Testbericht

AV-Receiver Onkyo TX NR 3008

Der Onkyo TX NR 3008 (2000 Euro) dämpft schon mal den Glanz von Klavierläufen oder die gewollte Kratzigkeit von Gitarren. Fürs Langzeithören ist er aber wunderbar abgestimmt.

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AV-Receiver Onkyo TX NR 3008

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AV-Receiver Onkyo TX NR 3008
AV-Receiver Onkyo TX NR 3008

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Wer auf den Endstufen-Einsatz in Nebenräumen verzichtet, kann zwischen den Konfigurationen Surround-Back plus Front-Height oder Surround-Back plus Front-Wide hin- und herschalten.

Wie der Denon bringt auch der TX NR 3008 eine besonders schlaue Audyssey-Einmessautomatik, die sich im Bass besonders gründlich umsieht und zwei Subwoofer einjustiert. Damit kann sie helfen, Dröhnprobleme verquerer Räume unter Umständen tatsächlich zu mindern.

Nicht faul, bandelt der Onkyo ebenfalls via USB mit iPods an. Nach Zukauf des 150-Euro-Docks ND S 1, das an einem Digitaleingang des TX NR 3008 Anschluss findet und auch S-Video abliefert, kann der Apple-Fan eine weitere hochwertige Brücke zu den Portis schlagen.

AV-Receiver Onkyo TX NR 3008

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Unten: Der große Netztrafo vorn in der Mitte hält die neun Ausgangsverstärker unter Strom, der rechte Zusatz-Umspanner ernährt die analogen Eingangskreise, der linke die Videosektionen. Oben: Der TX NR 3008 besitzt gleich drei tüchtige Tonprozessoren, damit er die riesigen Datenmengen der HD-Formate nach Audyssey- und Dolby- wie auch nach THX-Vorgaben behandeln kann.

Wie der Denon diese Dienste empfängt, so findet auch der Onkyo zu LastFM und Napster. Beide Receiver dekodieren die Edel-Netzwerkformate WAV und FLAC (mit bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz). Und bietet der TX NR 3008 auch für SACD-HDMI-Streams ein ordentliches Setup, fallen in der Folge doch größere Unterschiede auf. Im Gegensatz zum Denon regelt der Onkyo die Lautstärke mit vornehmeren Multikanal-Regel-ICs CS 3318 von Cirrus. In puncto D/A-Konverter blieb's bei teuren PCM 1796 von Burr-Brown.

Das gefällt dem HiFi-Fan.Doch weil sechs Stück der Stereo-DACs reichen mussten, blieb die Kanalformel auf 10.2 begrenzt. So dringen zu Zone 2 und 3 nur analoge Quellen vor. Bei den Pre-Outs muss sich der AV-Freund entscheiden, ob er Front-Height oder Audyssey-Front-Wide abzapfen will. Das empfinden die Tester nicht als tragisch, weil zusätzliche Seitenboxen zwar Membranfläche einbringen, aber wegen der Hochtöner-Dopplung keine Feinabbildung mehr gelingt.

Wegen der Fülle an Endstufen und den insgesamt elf Boxen-Terminals muss der Onkyo-Besitzer nicht unbedingt an eine vermehrte Lautsprecherzahl denken, er darf auch Biamping oder den "BTL"-Brückenbetrieb in Erwägung ziehen. Dann nimmt je ein Amp eine Box über den Plus- und über den Minuspol in die Zange, was theoretisch zum vierfachen, in jedem Fall zu einem gewaltigen Leistungsumsatz führt.

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Onkyo-Bedienmenü mit einer der vielen möglichen Lautsprecherkonstellationen. Zwei feinjustierbare Subwoofer können Bassprobleme mindern.

Den braucht es meistens nicht, denn der Onkyo musizierte auch schon bei Normalanschluss laut und vor allem gut genug. Wie sein Vorgänger TX NR 3007 (1/10) liebte auch der 3008 schon im Stereobetrieb große Bühnen sowie tiefe und breite Perspektiven. Spendierte der Onkyo wieder weniger harte als schön voluminöse Bässe, übte er in den Höhen Vorsicht - nach dem Motto: Lieber mehr kuschelig-warmer Föhn als frostiger-bissiger Wind.

So bot der TX NR 3008 bei Dolby DTS und Dolby Digital faszinierendes, großes Theater mit sehr viel Tiefgang, Raum und Aktion. In diesen Surround-Disziplinen kam er locker an den pingeligeren, aber auch etwas verhärmteren Denon heran.

Heimkino-Chefs werden dem TX NR 3008 ebenso gerne nachsehen, dass er der Ohren-Ausdauer zuliebe auch aus Blu-ray-Tonspuren nicht das letzte Höhen-Fitzelchen herausquetschen will. Bei DTS-HD erschien der TX NR 3008 allerdings fast eine Spur zu bärig. Bei Dolby-HD-Titeln ließ er den Vorwurf nicht mehr gelten. Ob mit der San Francisco Symphony oder Jane Monheits Jazzgesang - jetzt überzeugte der Onkyo mit Fülle, Mumm und viel Schwung.

Onkyo TX NR 3008

HerstellerOnkyo
Preis2000.00 €
Wertung53.0 Punkte
Testverfahren1.0

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