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Testbericht

AV-Receiver Yamaha RX V 671

Bloß nicht auf ihn herabsehen! Für den preisgünstigen Yamaha RX V 671-Receiver (550 Euro) können sich auch anspruchsvolle Musikfreunde erwärmen.

  1. AV-Receiver Yamaha RX V 671
  2. Datenblatt
Yamaha RX V 671

© Archiv

Yamaha RX V 671

Die etwas spiegelige Kunststoff-Front des neuen kleinen Yamaha RX V 671 für 550 Euro ringt dem HiFi-Freak zunächst nur ein Naja ab. Ebenso die leicht schlanken Lautsprecher-Klemmen auf der Rückseite. Dann stellt der Betrachter aber mit Genugtuung fest, dass es ein Extraterminal gibt, das er für Biamping oder für Surround-Back-Beschallung hernehmen kann. Und ein zweites für Zone 2 oder Vorne-oben-Zusatzlautsprecher. Nach der Entscheidung für jeweils eine der Optionen darf er den sechsten und siebten Einbau-Amp immer wieder bequem hin- und herschalten.

Yamaha RX V 671

© Julian Bauer

Auch wenn die Namenlosigkeit der Eingänge (AV 1 bis 6 sowie Audio 1 und 2 genannt) anfangs stört, hat sich Yamaha bei dem Anschlussfeld des RX V 671 sehr wohl etwas gedacht. In puncto Zweikomponenten-Video (SV) genügt meist ein Eingang zum Hochkonvertieren.

Die Vorne-oben-Erweiterung gibt es neuerdings auch als Dolby-z- sowie Audyssey-Height. Der RX V 671 verzichtet darauf aber gern, weil ordentliche Yamaha-Receiver schon seit Jahr und Tag Presence-Boxen sinnvoll einsetzen können, um einen Bildschirm/Akustik-Höhenabgleich zu gestatten. So nun auch der Neue.

Yamaha RX V 671

© Julian Bauer

Nur größere Yamahas füllen den Platz (1) für den 2. HDMI-Transmitter. Ein Groß-IC (2) leistet die Videokonvertierung. Das Digitalboard greift auf ein eigenes Schaltnetzteil zurück. Im Stromsparmodus, der noch die HDMI-Umschaltung erlaubt, verbraucht der RX V 671 moderate 1,5 Watt.

Donnerwetter: Wohl als Erster seiner Preisklasse bietet der Yamaha RX V 671 einen Ethernet-Netzanschluss, über den er nicht nur auf MP3 und zigtausende Internet-Radiostation (etwa von vTuner ) zugreifen kann, sondern auch auf vollwertige Hochbit-WAV- sowie FLAC-Musikdateien.

Zu alledem gibt es im App-Store ein Download, nach dessen Installation die Steuerung des Receivers (und auch eines Yamaha-Blu-ray-Players) übers Porti-Panel gelingt. Damit nicht genug, klotzt der RX V 671 auch noch mit einem USB-Eingang, der - während sein Frontdisplay die Titelnamen zeigt - mit iPods klangfreundlich digital anbandeln kann.

Yamaha RX V 671

© stereoplay

Schön gleichmäßig mit ordentlichem Lastwechselverhalten verlaufen nur die Klirrkomponenten k2 und k4

Zu schade, dass der kleine Yamaha keine Pre-Outs für einen bequemen Anlagen-Verbund nach der Aus-2-mach-4-Methode besitzt. Wer löten kann, findet aber einen Ausweg. Um den Pre-Out zu ersetzen , schließt er an den Front-rechts- und Front-links- Boxenklemmen einen Widerstandsteiler an, der Line-Pegel hergeben kann.

Nach vollbrachter Arbeit darf der Fan sich umso mehr freuen, dass der Yamaha über die Bluetooth-Option YBA 10 (155 Euro) oder via Funksystem YID W 10 (170 Euro) Dateien auch drahtlos annimmt.

Yamaha RX V 671

© stereoplay

Stets sehr ausgewogen - auch an niederohmiger Last. Nur Phono mit MM-System leicht präsenzbetont

Die Yamaha-Erweiterung könnte zuletzt selbst eingefleischte Musikpuristen unter den Ausbau-Fans veranlassen, sich nach einem Monitor umzusehen. Darauf dürfen sie das bunte, vielfältige Bedienmenü des RX V 671 bewundern, über das der Zugang zu einem parametrischen Equalizer mit Buckelbreiten-Abgleich gelingt.

Im Hörtest überraschte der Yamaha mit für die Preisklasse wunderbaren, warmen, fließenden Klängen. Und mit eindrucksvoll breiten Bühnen - wenn es auch zu hammerharten Bässen und zur unendlichen Raumtiefe nicht ganz reichte.

Bei DTS und Dolby Digital verdiente sich der RX V 671 trotzdem goldene Sporen. Auf seine satte, angenehm runde Weise bot er volles Programm. Er stürzte sich - so weit es die Schutzschaltung erlaubte - tapfer in akustische Abgründe. HD-Titel brachten allerdings nur eine kleine Steigerung in der Feinzeichnung - kein Wunder, auch Yamaha kann für 550 Euro nicht zaubern.

Yamaha RX V 671

HerstellerYamaha
Preis550.00 €
Wertung46.0 Punkte
Testverfahren1.0

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