Testbericht

Blu-ray-Player NAD M 56

Der neue Top-Blu-ray-Player NAD M 56 (2500 Euro) bietet neben schlicht-schönem Design und feinem Klang auch die einfache Steuerung vieler Funktionen.

  1. Blu-ray-Player NAD M 56
  2. Datenblatt
Testbericht

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Testbericht
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Was aussieht wie die Lade, ist nur eine Klappe, die nach unten federt, wenn der Schlitten ausfährt.

Man muss die Entwickler bewundern, die seit fast 40 Jahren so angenehm schlichte, dezente HiFi- und eben auch Heimkinogeräte bauen. Ihr klares und zeitloses Industriedesign paaren sie mit angemessener Funktionsfülle, verzichten dabei auf jedweden Schnickschnack in der Ausstattung, und der Klang gelingt NAD stets vergleichsweise zurückhaltend und im besten Sinne des Wortes unspektakulär. Der Blu-ray-Player M56 aus der Masters-Serie fällt wieder genau in diese Kategorie.

Gerade mal sieben Bedienelemente befinden sich auf der massiven, zweifarbig Ton in Ton gehaltenen Front. Die inneren Werte erstrahlen in der Farbe Blau, vom Display bis zu den Platinen, die durch die Vielzahl von Lüftungsschlitzen schimmern. Dass sie dabei genau den Ton der Blu-ray-Verpackungen treffen, ist sicher Zufall, NAD nutzt diese Farbe für die Masters-Serie schon länger. Auch die Rückseite bietet bescheidenen Luxus mit 7.1-Cinch-Outputs und optischen plus Cinch-Digitalausgängen. Die formschöne, ergonomische Fernbedienung besitzt eine ungewöhnliche, aber nicht unlogische Tastenanordnung, an die man sich schnell gewöhnt.

Bildergalerie

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Galerie
Ton in Ton

Einblicke in das Menü des NAD M 56 und Detailbilder der rückseitigen Anschlüsse.

Minimalistische Eleganz

Innen dominieren wenige Platinen mit sauberem Aufbau und viel Luft. Und das ist gut so, denn es erlaubt genügend Zirkulation für die dringend benötigte Brise in dem komplett passiv gekühlten Player, dessen gut gekapseltes Laufwerk die einzigen bewegten Teile im Gehäuse enthält. Das reine Laufwerk entstammt offensichtlich der Datentechnik. Es navigiert entsprechend schnell, was dem Komfort insbesondere beim Abspielen von Blu-ray-Scheiben sehr zuträglich ist. Überraschenderweise fährt übrigens beim Öffnen nicht der silberne Teil der Lade aus dem Gehäuse. Dieser klappt vielmehr nach unten, und es gleitet ein fast filigran anmutender Schlitten zur Aufnahme der Scheibe aus den Tiefen des Gehäuses.

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Die USB-Buchse versteht neben dem gängigen FAT-Format auch externe Festplatten mit NTFS.

Zu den versteckten inneren Werten des M56 gehört auch die Möglichkeit, neben dem Kabel per integriertem WLAN mit dem lokalen Netzwerk und dem Internet Kontakt aufzunehmen. Und im lokalen Netz präsentiert sich der NAD als vollwertiger DLNA-kompatibler Netzwerk-Player für die meisten gängigen Audio- und Videoformate.

Die Dateien dürfen auch per USB zugespielt werden. Neben dem bei Speichersticks verbreiteten, aber veralteten FAT-Format verdaut der Player ebenso nach modernem NTFS-Standard formatierte Speicherriegel - und obendrein ausgewachsene externe PC-Festplatten, die dank des NTFS-Formats auch große Videodateien über 4 Gigabyte Größe speichern können. Ungewöhnlich: Trotz all der Konnektivität lässt NAD "Do it yourself"-Firmware-Updates per Internet nicht zu, das erledigt der Händler. Angenehm: Der M56 liest alle Discs superschnell ein - CDs und DVDs laufen nach nur neun Sekunden, Blu-rays nach 14. Auch die Navigation innerhalb einer Platte vollzieht der Player sehr zügig. Ebenfalls ungewöhnlich performant tritt der Java-Interpreter auf, der für komplexe BD-Menüs und BD-Live verantwortlich zeichnet. Er zeigt rasendschnelle Downloads sowie butterweiche Animationen.

Der M56 arbeitet schnell

In der Praxis geht die Bedienung leicht und flüssig von der Handhabung - dank des Homemenüs, über das man strahlenförmig alle Mediengruppen von Video über Audio bis Foto ansteuern kann. Das Konfigurationsmenü gestaltete NAD angenehm schlackefrei und verständlich. Bezüglich Kompatibilität gibt es nichts zu meckern, und geschwind bewährten sich im Test die Suchfunktion mit ihrem Navigationsbalken und die Option, mit einem Tastendruck Lesezeichen zu setzen.

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Die Fernbedienung liegt recht angenehm in der Hand. Praktisch: Die "Marker"- und "Search"-Wippe bietet eine Abkürzung zum Markieren von Stellen mit Lesezeichen und einen Suchbalken zum Wiederfinden.

Bei der Videoverarbeitung fiel ein stabiles De-Interlacing auf, mit angenehm ruhigen Bildern in DVD- und Blu-ray-Auflösung. Vor allem der Scaler begeisterte durch artefaktarme Bildumrechnung und quasi perfekte Diagonal-Interpolation mit aalglatten, scharfen Konturen. Bei interner Audio-Dekodierung fiel auf, dass 192-kHz-Aufnahmen mit "nur" 96 kHz Samplingrate das HDMI-Kabel verließen, was dem feinporigen, dabei stabilen Klangbild keinen Abbruch tat. Wer die letzten Samples auch noch hören möchte, der kann jederzeit die Bitstromausgabe nutzen. Sie bremst dann auf die im Setup eingestellte Frequenz oder eben gar nicht ein.

Im Hörvergleich musste sich der NAD zunächst bei digitaler Ausgabe dem Cambridge Azur 650 BD stellen. Der Kontrahent spielte etwas nüchterner und wuchtiger auf als der feinere NAD, aber mehr akustische Informationen ließen sich dem M56 nicht entlocken, egal, ob sich CDs, DVDs oder Blu-ray-Discs in den Laufwerken drehten. 64 Punkte - ein Patt.

Bei Analog sah das schon anders aus. Hier tönte der Cambridge forscher und wuchtiger, was zunächst nach Mehr klingt. Aber der M56 agierte einfach dezenter, filigraner und vor allem dynamischer. Gerade bei niedriger aufgelösten Originalen, etwa Yellos "The Expert" von der stereoplay-Heft-CD Januar 2010, spielte er sich mit einer reicheren Palette an Klangfarben und einer klarer strukturierten Raumabbildung eindeutig nach vorne. Der nur auf den ersten Eindruck zurückhaltendere Bass kam letztlich federnder und treibender.

NAD M 56

HerstellerNAD
Preis2500.00 €
Wertung105.0 Punkte
Testverfahren1.0

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