Testbericht

Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 55

Der Panasonic DMP BD 55 (450 Euro) beherrscht das Blu-ray-Profil 1.1 mit allem Drum und Dran für Bild-in-Bild-Wiedergabe, komplexe Java-Menüs und kann eine zweite Tonspur simultan verarbeiten (Secondary Audio).

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Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 55

© Archiv

Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 55

Heute selbstverständlich: Ehemals exotische Highend-Funktionen wie die Reproduktion von Filmen mit originaler Kino-Bildfrequenz im 1080p/24-Modus. Ansonsten müssen Spielfilme nach Vorschrift auf 60 Bilder pro Sekunde gewandelt werden, was unruhige Bewegungsdarstellung zur Folge hat. Der BD 55 arbeitet mit voller vernetzter Interaktivität. Den für die Internetdaten benötigten Speicher fordert er extern ein, per SD-Karte, wie sie in Digitalkameras heute üblich ist.

Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 55

© Julian Bauer

In der piekfeinen Anatomie des Panasonic verbirgt sich auch der neue Bildchip namens "Reference Chroma Processor Plus", der zur Berechnung eines Pixels statt bislang 16 nun 60 Nachbarpixel berücksichtigt.

Um die Blu-ray-Fähigkeiten der Profile 1.1 und 2.0 zu testen, nutzten die Tester die Scheibe "Big Buck Bunny". Sie läuft auf dem Player völlig reibungslos. Wie selbstverständlich ließen sich die Bild-in-Bild-Einblendungen, Kommentare der Macher und die verschachtelten Menüs des BD-Profils 1.1 verwenden, ohne große Verzögerungen oder Fehler. Damit stehen Käufern des Spielers die Funktionen zukünftiger und einiger aktueller Discs schon jetzt zur Verfügung. So soll das sein.

Fast schon ein Problem für die Tester stellt heutzutage die Vielfalt an potentiellen Datenträger-Datenformat-Kombinationen dar, die sich in ihrer Vollständigkeit kaum mehr testen lassen. So möchte der Panasonic MP3-Songs bitte nur von CDs lesen, von einer DVD mag er sie nicht. Dafür zeigt er dann die Titel in voller Länge an. Bei WMA-Songs ist ihm das Medium egal, er erkennt sie sowieso nicht. Erfreulicher Weise kann der Player mit dem immer wichtiger werdenden HD-Camcorder-Format AVCHD etwas anfangen.

Immerhin: Er las problemlos alle gängigen Aufnahmemedien von CD-R über DVD-RW bis hin zur BD-R. Panasonic versteht sogar DVD-RAM, direkt aus dem DVD-Recorder. Aktuellen Playern schmeckt der Hausbrand leider nur in bestimmten Kombinationen aus Medium und Daten. Das sollten Sie gegebenenfalls prüfen, wenn Ihnen ein bestimmtes Format wichtig erscheint.

Der BD 55 glänzt hinsichtlich der Ausstattung mit bis zu acht analogen Audioausgängen - für 7.1. Panasonic nutzt ein traditionelles Menü mit tabellenartigem Layout und angenehmen, grafischen Navigationshilfen.

Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 55

© Julian Bauer

Der BD 55 bietet analog ein Stereo-Duo und für 5.1 ein Sextett aus Cinchbuchsen. Zum Betrieb mit 7.1 schaltet er diese einfach zu einem Oktett zusammen.

Einer der wichtigsten Aspekte zur Wahl des richtigen BD-Players dürfte die Bildqualität sein. Beginnend mit DVD zeigte der Player im Test bei Spielfilmen mit progressiven Vollbildern ähnlich gute Ergebnisse auf der Leinwand. Das ändert sich, wenn Halbbild-basiertes Interlaced-Material an die Reihe kam, etwa mit elektronischer Kamera gedrehte Konzertvideos.

Das gleiche Spiel zeigte sich bei falsch gesetztem Progressive-Flag, etwa der DVD von "Star Wars, Episode I", und sogar bei 1080i von der HQV-Test-Blu-ray. Der Panasonic schaltet in diesen Fällen wie ein guter DVD-Spieler etwas verzögert, aber zuverlässig in den Kameramodus und interpoliert die Halbbilder flimmerfrei.

Der Panasonic zeigte im Hörraum einen recht flotten Gang gegenüber bisherigen Playern und ein eher durchschnittliches Geräuschniveau. Überhaupt erfreut die Entwicklung der Geschwindigkeitszunahme, die langsam an die DVD-Speed herankommt.

Nach der Ausstattungs- und Bild-Pflicht machten sich die Tester an die Klangqualitäts-Kür. Zu vergleichen galt es den analogen Pfad und zwei digitale Wege: erstens per unbehandelten Bitstrom, zweitens via integrierte Decoder. Man gewann bei diesem Player fast das Gefühl, die analogen Cinchbuchsen seien fast nur noch Hilfsausgänge für Leute mit alten Surroundverstärkern. Audiophile Gelüste weckt der Player von CD nicht, wobei der BD 55 Pearl Jams "Wishlist" vom Album "Yield" deutlich plastisch und Gitarren und Becken detailreich klingen ließ.

Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 55

© Flacher als das Vorgängermodell, verbirgt der Panasonic seine Laufwerktasten und den SD-Kartenschacht weiterhin unter einer Klappe.

Julian Bauer

Seine Vorgängermodelle konnten diese Spieler jedenfalls nicht übertrumpfen. Klar: Diese Maschine ist fürs Digitalzeitalter konstruiert und blüht erst mit S/P-DIF- und HDMI-Verbindungen richtig auf. 

Digital verströmte der angeschlossene Denon-Receiver gleich viel mehr Details und Raum.

Wie gewohnt blühte auch dieses Mal der Player mit steigender Auflösung seitens des Quellmaterials immer mehr auf. Die Streicher der Trondheim Solistene spielten hierzu auf "Divertimenti" (Blu-ray in neuem, reinem Tonformat, Rezension in stereoplay 8/08) Benjamin Brittens "Boisterous Bourree" in allen HD-Varianten von der 1:1-Masterkopie in PCM 192 kHz / 24 Bit über DTS HD Master Audio bis Dolby True HD.

Auch in maximaler, weil originaler, PCM-Auflösung wirkte der BD 55 geschmeidig. Der Eindruck verstärkte sich noch im DTS-HD-Format. Wundersames tat sich bei True HD, das der Panasonic von dieser Scheibe nicht erkannte und statt dessen nur den redundanten, datenreduzierten Dolby-Digital-Soundtrack an den externen Decoder sandte. Bei interner Decodierung funktionierte er bei True HD mit dieser Scheibe ganz prächtig. Von BDs im normalen Video-Format erkannte und verarbeitete der Panasonic True HD erwartungsgemäß. Für die Ton-Blu-ray müssen die Programmierer wohl noch an der Firmware arbeiten.

Blue-ray-Player Panasonic DMP BD 55

© Julian Bauer

Praktisch: Der Handgeber bietet auch Tasten für die Bedienung des Fernsehers, vorprogrammiert für die Geräte der gängigen Marken.

Mit Dolbys aktueller Demo-BD konnte der Test fortgesetzt werden; es war ohnehin Zeit, die Musikrichtung zu wechseln. Was nicht wechselte war die bereits gewonnene Erkenntnis über die Charakteristik des Panasonic. Er gabden Gitarren einen fein strukturierten Korpus mit strahlend sirrenden Saiten und verlieh den Stimmen Körper und Ausdruck, während er sie in einem großzügig dimensionierten Raum platzierte.

Verwendet man den internen Decoder des Playes, klingt er dann leider insgesamt unaufgeräumter, oberflächlicher und detailärmer. Das liegt an der etwas unglücklich gelösten Referenztakt-Normierung von HDMI und ist extrem schade, denn nur wenn der Player den Ton selbst decodiert, lassen sich alle zukünftigen Blu-ray-Optionen wie Secondary Audio nutzen. Hierzu muss der Panasonic für HD-Ton auf "PCM" konfiguriert werden. Nun kann er zwei Tonspuren simultan decodieren, verarbeitet sie nach Discvorgabe im Digitalmixer und sendet das ganze via HDMI per PCM (oder auch analog) zum Verstärker. Wichtig: Die Lautsprecher-Konfiguration des Receivers muss in der Player-Konfiguration dupliziert werden, falls der Verstärker nicht das komplette Bassmanagement übernimmt, Funktionen wie "Pure Direct" von Denon und vergleichbare Signalabkürzungen anderer Marken schalten es nämlich ab.

Panasonic DPM BD 55

HerstellerPanasonic
Preis450.00 €
Wertung98.0 Punkte
Testverfahren1.0

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