Smartphone

Blackberry Classic im Test

Statt mit immer neuen Spielereien wartet der Blackberry Classic mit Features auf, die die Arbeit effizienter machen. Damit verspricht er Erfolg im Job. connect hat das Smartphone im Test.

  1. Blackberry Classic im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Blackberry Classic

© Blackberry

Blackberry Classic
EUR 313,00

Pro

  • ergonomische Tastatur
  • Trackpad zur punktgenauen Cursor-Platzierung
  • viele, selbst programmierbare Shortcuts
  • sehr robuste Bauweise
  • fast perfekte Funkleistung

Contra

  • hohes Gewicht
  • fest verbauter Akku
  • nur durchschnittliche Kamera
85,6%

Wer Karriere machen will, sollte keine Zeit verschenken - das versteht sich von selbst. Doch viele moderne Smartphones verleiten genau dazu: Sie unterhalten uns mehr, als dass sie uns bei der Arbeit unterstützen. In dieser Hinsicht kann sogar der - insgesamt sehr gute - Blackberry Q10 als Rückschritt gegenüber dem älteren Bold 9900 gesehen werden.

Denn durch den Verzicht auf Trackpad, Funktionstasten und das bei den Kanadiern früher übliche, ausgeklügelte System der Shortcuts, fielen beim Q10 viele Möglichkeiten zur Effektivitätssteigerung unter den Tisch. Mit dem Classic für 429 Euro bügelt Blackberry diese Scharte nun aus und vereint die auf das effiziente Arbeiten fokussierte Vergangenheit mit der in Sachen Touchbedienung anspruchsvolleren Gegenwart. Ist der Brückenschlag erfolgreich?

Blackberry Classic Musikplayer

© Blackberry

Als Musikplayer bietet der Classic auch hochgezüchteten Multimedia-Maschinen Paroli.

Ausstattung: Exzellentes Office-Tool

Die Basiskonstruktion des Classic kann ihre Nähe zum Blackberry Q10 (Test) nicht verleugnen. Da sind die markante Tastatur, das quadratische Display und der Edelstahlrahmen, der Elektronik und Anzeige vor gefährlichen Verwindungen schützt. Beim Vergleich fällt aber auf, dass der Classic in jede Richtung gewachsen ist und beim Gewicht um 30 Prozent zugelegt hat.

Ein Grund für den Zuwachs ist die Wiedereinführung der vom Bold bekannten Leiste mit Touchpad und Navigationsknöpfen zwischen Tastatur und Display.

Besonders das Touchpad erleichtert die Bedienung, wenn es etwa darum geht, nachträglich Fehler aus einer E-Mail zu tilgen - korrekte Mails sind der Karriere schließlich förderlich. Die schnelle Erledigung von Aufträgen ist auch nicht zu verachten, und bei der hilft der praktische Hub, unter dem die Kommunikation über SMS, MMS, E-Mail, Social Media und Co zusammengefasst ist.

Blackberry Classic Hub

© Blackberry

Der Blackberry Hub bündelt die Nachrichten aus vielen Quellen, bei Bedarf ist eine Auswahl möglich.

Geschwindigkeit bringen auch die nun wieder gebotenen Shortcuts. Das lange Drücken einer Taste reicht, um eine häufig benötigte Funktion aufzurufen, etwa das Umschalten zwischen lautloser und normaler Benachrichtigung durch die Taste "Q". Nicht vorkonfigurierte Drücker können nach eigenen Wünschen belegt werden, etwa zum Start einer App, zum Verfassen einer Nachricht, zum Wählen einer Nummer oder zu vielem mehr. Das beschleunigt nach der Lernphase die Bedienung enorm und entbindet den Besitzer von immer wiederkehrenden öden Bedienvorgängen.

Blackberry Classic

© Blackberry

Tasten lassen sich Rufnummern oder Funktionen zuordnen, die dann durch langes Drücken schnell abrufbar sind.

Wobei die Bedienung mit der ergonomischen Tastatur mit für optimale Treffsicherheit gewölbten und mit knackigem Druckpunkt versehenen Tasten und dem von 3,1 auf 3,5 Zoll leicht gewachsenen Touchscreen durchaus angenehm ist. Bei gleich gebliebener Auflösung setzt die brillante, blickwinkelstabile Anzeige nun auf LCD statt auf OLED-Technik, was auch bei der Helligkeit einen großen Sprung von 150 auf 500 Candela pro Quadratmeter mit sich bringt. Im hellen Sonnenlicht ist der Classic dem Q10 deutlich überlegen.

Zur flüssigen Nutzung trägt der flotte, vom Q10 stammende Prozessor und die bekannt üppige Speicherausstattung inklusive Micro-SD-Slot bei. Warum sollte Blackberry hier auch eine kompetente Basis ändern? Ein Upgrade hätten sich manche bei der Kamera gewünscht: Eine höhere Bildqualität würde den Classic universeller machen.

Gehäuse: Korpulenz macht sich bezahlt

Beim Durchlaufen des Testlabs von connect spielt der Classic aber mindestens einen weiteren Trumpf seiner Korpulenz aus. Denn ein Teil des Zuwachses bedingt der Akku: Die typische Ausdauer steigt so von rund sechs auf über sieben Stunden. Auch die schon exzellenten Gesprächszeiten des Q10 kann der Classic noch einmal überbieten. Verzichten muss der Käufer aber auf den austauschbaren Akku.

Blackberry Classic Seitenansicht

© Blackberry

Lautstärketasten und Kartenhalter sind präzise in den stabilen Stahlrahmen eingelassen.

Beeindruckend ist die Funk-Performance: Bei GSM und UMTS holt der Classic die Höchstpunktzahl, bei LTE fehlt dazu nur ein Punkt. Beim Classic scheint es sich also einmal mehr rentiert zu haben, dass Blackberry anno 2012 den Hochfrequenz-Spezialisten Paratek übernommen hat. Auch bei der Akustik kennt das Smartphone aus Kanada keine Kompromisse. Erwähnenswert ist hier, wie gut es dem Classic gelingt, die komplexen Störgeräusche zu unterdrücken, wenn man aus einer Kneipe anruft. Der Classic ist also ein verbesserter Q10-Nachfolger, der die Businesstauglichkeit früherer Generationen mit der Modernität der Blackberry-10-OS-Welt in einem Top-Smartphone verbindet.

Blackberry Classic

© Blackberry

Die Qual der Wahl: Blackberry Passport oder Classic?

Doch mit dem Blackberry Passport (Test) hat er Konkurrenz aus eigenem Haus. Der Passport hat eine noch größere Tastatur mit Trackpad-Funktion und einen Bildschirm, der auch auf reinen Touchscreen-Geräten zum Einsatz kommen könnte. Zudem besitzt er eine deutlich bessere Kamera und mehr Speicher bei ansonsten vergleichbar hoher Performance. Doch diese Vorteile kosten über 100 Euro Aufpreis und belasten die Tasche deutlich mehr als andere Smartphones. Wer auf einen solchen Brocken lieber verzichtet, holt sich mit dem Blackberry Classic ein Arbeitswerkzeug, das auch im privaten Einsatz sehr zu gefallen weiß.

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