Testbericht

AV-Vollverstärker Yamaha DSP Z 7

Yamahas Z 11 gilt kaum ein Jahr nach dem Test schon als Legende. Empfiehlt sich der brandneue Z 7 (2500 Euro) nun fürs halbe Geld als bezahlbarere Alternative?

  1. AV-Vollverstärker Yamaha DSP Z 7
  2. Datenblatt
AV-Vollverstärker Yamaha DSP Z 7

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AV-Vollverstärker Yamaha DSP Z 7
AV-Vollverstärker Yamaha DSP Z 7

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Die Surround-Back-Endstufen lassen sich auch für Bi-Amping nutzen, bei Bedarf weist sie der DSP Z 7 über Extraklemmen (1) einem Nebenraum zu. Die im Normalfall für die Surroundkanäle zuständigen Verstärker lassen sich ebenfalls zwischen zwei Lautsprecher-Edelterminals (2,3) umschalten.

Schon bei der Ankündigung des Z 7 rieben sich viele Surrounder, die nach oben streben, hoffnungsfroh die Hände. Während beispielsweise beim wahrlich nicht unschicken Highlight RX V 3900 (11/08, 1700 Euro) das RX noch das Vorhandensein eines UKW-Tunerteils anzeigt, steht das Z bei dem neuen 2500-Euro-Yamaha für einen reinen Multikanal-Vollverstärker. Und das deutet nach hifiistischer Tradition auf einsame Größe. Und - hofft der Fan - auf möglichst viele Gemeinsamkeiten mit dem königlichen Flaggschiff  Z 11 vom Aprilheft letzten Jahres.

Bingo: Auch wenn das Chassis nicht ganz so weit in die Tiefe reicht und das Gewicht statt 34 nur knapp 20 Kilogramm beträgt, so sieht die schlicht gehaltene Front mit dem relativ großen Quellenwahlknopf und der metallschweren Klappe schon mal genau wie die des hochadligen Bruders aus.

Wen kratzt's, dass der neue Siebenkanaler ohne die beiden Notfall-Lüfter auskommen muss  - zumal er wieder neben der Ethernet-Netzschnittstelle eine vorder- als auch hinterseitige USB-Buchse mitbringt.

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Verwendet der Z 7 de facto das gleiche Video-Digitalboard wie der RX V 3900 (11/08) mit dem Anchor-Bay-Prozessor 2020 im Zentrum, erlaubt Yamaha jetzt erst Zugang zu Video-Bearbeitungskünsten.

So verbindet sich der Yamaha nur zu gerne mit digitalen Musikspeichern aller Art und via Rooter mit dem vTuner-Internet-Radioserver, wobei die avisierte Funkstation nicht nur MP3-, sondern auch WMA-Zeichen morsen darf. Gelingt die Bedienung des Elektronikkolosses via PC, darf ein etwaiges zukünftiges Update übers Netz erfolgen.

Mit seinem exklusiven Party-Mode schlägt der Z 7 im wahrsten Sinn des Wortes ein neues Kapitel der Unterhaltungselektronik auf. Wie andere große Multikanaler verbreitet er unabhängig zu wählende Quellen via Audio- und FBAS- und 3-Komponenten-Video-Cinch, über einen Digitalausgang und auch mit eigener Verstärkerkraft in Nebenzonen 2, 3 und 4. Auf einen einzigen Knopfdruck vermag der Yamaha nun aber auf eine einzige Quelle umzuswitchen, um in allen Ecken denselben Knüller zu verbreiten.Und zwar - was extra elektronischen Aufwand erfordert - ohne jeglichen Zeitversatz.

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Beschickte der kleine Bruder RX V 863 (1/09) die Pre-Outs mit Einzeltransistoren, arbeitet der DSP Z 7 mit Verstärkungs ICs. Der perfekte Klirrverlauf und der Hörtest sagen Skeptikern aber "denkste". Der relativ kleine Ausgangswiderstand von 440 Ohm erlaubt auch längere Anschlusskabel.

Mit der Möglichkeit, seine Endstufen ganz abzuschalten, offeriert sich der Z 7 auch als ambitionierter Surround-Vorverstärker, der keinerlei Stör-Magnetfeld- und Versorgungsengpässe mehr fürchten muss. Wer bei Video hohe Maßstäbe anlegt, freut sich, dass der Yamaha nicht nur ins Digitale gewandelte Analogformate, sondern auch HDMI -Vorlagen nach Belieben de-interlacen und skalieren kann. Und mehr noch: Wurde bei der komplexen Vollzeilenbild-Herstellung im Vorfeld irgendwo geschlampt, fieselt der Z 7 Zeile für Zeile auseinander und fügt sie unter nunmehr kunstvollerer Bewegungsberücksichtigung wieder zusammen. Um andere Schnitzer auszubügeln, bietet er darüber hinaus von einer Mosquito-Rauschunterdrückung bis zur Farbsättigung sieben weitere Justagefunktionen an.

Mit diesen oder etwa der Party-Funktion wartete der kleinere RX V 3900 noch nicht auf, was nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass der Z 7 hintenraus, also mit der Rückwand und dem Innenaufbau, weniger dem Z 11 als dem Receiver ähnelt.

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Keimenden Unmut blies der Hörvergleich aber sofort hinweg. Führte der RX V 3900 schon bei der CD-Wiedergabe an den Himmel heran, wusste ihn der Z 7 zu öffnen. Ob für schwarze Tiefton-Galaxien oder für feinst dahinschwebende Percussions-Klangsternchen, der Edel-Yamaha bot wesentlich mehr Atem, mehr Freiraum, mehr Platz.

Auch wenn er Bässe noch eindrucksvoller knurren ließ: Selbst Rotels sagenhaftes Highlight RSX 1550 vom Vormonatsheft stemmte sich vergebens gegen den obenraus viel offeneren Strahlemann. Klein beigeben wollte der Z 7 - höchst Nouvelle-Cuisine-artig aber nun knausriger wirkend -  erst angesichts der paradiesischen Ton-Gelage, die der doppelt so teure Z 11 feierte.

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Das von einer Versteifungsschiene überdeckte Vierfach-Schaltnetzteil versorgt die HDMI-Sektion.

Das hinderte den Newcomer aber nicht, wieder und wieder über den 3900 und den Rotel zu triumphieren. Etwa wenn er die Instrumente bei  Al Di Meolas 4.1-Dolby-Digital-Mitschnitt "One Of These Nights" luftiger anordnete und schöner funkeln ließ. Oder wenn er im DTS-Turbinengetöse den Damen von X2 die deutlich klareren, natürlicheren Stimmen verlieh.

Mit Mozarts "Figaro" (Blu-ray der Deutschen Grammophon, DTS HD 5.1) veriet der Z 7 mit einem blitzblanken wie überragend lebendigen Treiben, dass er es am liebsten mit den HD-Formaten und mit der Klassik hält. So gibt's nur einen Nachteil zu nennen: Bei Pop- und Film-Knallern schalten die empfindsamen Schutzkreise des Z 7 leider schnell ab.

Yamaha DSP Z 7

HerstellerYamaha
Preis2500.00 €
Wertung55.0 Punkte
Testverfahren1.0

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