Testbericht

AV-Receiver Yamaha RX-V 2065

Um perfekt zu sein, fehlt dem Yamaha RX-V 2065 (1000 Euro) noch die Fähigkeit, auch auf UPnP-Server jenseits des Windows Media Player 11 zuzugreifen.

  1. AV-Receiver Yamaha RX-V 2065
  2. Datenblatt
AV-Receiver Yamaha RX-V 2065

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AV-Receiver Yamaha RX-V 2065
AV-Receiver Yamaha RX-V 2065

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Zweifarbig: Die große Fernbedienung ist lernfähig, mit vielen Knöpfen gespickt und etwas unübersichtlich. Das Zweit-Modell dient für Zone 2 oder 3 und steuert die wichtigsten Funktionen.

Mit den Modellen RX-V 1065 (AUDIO 10/09) und RX-V 2065 weicht Yamaha vom bis dato fortlaufend nummerierten Namensschema ab. Dass der RX-V 2065 trotz anderer Zahlenfolge der legitime Nachfolger des erfolgreichen RX-V 1900 (AUDIO 11/08) ist, sieht man erst nach einem Vergleich der Preis- und Ausstattungsliste. Zwar bekam der Yamaha eine neue Behausung, die in den Abmessungen leicht geschrumpft (und auch um ein paar Pfund abgespeckt) ist, er bringt jedoch ähnliche Features wie sein schwergewichtiger Bruder mit. Jetzt hat er zwei HDMI-Ausgänge (mittlerweile Standard in der 1000-Euro-Klasse); die zusätzlichen Präsenz-Lautsprecher und auch die obligatorische USB-Schnittstelle für externe Datenträger sind geblieben. Neu ist aber, dass der RX-V 2065 auch FLAC-Daten von den USB-Sticks abspielen kann. Dass dem iPod der direkte Zugang über USB verweigert wird und Yamaha auf die hauseigene Docking-Station setzt, blieb dabei unverändert. Dafür hat er einen FM-Tuner, und der Weg in die Welt des Internet-Radios steht ihm mit dem vTuner weiterhin offen: Er ermöglicht, neben den regionalen auch unzählige weltweite Stationen anzufahren.

Vor allem im Bedienkonzept hat sich einiges getan: Die grafische Darstellung der Menüs gelang mustergültig. Dass der Zugriff auf die Setup-Einstellungen sich weit hinter der Eingangswahl versteckt, stört wenig. Denn gelangt man einmal bis dorthin, schlägt das Herz eines jeden Home-Cineasten höher. Die Einstelloptionen sind praxisgerecht und perfekt umgesetzt. Die Möglichkeit, ein HDMI-Bild mit digitalem Cinch-Audio zu kombinieren, ist zwar nicht mehr vorhanden - im Testaufbau jedoch waren kaum Unterschiede zu hören, egal, ob der Digitalton per HDMI oder per Koax-Kabel übertragen wurde.

AV-Receiver Yamaha RX-V 2065

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Innere Werte: Wer unter das Kleid des Yamaha RX-V 2065 schaut, erlebt keine Überraschung. Trotz weniger Platz wurden die edlen Komponenten äußerst sauber untergebracht. Auf dem Kühlkörper werkeln sieben diskret aufgebaute Endverstärker.

Auch der RX-V 2065 ist netzwerkfähig und spielt Musik von einem externen Server - wenn darauf ein Windows Media Player 11 läuft. Jeder Versuch, den Yamaha mit Daten einer NAS-Festplatte zu füttern, schlug fehl. Zwar erkannte der Receiver den Server und die Titel darauf, abspielen wollte er sie aber nicht. Ein Blick in die Anleitung schaffte Klarheit: Dort wird explizit der Aufbau mit dem Windows-Player erklärt. Möchte man die Musiksammlung auf einer NAS-Festplatte spielen, bleibt nur der Umweg über den Computer.

In der Yamaha-typischen Manier und ohne große Effekthascherei ging der RX-V 2065 klanglich zu Werke. Die Messungen bestätigen, dass das geringere Gewicht im Vergleich zum RX-V 1900 keine Auswirkung auf die Leistung des 2065ers hat. Treibt man den Yamaha zu Höchstleistungen, zum Beispiel mit Bassorgien in nachbarschaftsschädlichen Lautstärken, könnte das bei kritischeren Boxen die Schutzschaltung auslösen. Ansonsten  hatte man beim RX-V 2065 stets das Gefühl, einen alten Bekannten im Hörraum zu begrüßen. Er kitzelte aus jeder Scheibe, ob Musik oder Film, die kleinsten Facetten heraus, entflocht die feinen Nuancen wie kaum ein anderes Gerät seiner Klasse.

AV-Receiver Yamaha RX-V 2065

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Arbeitsteilung: Trotz des USB-Eingangs an der Gerätefront findet ein iPod nur mit Dock Anschluss - als Zubehör erhältlich. Das Anschlussfeld des RX-V 2065 ist praxisgerecht, doch auf dem veränderten Layout muss man sich erst zurechtfinden.

Zwar fehlte ihm die Basswucht eines Onkyo TX-NR 807 (AUDIO 10/09) oder die breite, gefällige Spielweise eines Denon AVR-2809 (AUDIO 11/08), doch er überzeugte mit einer sehr natürlichen Raumdarstellung. Die klangliche Hürde eines Pioneer SC-LX 82 (AUDIO 1/10, 2300 Euro) konnte er allerdings doch nicht ganz meistern. Jener spielte  dynamischer und breiter, mit noch mehr Kraft im Tiefton. Der Yamaha konterte zwar mit feiner, natürlicher Auflösung, bot aber gerade in den sehr dynamischen Passagen nicht ganz die Vitalität und Spritzigkeit des Pioneers auf. In der Preisklasse um 1000 Euro jedoch dürfte der neue alte Yamaha - wie bereits sein Vorgänger RX-V1900 - kaum zu schlagen sein.

Fazit

Klanglich gibt es in der Klasse um 1000 Euro nur wenige Alternativen zum Yamaha RX-V 2065. So gibt es, vor allem mit passenden Boxen als Spielpartner, kaum Anlass für Kritik. Um perfekt zu sein, fehlt dem Receiver noch die Fähigkeit, auch auf UPnP-Server jenseits des Windows Media Player 11 zuzugreifen. Doch wie man den Ehrgeiz der japanischen Ingenieure kennt, werden sie wohl schnell auf dieses Problem reagieren.

Yamaha RX V 2065

HerstellerYamaha
Preis1000.00 €
Wertung93.0 Punkte
Testverfahren1.0

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