Testbericht

Blu-ray-Player Philips BDP 7200

Der Philips BDP 7200 (450 Euro) klang musikalisch stets flüssig und animierte zum Fuss-Mitwippen, obwohl er sich dynamisch hörbar zurückhielt.

  1. Blu-ray-Player Philips BDP 7200
  2. Datenblatt
Blu-ray-Player Philips BDP 7200

© Archiv

Blu-ray-Player Philips BDP 7200

Anders als bei den Features, die sich wirkungsvoll mittels hübsch gestalteter Logos im Prospekt auflisten lassen, sieht es hinter den Kulissen aus, wenn man betrachtet, welche Medien die Abspieler neben den Standardscheiben CD, DVD-Video und BD noch wiederzugeben in der Lage sind. Unter diesem Aspekt kehrt sich die Rangfolge um 180 Grad um, denn der Philips besitzt kein SD-Karten-Lesegerät und spielt keine DiVX-Movies.

Blu-ray-Player Philips BDP 7200

© Tilman Schreiber

Nur auf den ersten Blick gleicht das Innere des Philips BDP 7200 dem Denon, da sie sich in der Ausstattung und vor allem in der Firmware unterscheiden.

Das Stichwort Firmware liefert für vergleichende Warentests wie diesen einigen Zündstoff, entstehen doch die Qualitäten und Fähigkeiten eines Players immer aus einer Kombination von Hard- und Software. Als Firmware bezeichnet man eine Software, die direkt eine Hardware beeinflusst. Und die Firmware von High-Definition-Abspielern befindet sich in stetem Fluss. So gilt auch für jeden Besitzer nach dem Erwerb seiner Hardware: auf der Herstellerhomepage die neueste Firmware lokalisieren, oder besser seinen Fachhändler um das Update bitten.

Das kann praktisch jeder leicht selbst durchführen. Meist muss die heruntergeladene Software nur auf eine CD gebrannt und nach Anleitung eingespielt werden. Am einfachsten geht das bei Playern mit Internetanschluss, die sich selbst aus dem Netz versorgen.

Im Laufe der Zeit sollte man regelmäßig nach Updates Ausschau halten, denn so manch nützliches Feature und bessere Kompatibilität entwickeln die Programmierer erst allmählich. Steht der Player dann mit den neuesten Bits im Bauch erstmals im Rack bei seinen Mitstreitern, kommt die Herausforderung des Anschließens und der Konfiguration, was immer einen Kompromiss zwischen den beiden zu verbindenden Parteien erfordert.

Blu-ray-Player Philips BDP 7200

© Julian Bauer

Der Niederländer bietet einen analogen Mehrkanalausgang und verzichtet auf SD-Karten.

Bei älteren Spielkameraden mit analogen Mehrkanaleingängen trumpfen Philips und Samsung auf, die beide bis zu 7.1 Kanäle auf analogem Wege zu einem schon leicht betagten Surroundverstärker schicken können, auf dass auch dieser in den Genuss der neuen Tonformate komme.

Für alle drei Test-Spieler gilt: Maximale Qualität geben sie nur über einen HDMI-1.3-Anschluss im Bitstreamformat preis, was aktuelle Decoderpartner erfordert.

Zu Beginn eines Blu-ray-Praxistests mutiert stereoplays Hör- immer erst zum Sehraum, in dem sich die Bildwandler am Panasonic-Full-HD-Projektor beweisen müssen. Auf der riesigen Screen-Research-Leinwand zeigen sich Bildfehler, als ob man mit einer Lupe vor dem Fernseher sitzt.

Blu-ray-Player Philips BDP 7200

© Julian Bauer

Die Tasten logisch und handlich gruppiert. Praktisch: Philips erlaubt auch die Lautstärke- und Programmkontrolle eines Fernsehers.

Philips programmiert seinen Scaler mehr auf knackige Konturschärfe, dafür gelingt die Vollbildwandlung nur perfekt, wenn die Platte das passende Statusbit liefert, was nicht immer der Fall ist.

In Sachen Bildqualität staffeln sich diese drei Player tatsächlich gemäß ihres Preises. Beim Testen unter Kinobedingungen fiel bei allen dreien negativ auf, dass sie schwarze Tasten auf schwarzer Front verwenden und auch keine der Fernbedienungen hinterleuchtete Tasten anbietet. Ungewohnte Handhabung erforderte daher oft einen Gang zum Lichtschalter - lästig.

Nach der Bildbeurteilung schalteten die Tester das Licht wieder an und kalibrierten erst einmal den klanglich hervorragenden Yamaha DSP Z 11 (stereoplay 04/08) als Arbeitsgerät. Für den Vergleich leistet der Verstärker nur seine Kernaufgaben: Verstärken, Signalrouting, Bassmanagement und Decodieren der Bitströme. Alle anderen Funktionen stellten die Tester auf "Durchzug".

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"Quick Setup" ist für Anfänger, Fortgeschrittene tauchen mit "Advanced Setup" tiefer in die Menüstrukturen ein.

Beim Vergleichen der Klangqualität über HDMI stehen die langen, systembedingten Umschaltzeiten im Weg, die die Synchronisation der verbundenen Komponenten, die diversen Handshakes und Kopierschutzabsprachen verursachen. Den Testern kommt entgegen, dass sich aktuelle Player klanglich so deutlich unterscheiden, dass die Umschaltpausen nur lästig, aber nicht hinderlich wirken.

Für einen tonalen Schnellcheck eignet sich noch immer die menschliche Stimme am besten, da reicht bereits ein Nachrichtensprecher. So etwas findet sich auf einer alten Denon-Test-CD von '94 mit einem um amerikanischen Akzent bemühten japanischen Sprecher. Es darf ausgeschlossen werden, dass es die Markengleichheit war, die den Denon-Player diesen Sprecher am akzentuiertesten und feinst aufgelöstesten abbilden ließ. Der Philips behielt die gleiche Balance wie der Japaner bei, rückte den Sprecher aber ein wenig weiter weg, ohne den Fokus nachzustellen, weshalb feine Details leicht verschwammen. Der Samsung löste nochmals ein wenig geringer auf, was vor allem bei S-Lauten auffiel, die im Vergleich mit dem Denon schon sehr undifferenziert, fast wie "F"-Laute wirkten. Diese Charaktere blieben gleich, egal, ob die Tester digitale oder analoge Signalübertragung verwendeten, nur dass die Unterschiede analog noch deutlicher ausfielen.

Blu-ray-Player Philips BDP 7200

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Zu grob: Lautsprechersetup für Front und Center im 30-Zentimeter-Raster, für die Surroundboxen in 50-Zentimeter-Schritten.

Mit datenreduzierten Signalen genießt die Big Phat Band einen guten Ruf; sie produziert DVDs von komplexester Klangstrukur und urgewaltiger Dynamik. Auch in diesem Falle schlugen sich Samsung und Philips ordentlich, wobei der Samsung tonal ein wenig ausgewogener wirkte, der Philips dafür stets musikalisch flüssiger klang und eher zum Fuss-Mitwippen animierte, obwohl er sich dynamisch hörbar zurückhielt.

Ab hier konnte der Denon mangels ausreichender Analogausgänge nur noch digital verglichen werden. Dafür machte er seine Sache am besten, spielte flüssig, ohne jede Schärfe kristallklar und dennoch wuchtig, platzierte die Bigband am plastischsten im Raum.

Bleiben noch die Hochbit-Formate von Blu-ray. Hier fand von BD-Audio nur der Samsung alle Spuren, Philips und Denon verstummten bei PCM 5.1 von der "Trondheim Solistene". Mit BD-Video-Discs gab es keine Probleme. Klanglich bleibt die Abstufung der drei Kontrahenten aber auch mit Dolby True HD und DTS HD unverändert.

Philips BDP 7200

HerstellerPhilips
Preis500.00 €
Wertung98.0 Punkte
Testverfahren1.0

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