauten: "Alle Features mitnehmen - denn eines Tages werde ich sie brauchen!" Etwa die Optionen, Radio sowohl über UKW als auch DAB oder aus dem Internet zu hören, wenngleich stereoplay wegen höherer Datenrate und besseren Klangs zu alledem den Anschluss eines DVB-Sat-Tuners empfiehlt.

AVR 4308 Anschlüsse

© Julian Bauer

Zu den drei elektrischen und drei Lichtleiter-Digital- eingängen kommt noch ein optischer auf der Front dazu. Sowohl über die Ethernet- als auch die RS-232-Buchse lässt sich der AVR 4308 von einem PC fernsteuern, der vom Receiver im Gegenzug entsprechende Anzeige-Infos bekommt. Die Denon -Link-Schnittstelle, die DVD-A- und SACD-Daten übertragen kann, blieb entsprechend ausgerüsteten älteren Playern des Hauses zu Liebe erhalten. Die HDMI-1.3-Zitzen nehmen praktisch jedes digitale Tonformat an. Auf diese vermag der AVR 4308 manuell eingestellte oder von der Audyssey- MultEQ-XT-Automatik gefundene Set-up- Parameter anzuwenden. Via RS 232 darf auch ein Transceiver für die optionale bidirektionale Funk-Display- Fernbedienung RC 7000 CI ran.

Offeriert der AVR 4308 gleich vier HDMI-1.3a-Eingänge, bringt er - weil der wahre Videast vielleicht sowohl einen Flachbildschirm als auch einen Beamer besitzt und nicht ständig stöpseln will - nicht nur einen, sondern zwei entsprechende Outputs mit. Bei Bedarf geben diese nach Konvertierung, De-Interlacing (Halb- zu Vollbilder) und Skalierung (Zeilenzahl-Umrechnung bis 1080p) auch die älteren Analogformate digital aus.

Klar, dass der AVR 4308 dafür einen extra feinen, von Analog Devices und von Genesis/Faroudja bezogenen Chipsatz besitzt. Schließlich spendierte Denon noch ein selbst programmiertes Groß-IC dazu, das schöne grafische Bedienmenüs auf die Bildschirme zaubern kann.Zwei rechenstärkste SHARC-Prozessoren, vier zweikanalige D/A-Wandler des Burr-Brown-Typs PCM 1791 und zwei weitere kleinere AKM-Kollegen, die wahlweise andere Hörzonen oder aber Analog-Recorder mit den Botschaften der digitalen Quellen versorgen - auch auf der Tonseite lässt sich der Denon nicht lumpen.  Zumal die Ingenieure jetzt erstmals sechsschichtige Platinen verwandten und ein völlig neues, besonders ein- und ausstrahlfestes Layout mit kürzesten Leitungswegen erdachten. Sie ermuntern nun auch experimentierfreudige Fans zu eigenen Ideen. Vier der ingesamt sieben mit je zwei strammen Kombitransistoren von Sanken (Treiber plus Ruhestrom-Regler) bestückten Endstufen lassen sich auf zusätzliche Klemmen umschalten und frei "assignen". Das ermöglicht verschiedenste Konstellationen. Im Extremfall arbeitet der 4308 nicht nur dem Haupt-, sondern auch einem Nebenraum-Lautsprecherpaar im Bi-Amping-Modus zu.

Bringt Bi-Amping bei Schallwandlern mit getrennt ansteuerbarem Bass- und Mittelhochtonbereich in der Regel noch etwas mehr Durchhörbarkeit, tönte der AVR 4308 auch beim Normalanschluss schon sehr gut. Genauer: Wenn der Blu-ray-Spieler Panasonic DMP BD 10 (Test 12/06, siehe auch Seite 21) die True-HD-Tracks der "Legends Of Jazz" (LRSmedia) via Multikanal-PCM zum Denon übertrug, klang es schlicht und ergreifend fantastisch.

Bei allem Respekt für den kleineren AV-Receiver: Erst der Denon befahl zwingend, sitzen zu bleiben und die Scheibe von "Take Five" bis "Dear Lord" komplett durchzuhören. Und einen Rückenschauer nach dem anderen zu erleben, etwa wenn Phil Woods Sax so klar luftstrahlt wie nie, wenn Lee Rite-nours Gitarrensaiten sich dehnen und ungehemmter zingern denn je, oder wenn Chick Korea  schon greifbar präsente Schwebungen aus dem Flügel holt.

Da war es fast eine Zumutung, zu den reduzierten Alt-Surroundformaten zurückzukehren. Aber auch hier spielte der Denon seine Trümpfe aus: völlig geschmeidige und saubere, in der Tat eigentlich für HD-Klänge prädestinierte Mitten und Höhen und nicht unbändige, aber akkurate Bässe. Und so überzeugte der Receiver auch in Stereo, wo er blumig-lebendig und mit erhabener Frische und Luftigkeit agierte. Mit dem AVR 4308 hat Denon also ein prächtiges Paket geschnürt: Packen wir's an und Stück für Stück aus.

Denon AVR-4308

HerstellerDenon
Preis2500.00 €
Wertung48.0 Punkte
Testverfahren1.0

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