Testbericht

Blu-ray-Player Denon DBP-2012 UD

Zuerst optimierte Denon sein Basismodell. Nun kommen die edlen High-End-Geräte an die Reihe. Wie viel Mehr an Klang bietet der DBP 2012 UD?

  1. Blu-ray-Player Denon DBP-2012 UD
  2. Datenblatt
Denon DBP-2012 UD

© Archiv

Denon DBP-2012 UD

Bei seinen treuen Kunden ist Denon bekannt dafür, Produkte zu einer gehörigen Reife zu entwickeln, bevor sie im Laden auftauchen dürfen. Bananaware, wie das Konzept "reift beim Kunden" in der Computerbranche heißt, liegt den Japanern fern. Dennoch lassen sich manchmal Zeitdruck und Kundennachfrage nur schwer unter einen Hut bringen.

Denon DBP-2012 UD

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Hinter Denons Audioausgängen arbeiten feine 32-Bit-D/A-Wandlerchips. Der Netzwerkanschluss dient Updates, BD-Live und füttert den integrierten DLNA-Player.

Klugheit ließ Denon die Entscheidung treffen, den kleinen BDP 1611 UD Ende vergangenen Jahres zunächst ohne die 3D-Funktion auf den Markt zu bringen. Schon kurz nach der Markteinführung lieferte ein Firmware-Update die Funktion nach. Der hier getestete große Bruder BDP 2012 UD verspätete sich unter anderem, weil die Programmierer von der Naturkatastrophe in Japan betroffen waren. Nun aber ist er da und bis auf den Youtube-Player fertig. Von Bananaware, also nachträglicher Fehlerbeseitigung, ist keine Rede.

Der DBP 2012 UD teilt sich die Plattform mit seinem kleinen Bruder. Der wiederum ist mit dem in stereoplay 2/2011 getesteten Marantz UD 7005 bauähnlich. Die grundsätzlichen Fähigkeiten des verwendeten MediaTek-Chipsatzes gleichen sich, von stressfreiem Abspielen der Blu-rays mit allen bekannten Extras inklusive BD-Live und 3D-Filmen über einen schnell navigierenden und weit kompatiblen DLNA-Netzwerk-Player bis zur Wiedergabe der beiden highendigen Vintage-Formate DVD-Audio und SACD. Die SACD kann der Denon sogar als rohen DSD-Datenstrom per HDMI 1.4 an entsprechend kompatible Verstärker weiterreichen - etwa an die Topmodelle der eigenen Marke.

Denon DBP-2012 UD

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Die Steuerung

Die Kompatibilität reicht aber weiter. Mussten bisherige Denon-Universal-Player aus technischen Gründen die SACD für die Wiedergabe per HDMI auf CD-Auflösung herunterrechnen, beherrschen die Player dieser Generation neben dem DSD-Strom auch eine quasi verlustfreie Konvertierung zu PCM mit einer Auflösung von 24 Bit / 88,2 Kilohertz. Damit kommen nun endlich ebenso ältere Verstärker mit HDMI in den Genuss der hohen Auflösung dieser feinen Scheiben - und das ohne den bislang nötigen umständlichen analogen Umweg.

Das macht auch den proprietären Denon-Link-Anschluss überflüssig, der folglich fehlt. Neben einem aufwendigeren Video-Processing und der mechanisch wuchtigeren Verarbeitung unterscheidet sich der DBP 2012 UD vor allem durch sein stattliches, diskret aufgebautes Audioboard vom kleinen Bruder. Auf der riesigen Platine, die ein Drittel des Gehäuses einnimmt und über eine eigene Stromversorgung verfügt, sorgen sich fünf PCM 1795 mit 32 Bit Wortbreite um die Wandlung. Sie verstehen neben PCM auch DSD von der SACD und beschicken einen separaten analogen Stereoausgang sowie die Surround-Sektion mit 7.1 Kanälen.

Auch die Videosektion bietet mehr als beim kleineren Modell, das mit der - bereits hervorragenden - On-Board-Videoverarbeitung des Decoderchips vorlieb nehmen muss. Ein ABT 2015 von Anchor Bay brachte im Testgerät ein flexibleres und stabileres De-Interlacing sowie knackscharfes Scaling mit aalglatter Diagonalinterpolation und 12-Bit-D/A-Wandlung für die analogen Anschlüsse.

Denon DBP-2012 UD

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Menü-Justage: Es gibt Anpassungen im Setup eines Blu-ray-Players, die für guten Klang notwendig sind. In der Regel klingt eine Kette mit HDMI-Verbindung bei Datenstromübertragung besser, weil das resultierende Analogsignal dann alleine auf dem Takt des Verstärkers fußt. Zweit-Tonspuren bei Making-Off-Kommentaren auf Blu-rays bleiben unhörbar. Denon gestattet hierfür eine Umschaltung auf Mix-Modus im laufenden Programm.

Im Hörraum manifestierten sich schnell auch die wenigen Mankos des Players. Eine Krankheit diverser bisheriger Blu-ray-Player von Denon zeigt leider auch der 2012: Das Laufwerk macht bei den hohen Drehzahlen der Disc recht deutlich auf sich aufmerksam, auch der Kühlventilator ist nicht ganz lautlos. Das dürfte aus einigen Metern Entfernung nicht mehr stören - oder man verbaut den Player im Schrank. Die Tasten der neuen Fernbedienung wiederum sind außergewöhnlich leichtgängig - ist aber reine Gewöhnungssache.

Das war es aber auch schon an Kritik. Das Gesamtpaket hinterließ einen mehr als soliden und edlen Eindruck. Mechanik und Software - beide neu - agierten flott, selbst BD-Live. Die ABT-2015-gepimpte Videoausgabe erzeugte stets stabile, plastische und knackscharfe Bilder. Gut gemasterte DVDs waren ohne direkten Vergleich kaum von einer Blu-ray-Disc zu unterscheiden.

Denon DBP-2012 UD

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Wer den analogen Mehrkanalausgang nutzen möchte, für den bietet der DBP 2012 UD ein vollständiges Bassmanagement mit Justagen für Pegel, Verzögerung und Übergangsfrequenzen zu jedem Kanal.

Im Hörtest musste zunächst die Analogsektion ihre Qualitäten beweisen. Der Sparringspartner Cambridge Azur 650 BD bot dem Japaner mit seiner agilen, flüssigen, dabei kontrollierten Gangart gut Paroli. Der Denon klang in Stereo wie auch über die Mehrkanalausgänge unten etwas voluminöser und körperhafter, zeichnete aber weniger scharfe Konturen.

Im Mittelton wirkte er etwas zurückhaltender als der Engländer, oben herum strahlte er dafür etwas glanzvoller. In der Raumabbildung schenkten sich die Gegner nichts. Die Tester einigten sich auf 56 und 46 Punkte für Surround respektive Stereo. Bei HDMI wehrte sich der Denon mit einer ebenfalls etwas körperhafteren Darstellung, ohne dabei an Kontur oder Agilität einzubüßen. Schließlich ergab sich ein Patt bei 64 Punkten.

Mit dem DBP 2012 UD ist Denon im digitalen Jetzt angekommen und kümmert sich dabei liebevoll um die audiophilen Hinterlassenschaften von DVD-Audio und SACD.

Denon DBP 2012 UD

HerstellerDenon
Preis850.00 €
Wertung107.0 Punkte
Testverfahren1.0

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