Testbericht

AvMap Geosat 5 GT

Mit seinem großen 5-Zoll-Display soll das AvMap Geosat 5 GT die Routenführung erleichtern. Doch reicht dazu ein fetter Bildschirm? 

  1. AvMap Geosat 5 GT
  2. Datenblatt
  3. Wertung
AvMap Geosat 5 GT

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AvMap Geosat 5 GT
3-D-Ansicht

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Die 3-D-Ansicht ist nahezu unbrauchbar, da unübersichtlich und ruckelig.

Der Top-Trend bei mobilen Navis ist unübersehbar: das große Display. Big-Screen-Vorreiter AvMap hat bei seinen Geosat-Navis schon immer auf das Motto "Größer ist besser" gesetzt und tut dies auch beim neuen Geosat 5 GT (649 Euro): Mit einer Diagonale von satten 5 Zoll gehört der Touchscreen zu den größten seiner Art. Nicht nur deshalb macht das Navi einen ungewöhnlichen Eindruck. Das liegt erstens am extrem wuchtigen Gehäuse, das in Zeiten ultraflacher Geräte wie dem Falk F5 fast schon antiquiert wirkt. Zweitens beträgt das Seitenverhältnis 4:3 statt 16:9 - man meint, einen der ersten tragbaren TFT-Fernseher in Händen zu halten. Und tatsächlich kann der User analoge A/V-Quellen per Cinch-Stecker in das Navi einschleifen und es als Monitor benutzen. Ein einzigartiges Feature.

Touchscreen mit Hardkeys

2 D

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An Abbiegungen schaltet das Navi auf 2 D um. Der Detailgrad reicht manchmal noch nicht.

Obwohl das Geosat 5 also über ein Riesendisplay verfügt, wird das Navi nicht nur über den Touchscreen bedient, sondern auch über Hardkeys. Während das Haupt-, Einstell- und Routenmenü aus mehreren Seiten bestehen, durch die man sich per Pfeil links/Pfeil rechts blättert, bieten die Untermenüs selten eine "Zurück"-Taste. Nur über die fünf Hardkeys gelangt man wieder zurück oder in ein anderes Menü. Die Unterpunkte sind oft verschachtelt, das Navi bietet viele Einstelloptionen, die Menüpunkte sind nicht immer selbsterklärend. Um sich zurechtzufinden, braucht man Zeit und die Bedienungsanleitung. Die Aufmachung geht in Ordnung, Platz gibt's auf dem großen Display ja genug. Etliche Ebenen hätten sich die Entwickler aber sparen können, wenn sie diesen Platz besser genutzt hätten. Etwas umständlich gestaltet sich die Planung von Routen mit mehreren Zwischenzielen. Der User kann die Ziele nicht einfach in einer Liste nach und nach anfügen, sondern muss sie in der normalen Zieleingabemaske als Zwischenziele deklarieren. Erst danach darf er sie in eine Liste umsortieren oder wieder löschen. 

Viele Infos, schwache Grafik

2-D-Ansicht

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Die beste Lösung ist die reine 2-D-Ansicht - zwar pixelig und altbacken, aber übersichtlich.

Erfreulich: Das System reagiert schnell, Wartezeiten gibt's kaum.Weniger erfreulich: Die Darstellung lässt zu wünschen übrig. Während in den Menüs die grobe Auflösung von 320 x 240 Pixeln nicht sonderlich ins Gewicht fällt - aber auch nicht wirklich schön aussieht -, kommt es bei 3-D-Karten zu echten Problemen. So kann man in der Stadt komplett den Überblick verlieren, weil die Darstellung sehr grobpixelig und überfrachtet mit dicken bunten Straßen ist. Außerdem wird die Performance des AvMap nicht dazu genutzt, die 3-D-Ansicht flüssig darzustellen.Man sollte daher auf jeden Fall die 2-D-Ansicht wählen, die eine klar bessere Übersichtlichkeit bietet. Mit einer alternativen Darstellung werden die Abbiegepunkte sogar mit höherem Kontrast angezeigt. Bei Spurwechseln reicht der Detailgrad allerdings nicht dazu aus, dass man die Fahrspuren noch ausreichend gut voneinander unterscheiden könnte. Besser gefällt da die Informationsgebung: Drei Felder am linken Displayrand lassen sich mit unzähligen Infos belegen. Nützlich sind hier etwa die Distanz und die verbleibende Zeit zum Ziel sowie die aktuelle Geschwindigkeit.

Bluetooth und TMC an Bord

Zieleingabe

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Bei der Eingabe helfen nicht nur die Riesen-Buttons, sondern auch die Buchstabenausblendung.

Sinnvoll sind der TMC-Empfänger und der Bluetooth-Freisprecher. Letzterer lässt lediglich die Möglichkeit vermissen, das Telefonbuch des Handys einzusehen. POIs und - sofern man sie angelegt hat - Kontakte kann man anrufen. Die Sprachqualität ist durchschnittlich, bei hohen Lautstärken übersteuert der Lautsprecher im Navigationssystem allerdings. TMC-Verkehrsmeldungen zeigt das Navi in einer Liste an, nach Art und Relevanz für die Route kann man sie leider nicht sortieren. Das System warnt rechtzeitig vor Staus und wählt meistens eine sinnvolle Alternativroute. So sinnvoll wie bei der Stauumfahrung fallen die Routen durch die Stadt allerdings nicht aus: Auf einem umständlichen Weg fuhren die Tester mit dem AvMap von A nach B. Ein sehr langer Abschnitt führte durch ein geschwindigkeitsbeschränktes Waldgebiet - trotz Routenoption "schnell". Die Neupositionierung nach Tunneln, in denen das Navi die Fahrt nicht simuliert, dauert eine Weile und ist nicht gerade präzise. Die Sprachansagen an Abbiegepunkten kommen dafür rechtzeitig, wenn auch nicht gerade ausführlich. Routen berechnet das System überdurchschnittlich schnell, lässt sich bei der Neuberechnung aber recht lange Zeit.

Fazit

Die Routenwahl in der Stadt könnte besser sein, die Grafik auch. Mit dem großen Display und der TMC-Funktionalität macht das AvMap wieder Boden gut, doch in Anbetracht des hohen Preises hätte mehr drin sein müssen als ein knappes "gut".

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