Testbericht

Becker Z116 im Test

Becker to the roots: Beim Einstiegsmodell Z116 hat man auf Schnickschnack verzichtet und setzt auf solide Navigation.

  1. Becker Z116 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Becker Traffic Assist Z116

© Becker

Beim Einstiegsmodell Z116 setzt Becker auf solide Navigation.

Im Hause Becker herrscht Umbruchstimmung: Im Zuge des Zusammenschluss mit Falk zur United Navigation GmbH wurde die Becker-Produktpalette überarbeitet - den Einstieg in die neue Becker-Welt bilden jetzt die Modelle Traffic Assist Z113 für 199 Euro und Z116 für 239 Euro.

Das Z116 hat eine silberfarbene Randfassung und fühlt sich deutlich kantiger an als der Vorgänger, doch das tut dem allgemein positiven Qualitätseindruck keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil - das Becker Z116 liegt überaus gut in der Hand, wo es selbstverständlich nicht lange bleibt: Da es seine Arbeit vorzugsweise an der Windschutzscheibe verrichtet, wird es kurzerhand in die Halterung gesteckt. Diese gefällt mit einem angenehm einfach zu bedienenden Einrast- und Verstell-Mechanismus.

Becker Z116

© Becker

Neue Schale - neuer Kern

Doch auch unter dem wohlgeformten Gehäuse hat sich einiges verändert: Der einstige Becker-Zulieferer Navigon ist von Bord gegangen, stattdessen sitzt nun der ungarische Hersteller iGo mit am Steuer.

Zunächst erwartet einen eine überarbeitete und in weiten Teilen verbesserte Menüoberfläche. Das aufgeräumte Hauptmenü bietet schnellen Zugang zu TMC-Meldungen, Zieleingabe und der Bluetooth-Freisprecheinrichtung oder der Kartenansicht.

An einer Tradition hält Becker aber auch bei seiner neuesten Gerätegeneration fest: Die rote Zurück-Taste mit dem Becker-Emblem bleibt fester Bestandteil des Gehäuses - eine gute Entscheidung, wie wir finden, denn wenn man sich an das leuchtende Knöpflein erst einmal gewöhnt hat, navigiert es sich vorzüglich und fast unterbrechungsfrei durch die nett animierten Menüs.

Ebenfalls positiv fiel uns die zügige und einfach gestaltete Zieleingabe ins Auge. Zwar hat man hier das Rad nicht komplett neu erfunden, das Eintippen geht aber - dank der neuen Software - deutlich flotter vonstatten. Hilfreich war und ist dabei die Buchstabenausblendung, so tippt man nicht so schnell daneben.

Wer des Öfteren auf eine Routenfunktion zurückgreifen muss, dürfte mit dem Z116 voll auf seine Kosten kommen, denn hier lassen sich Ziele einfach wie eine Perlenkette aneinanderreihen. Auch nachträglich ist es kein Hexenwerk, die Reihenfolge der Ziele zu ändern oder einzelne Ziele zu editieren.

Becker Z116

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Karte: voll - Nachtansicht: toll

Im Dunkeln ist gut munkeln, verantwortlich dafür ist die Nachtansicht: Sie fällt derart kontrastreich und angenehm aus, dass es eine wahre Freude ist, über nächtliche Straßen zu navigieren.

Leider birgt die neue Software aber auch einige Wermuts-Tropfen. An erster Stelle ist hier die Kartenansicht zu nennen: Zuletzt glänzte diese unter anderem mit einer hervorragenden Signpost-Darstellung und einer übersichtlichen, weil schlicht gehaltenen 3-D-Ansicht.

Zwar verfügen auch die neuen Modelle über eine Signpost-Darstellung, doch diese kann nicht an die Übersichtlichkeit der alten Software anknüpfen. Vor allem auf Stadtautobahnen und im Stadtverkehr wird die Übersicht durch die teils mehrfach aufpoppenden Schilder deutlich reduziert.

Einigermaßen verspielt präsentiert sich auch die 3-D-Ansicht. Überfährt man beispielsweise ein eher hügeliges Gelände, wird dieses auf der Karte recht übertrieben dargestellt - die Straße vor einem scheint buchstäblich in eine Schlucht zu stürzen. In Städten wiederum irritieren unter anderem die eingezeichneten Richtungspfeile für Einbahnstraßen. Doch das war's dann auch schon in puncto Kritik: Die wenigen Schwächen vermögen den insgesamt sehr positiven Eindruck kaum zu trüben.

Becker Z116

© Becker

Am Stau vorbei mit TMC

Dynamische Navigation gehört dieser Tage bei einem portablen Navi zum guten Ton - da machen auch das Becker Z116 keine Ausnahme. Über die im Ladekabel versteckte Antenne gelangen die Verkehrsinformationen ohne lästige Zusatzstrippen auf das Navi. Im Test warnte das Z116 sehr frühzeitig vor Staus auf unseren Routen.

Auch sonst konnte die Routenberechnung im Test überzeugen. Stichwort Navteq Traffic Patterns: Das Z116 berechnet die Routen auf Wunsch anhand historischer Verkehrsdaten - zu Stoßzeiten kann es also sein, dass einen das Navi auf eine andere Strecke lotst als sonst. In unserem Fall umging es beispielsweise den lästigen Feierabend-Stau am Heslacher Tunnel in Stuttgart und schickte uns über eine ebenso gut befahrbare Nebenstraße. Auf Wunsch lässt sich diese zeitabhängige Berechnung aber auch deaktivieren.

Eines ist klar: Becker setzt mit dem Z116 voll auf die klassischen Tugenden eines portablen Navis, nämlich gute Bedienbarkeit und solides Routing.

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