Testbericht

AV-Vorverstärker Marantz AV 8003

Marantz' neue Vorstufe  AV 8003 (2800 Euro) besitzt alle bei Surroundverstärkern angesagten Features - einschließlich HD-Tauglichkeit!

  1. AV-Vorverstärker Marantz AV 8003
  2. Abstimmungs-Tücken
  3. Netzwerk-Player
AV-Preceiver Marantz AV 8003

© Archiv

AV-Preceiver Marantz AV 8003
AV-Preceiver Marantz AV 8003 Rückseite

© Julian Bauer

Packt man die Vorstufe AV 8003 aus, fallen neben dem rückseitigen Urwald aus Anschlussbuchsen das durch das große Netzteil begründete Gewicht und zwei Fernbedienungen auf: eine große mit LCD-Schirm und eine kleinere für eine zweite Hörzone.

Bei der Durchsicht des Buchsendschungels kommen auch ein Antenneneingang für  einen Tuner (mit RDS; bot sehr ordentlichen Empfang) und eine Buchse für einen Netzwerkplayer zum Vorschein. Die vielfältigen Anschlüsse für Schalt- und Steuersignale machen die AV 8003 in Verbindung mit der via USB-Kabel per PC programmierbaren Fernbedienung zur kompletten Steuerzentrale.

AV-Preceiver Marantz AV 8003

© Julian Bauer

Marantz steuert die XLR-Ausgänge und die Cinch-Buchsen mit den gleichen Schaltungen an, nur eben einmal symmetrisch und einmal unsymmetrisch ausgeführt. Fein säuberlich trennten die Ingenieure ihre Baugruppen in diskrete Platinen und sorgen damit für geringe gegenseitige elektromagnetische Beeinflussung. Das für einen Vorverstärker fast schon protzige Netzteil ist nicht nur Show: Gerade die aufwendige Videotechnik verbraucht tatsächlich auch ganz ordentlich Strom.

Audiophile Käufer begeistern sich für die symmetrischen Ein- und Ausgänge, videophile Zuschauer reiben sich angesichts des erlesenen Scaler/De-Interlacers die Hände. Und in der Tat zeigte die 8003 via HDMI ein knackscharfes und nahezu Artefakt-freies De-interlacing-Bild von schlichten Analogquellen. Neben vier für moderne Digitalsignale wichtigen HDMI-Eingängen nach angesagtem V-1.3-Standard finden sich gleich zwei HDMI-Ausgänge, die sich praktischer Weise direkt und ohne Menü-Umweg schalten lassen, um den Bildschirm oder Projektor zu bedienen.

Ein Blick auf die Logosammlung auf dem Deckel bestätigt die Anwesenheit aller traditionellen und aktuellen Audiodecoder inklusive der High-Definition-Varianten von Dolby, DTS und Circle Surround. Der Japaner entschlüsselt sogar den nigelnagelneuen Neural-Surround-Modus von THX, der aus Stereo Mehrkanal zaubert, und sogar HDCD. Die schon obligatorische automatische Raumanpassung erledigt das bewährte Audyssey per Mikrofon aus bis zu sechs gemittelten Messungen.

Die technischen Voraussetzungen sehen also gut aus. Die Bedienung ist, wenn auch gewöhnungsbedürftig, recht übersichtlich geblieben.

Im Hörraum musste die geballte Technik dann zeigen, was sie wirklich wert ist. Wer geduldig und brav der logischen Schritt-für-Schritt-Anleitung des Menüs folgt und mäuschenstill bleibt, erhält eine zuverlässige Einmessung vom Audyssey. Zwecks fairen Vergleichs wählten die Tester die neutrale Equalizer-Einstellung "Flat". Wobei sich, wie meist mit eingeschaltetem EQ, insbesondere beim Mischen verschiedener Boxentypen bei minimalem Dynamikverlust eine angenehme, tonal stimmige Anpassung der Kanäle ergab.

Von Samsungs neuestem Blu-ray-Player angesteuert, konnten die Tester leicht feststellen, dass alle Decoder exakt das taten, was man von Ihnen erwartete. Die Hochbitverfahren Dolby True HD und DTS HD Master Audio brachten die strahlendsten und feinst aufgelösten Ergebnisse bei maximaler Dynamik. Im Quercheck mit verschiedenen Komponenten schälte sich allmählich der Charakter der Marantz-Kombi heraus, wobei sich Vor- und Endstufe ähnlich verhielten.

AV-Preceiver Marantz AV 8003 Fernbedienung

© Julian Bauer

Die Marantz-Vorstufe tendierte zu mehr Kontur als Körper. Das kam besonders bei Extrembeispielen wie Actionfilmen oder auch bei der CD "The Eye" von Yello (Warner 06024 9865930) zum Ausdruck. Dabei fehlte es der Marantz-Komponente nicht etwa an Lungenvolumen - der Klang war nicht bassarm -, aber die Abstimmung hat sicher ein Ortungs- und kein Actionfan entwickelt.

Bleibt zu resümieren, dass Marantz ihrer AV 8003 ein wahrlich fettes Ausstattungspaket mit in die Wiege gelegt hat. Der Vorverstärker ist gut handzuhaben und leistete sich klanglich keine Ausrutscher. Nette Zugabe ist der wohlklingende Tuner, Sahnehäubchen der universelle und schnell navigierende Netzwerkplayer. Klanglich spielen die Geschwister AV 8003 und MM 8003 auf dem Niveau gleichteurer Receiver und bieten dabei die Flexibilität getrennter Komponenten. Die klangliche Abstimmung bietet eine dichte Abbildung mit scharfer Ortung, aber eher geringer Körperhaftigkeit. Umso bombastischer gelang das Preis/Leistungs-Tuning.

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