Wireless-Boxen

B&O Beosound 1 im Test: Die Sound-Rakete

Dass bei hochwertigen HiFi-Komponenten immer mal Materialien aus der Raumfahrt zum Einsatz kommen, ist kein Geheimnis. Der drahtlose Lautsprecher Beosound 1 lehnt sich auch optisch an Rocket-Science an. Wir haben die Wireless-Speker im Test.

Bang&Olufsen Beosound 1

© Bang&Olufsen

Thermoskanne, Wasserkocher, Dönerspieß? Die Assoziationen zum Beosound 1 sind vielfältig und typisch für Bang& Olufsen. Genau wie die perfekte Verarbeitung der edlen Materialien.

Pro

  • sauberer, sehr schön durchzeichneter Klang
  • unterstützt sehr viele Zuspielquellen
  • exzellente Verarbeitung

Contra

Fazit

audio Testurteil: 85 Punkte; Preis/Leistung: Überragend

Der dänische HiFi-Hersteller Bang & Olufsen ist für seine extravaganten bis gewagten Design-Ideen bekannt, die oftmals auch eine Folge technischer Errungenschaften sind. Gern erinnern wir uns an den Plattenspieler Beogramm 4000, der einer der ersten war, der mit einem tangentialen Tonarm arbeitete.

Im Lautsprecherbau haben wir Bang & Olufsen die akustische Linse zu verdanken, die mittlere und hohe Frequenzen im 36-Grad-Winkel abstrahlt, also rundherum. Genau auf diesem Prinzip basiert auch der brandneue drahtlose Aktivlautsprecher Beosound 1.

Das Soundsystem ist im oberen Bereich mit einem Breitbänder versehen, der nach unten hin auf eine akustische Linse abstrahlt. Vor dort wird der Klang horizontal in alle Richtungen reflektiert. Es ist also unerheblich, wo im Raum der Lautsprecher letztendlich steht, man hat überall den vollen Klang. Für den nötigen Tiefgang sorgt ein Bass-Chassis an der Unterseite. Angetrieben werden die beiden Treiber von je einer Class-D-Endstufe. Der Tieftöner bekommt dabei 20 Watt zugeteilt, der Breitbänder 40 Watt.

Nur zwei Bedienelemente reichen aus, die runde Oberseite ist berührungsempfindlich. Mit einem kurzen Tipp startet oder stoppt man die Wiedergabe, mit einem Wisch nach links oder rechts geht's zum nächsten oder vorigen Titel. Die Lautstärke stellt man mechanisch ein, indem man am oberen Aluring dreht.

Bang&Olufsen Beosound 1 Lautsprecher Bluetooth

© Bang&Olufsen

Der Fokus des Beosound 1 liegt auf drahtlosen Verbindungen. WLAN und Bluetooth sind an Bord, die Antennen liegen seitlich unter einem Kunststoffstreifen. Eine kleine LED gibt Auskunft über den Verbindungsstatus.

Futter bekommt die Sound-Rakete auschließlich in digitaler Form: entweder über eine direkte Bluetooth-Verbindung via Smartphone oder Tablet oder per Netzwerk. Dazu lässt sich der Lautsprecher drahtlos über WLAN oder per Ethernetkabel ins Heimnetz einbinden. Das ist auch ratsam, denn hier offenbart sich die ganze Vielfalt der digitalen Zuspielquellen.

Apple-Anwender freuen sich beispielsweise über die eingebaute AirPlay-Technologie, mit der man in hoher Qualität (bis 44,1 kHz in 16 Bit) aus jeder iPhone-App oder vom Mac/PC aus iTunes heraus auf den Beosound 1 streamt. Das Google-Pendant Google Cast ist ebenfalls an Bord. Daneben kann man Spotify, Deezer und den Internet-Radiodienst TuneIn programmieren.

So richtig audiophil wird es aber erst, wenn man den Beosound 1 als DLNA-Client einrichtet. Mit der passenden App auf dem Smartphone hat er dann vollen Zugriff auf die eigene Musikbiblothek auf dem Mac/PC oder auf einer Netzwerkfestplatte (NAS). Im Test spielte er hier sogar HiRes-Daten im FLAC-Format mit bis zu 352 kHz in 24 Bit ab. Lediglich bei DSD-Streams musste das neue Schmuckstück passen.

Bang&Olufsen Beosound 1 Tieftöner

© Bang&Olufsen

Ebenfalls nach unten strahlt der Tieftöner ab. Im Sockel liegen die zwei einzigen Anschlüsse: Ethernet und Strom. Einen analogen Eingang gibt’s leider nicht.

Dank eingebautem Akku kann man den Lautsprecher auch mal ins Bad, auf die Terrasse oder in die Garage mitnehmen. Eine kleine Gartenparty beschallt er auch mal. Richtig mobil wird er aber allein schon wegen des ordentlichen Gewichts von über drei Kilogramm nicht, er sollte besser im Hause bleiben.

Im Hörraum zeigte sich der Beosound erstaunlich flexibel. Das Prinzip der akustischen Linse funktionierte in allen Situationen vorbildlich. Die rauchige Stimme von Adele beim Song "25" kam ausdrucksstark rüber. Kräftiges Bassfundament bewies er beim Stockfisch-Klassiker "No Sanctuary Here" von Chris Jones. Auch vor Klassik schreckte er nicht zurück: Die Streicher von Benjamin Brittens "Romance", gespielt von den Trondheim Solisten, flossen zauberhaft süß aus der akustischen Linse.

Fazit

Alle Achtung! Bang & Olufsen greift mit dem Beosound 1 tief in die Trickkiste und zaubert einen fast perfekten Wireless-Speaker aus dem Hut. Das Design: sexy und futuristisch. Die Möglichkeiten: fast unbegrenzt. Der Klang: zauberhaft. Und über die Materialienauswahl sowie deren Verarbeitung muss man bei Bang & Olufsen nie viele Worte verlieren. "Edel" und "perfekt" reichen hier als Adjektive. Für mich setzt der Beosound 1 ganz klar neue Maßstäbe in seinem Segment.

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