Testbericht

Blu-ray-Player Philips BDP 7300

Philips bringt mit dem BDP 7300 (350 Euro) seine erste Blu-ray-Player-Eigenkonstruktion auf den Markt. Kleiner Preis und große Ausstattung versprechen ein Schnäppchen.

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Blu-ray-Player Philips BDP 7300

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Blu-ray-Player Philips BDP 7300

Eigentlich kaum zu glauben, aber mit dieser Player-Generation bringt Philips seine ersten eigenen Blu-ray-Entwicklungen an den Start. Waren die Niederländer bislang selbst  OEM-Kunden (Original Equipment Manufacturer), werden sie mit dieser Produktgeneration wie schon im CD- und DVD-Bereich zum OEM-Lieferanten. Und so wird uns diese Playerbasis in der einen oder anderen Variante bald immer wieder begegnen.

Die schlichte Front verrät wenig von der prallen Ausstattung des Players, der praktisch alle gängigen Dateiformate von MP3 über DiVX bis zum Camcorderformat AVCHD mit erweitertem XVColor-Farbraum decodiert. Dazu kommen alle Blu-ray-Features von BonusView bis BD-Live. Die Rückseite offeriert neben 5.1-Ausgängen einen separaten Stereoanschluss plus Cinch- und Toslink-Digitalaudio. Noch etwas gefällt an der Rückseite: Der Philips benötigt keinen störenden Lüfter. Vorne lässt sich noch ein USB-Speicher einstecken; er darf Fotos oder Videos beinhalten oder zusätzlich zum internen Speicher Daten von BD-Live-Scheiben aus dem Internet puffern. Die Fernbedienung liegt angenehm kompakt in der Hand. Die plakative "Home"-Taste mit zugehörigem Menü schauten sich die Entwickler wohl bei Sony ab, gemäß dem Motto "es ist immer besser, Gutes abzuschauen, als Schlechtes selbst zu erfinden".

Neben der Quellenwahl zwischen Laufwerk und USB gelangt der Anwender im Home-Menü zur Konfiguration. Ärgerlich: Erst die zweite Menüebene erlaubt eine Umstellung der Sprache auf Deutsch. Angenehm dagegen gestaltet sich die Darstellung in großen, klaren Lettern und tabellarischer Anordnung. Die Tiefe mancher Einstellbarkeit freut den Fan, dürfte aber einige Neulinge verwirren. Anderes hingegen, etwa die rein automatische Netzwerkeinstellung, ist dafür laienfreundlich und verweigert sich dem manuellen Expertenzugriff.

Füttert man den BDP 7300 mit einer Scheibe, überrascht er damit, wie flott er sie einliest. Eine DVD startet binnen 9 Sekunden quasi mit der Geschwindigkeit eines echten DVD-Spielers, und eine Blu-ray benötigt kaum die doppelte Zeit. Und auch die Navigation innerhalb der Platten läuft in Rekordtempo. Bravo. Diese Geschwindigkeit behält der Player sogar beim Umgang mit Fotos und anderen Mediendateien vom Laufwerk oder USB-Stick bei. Angenehm fallen auch die riesigen, fast formatfüllenden, teiltransparenten Einblendungen auf, mit denen der Philips Informationen anzeigt und Hinweise gibt.

Nach diesem positiven Eindruck von der Handhabung musste der BDP 7300 zeigen, was er im Bild kann, und auch hier überraschen die Niederländer positiv. Der Scaler lässt sich via Einstellung "Nativ" abschalten, der Player reicht dann das Signal unbearbeitet an das Display oder den Projektor weiter. Das ist fein, denn in highendigeren Bildanzeigern stecken in der Regel die besten De-Interlacer und Scaler der Signalkette. Dabei muss sich der Philips nicht verstecken, sein De-Interlacer arbeitet schnell, rastet zuverlässig und stabil in die verschiedenen Modi ein, und der Scaler zeichnet mit spitzem Stift ein außergewöhnlich scharfes Bild von niedrig aufgelösten Vorlagen. Auch Fotos, die ja für den Videoausgang praktisch immer skaliert werden müssen, zeigt er gestochen scharf.

Ein nicht weiter klärbares Phänomen tauchte mit MP3 und WMA auf. Die klangen nämlich von DVD geliefert dünn und kraftlos. Spielten die Tester dieselben Dateien von CD oder USB-Stick, stimmte die Klangbalance. Hier muss wohl eine spätere Firmware helfen. Außer AAC und DTS 96/24 decodiert der BDP 7300 alle Standard- und HD-Audioformate gerne selbst. Zunächst checkten die Tester den analogen Stereoausgang. Mit "The One" von Prince auf CD schien der Neuling nicht so recht aus den Strümpfen zu kommen; der - zugegebener Weise recht optimistisch - zum Vergleich herangezogene Pioneer BDP LX 08 ließ ihm keine Chance. Der Philips klang vergleichsweise undynamisch und stumpf. Eine Erhöhung der Kanalzahl zu 5.1 änderte daran nichts: Auch in diesem Falle strahlte Til Brönners  Trompete auf der DVD "A Night In Berlin" vom Japaner gespielt glanzvoller und groovte die Band besser.

Interessanter Weise behielt der BDP 7300 seine vergleichsweise nüchterne Spielweise sogar über HDMI bei, sowohl bei PCM als auch bei Bitstromübertragung. Ein Tausch der Kabel und Anschlüsse der Probanden schuf Gewissheit, keinem Feh-ler im Signalweg aufzusitzen. Der Philips vermittelte akustisch das Gefühl, als habe jemand vergessen, die Handbremse zu lösen.

Dafür konnte er im Bild gut punkten und zeigte vor allem von DVD dank seines präzisen De-Interlacers im Verbund mit dem knackscharfen Scaler feines Video mit ruhigem, scharfem Gesamteindruck, das keinem guten DVD-Spieler nachsteht. Blu-ray-HD-Bilder wirkten genauso fein und ließen höchstens ein wenig Tiefe missen. Im Bild spielt der Neue also vorne mit; was die audiophilen Qualitäten angeht, dürfen wir gespannt sein, was zukünftige OEM-Kunden noch herauskitzeln.

Philips BDP 7300

HerstellerPhilips
Preis350.00 €
Wertung102.0 Punkte
Testverfahren1.0

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