Testbericht

Bi-Automotive Media Center

Das Bi-Automotive Media Center überzeugt als Navi, auch wenn die Routenberechnung schneller gehen könnte.

Bi-Automotive Media Center

© Sebastian Stoll

Bi-Automotive Media Center

Gleich der erste Kontakt mit dem Media Center von Bi-Automotive (1200 Euro) macht klar: Seine Verarbeitung reicht nicht an die eines Werkssystems wie dem VW RNS 510 heran. Die etwas groben Plastikflächen und großen Druckknöpfe erinnern eher an das kleine VW-Modell RNS 310. Unsere Spannung steigt also mit dem Zündschlüsseldreh - was uns wohl erwartet?

Das VW-Emblem leuchtet

Bi-Automotive Media Center

© Sebastian Stoll

Die Verarbeitung des Media Centers ist eher einfach.

Zunächst einmal das beruhigende VW-Emblem, das während des Bootvorgangs erscheint. Und spätestens das übersichtliche Hauptmenü zerstreut alle Bedenken: In Reih' und Glied präsentieren sich die einzelnen Menüpunkte, und dank hochauflösendem HD-TFT-Display sieht das Ganze dann auch noch gut aus.

Die Bedienung hält mit der Optik mit - Radio, DVD-Player und Navigation lassen sich leicht und ohne Wartezeiten erreichen. Der User kann auf den 7-Zoll-Touchscreen tippen oder die Knöpfe und Dreher am Gehäuserand benutzen - das ist für eingefleischte VW-Fahrer ein bekanntes Bedienszenario.

Allerdings ist beim Bi-Automotive Media Center nicht jeder Bedienschritt auf Anhieb ersichtlich: So existiert hier zum Beispiel keine Zurück-Taste. Stattdessen muss man in die linke obere Ecke des Radio-Screens tippen, um wieder ins Hauptmenü zu gelangen - ein Bedienschritt, der nicht so ganz nachvollziehbar ist.

Damit es unterwegs nicht langweilig wird, hat das Media Center einiges an Ausstattung zu bieten. So ist außer einem DVD-Videoplayer und einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung auch ein DVB-T-Tuner inklusive Antenne im Kaufpreis enthalten. Da das Bluetooth-Modul A2DP unterstützt, kann der User seine Musik vom Handy auf die Anlage streamen. Den iPod akzeptiert der Naviceiver ebenfalls.

Leider hat man den TMC-Empfänger weggelassen. Dieses Feature zur Stauumfahrung gehört anno 2010 in dieser Geräteklasse jedoch zum guten Ton. Vor allem dann, wenn man als echte Alternative zur Werks-Navi wahrgenommen werden will.

Bi-Automotive Media Center

© Sebastian Stoll

Die Routenübersicht zeigt den Reiseverlauf, was bei langen Reisen praktisch ist.

Erfreulich zügig gehen sowohl die Bedienung als auch die Zieleingabe der Navigation von der Hand. nicht zuletzt dank vernünftig dimensionierten Buttons. Auch das Interface der von iGo stammenden Navigationssoftware ist in weiten Teilen einleuchtend gestaltet. So kann man ohne große Mühe neue Zwischenziele einfügen oder seine eigenen Ziele als POIs inklusive Logo anlegen. Für solche Beschäftigungen lässt einem das System des Öfteren genügend Zeit - nämlich genau dann, wenn es zur Routenberechnung kommt.

Etwas träge Routenberechnung

Diese bricht beim besten Willen keinen Geschwindigkeitsrekord: Für eine Routenberechnung von Stuttgart nach Hamburg benötigt ein durchschnittliches System etwa 30 Sekunden - beim Bi-Automotive vergehen satte 58 Sekunden. Das ist die lästigste Eigenart des Systems, zusammen mit dem fehlenden TMC-Empfänger.

Gut ist, dass die Kartenansicht sowohl mit Signposts, also der detaillierten Darstellung von Autobahn- und Schnellstraßenschildern, als auch mit einer dreidimensionalen Gebäudedarstellung aufwartet. Somit kann man sich an markanten Gebäuden orientieren.

Ebenfalls überzeugend war auch die Qualität der berechneten Routen, sowohl innerorts als auch bei Überlandfahrten: Auf unserer ausgefeilten Navi-Teststrecke führte uns das Media Center von Bi-Automotive jederzeit tadellos. 

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