Testbericht

Blue-ray-Player Pioneer BDP LX 52

Der Feindynamik des Sony begegnete der Pioneer BDP LX 52 (650 Euro) mit Grobdynamik, gab Prince's "The One" mehr Wucht und den Klavieranschlägen etwas mehr Attacke.

  1. Blue-ray-Player Pioneer BDP LX 52
  2. Datenblatt
Blue-ray-Player Pioneer BDP LX 52

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Blue-ray-Player Pioneer BDP LX 52
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Die RS-232-Buchse dient der Integration in Automationssysteme a la Crestron.

Außen hebt sich der BDP LX 52 durch eine aufwendigere Verarbeitung vom BDP 360 ab, denn in Sachen Ausstattung gleichen sich die zwei wie eineiige Zwillinge. Das Styling demonstriert jedoch mit der lackierten Alufrontplatte und wertigerem Handgeber ein höheres Niveau. Im Inneren werkeln Pioneer-eigene Video- und Ausiosignalverarbeitung, die zu Recht einen sehr guten Ruf genießen.

Das Bedienkonzept ist im positiven Sinne eigenwillig, führte doch Pioneer beispielsweise als erste die Taste "Tools" ein, die ein Schnellmenü mit wichtigen, aber seltener gebrauchten Funktionen wie dem direkten Umschalten von Tonspuren, Untertiteln, dem Justieren von Audio- und Videoparametern im laufenden Betrieb zulässt.

Blue-ray-Player Pioneer BDP LX 52

© 1) Ein so genannter Zero-Delay-Buffer dient zur genaueren und stabileren Taktgenerierung der Audioverarbeitung. 2) "PQLS Multi" (Precision Quartz Lock System) synchronisiert HDMI-Aus- und -Eingang bei PCM-Ton auf denselben Takt. 3) Pioneer gehört ...

Zudem erleichtert ein ganz vorbildliches QuickstartMenü das erste Einrichten der Maschine, und beim Erkennen einer neuen HDMI-Verbindung macht der Player darauf aufmerksam, dass man seine Einstellung erneut prüfen sollte.

Wie der Sony meldet sich auch der Pioneer ganz vorbildlich mit einem Schnell-Installationsmenü, in dem ebenfalls gleich zuerst die Sprache und dann die verwendeten Anschlüsse ausgewählt werden. Danach kann es praktisch schon losgehen. Auch er hat alle Decoder an Bord und liest zu BD-Live-Scheiben auch die Zusatzdaten aus dem Internet und lagert sie auf einem rückseitig einzusteckenden USB-Speicherstick zwischen.

Bis auf die zusätzliche RS-232-Buchse zur Fernsteuerung per Hausautomation gleicht der BDP LX 52 äußerlich dem kleineren Modell. Innendrin schaut das nur auf den ersten Blick so aus, investierten die Entwickler hier doch in eine wesentlich aufwendigere Digitaltakt-Aufbereitung. Das erledigt für die interne Kommunikation der Chips ein Zero-Delay-Buffer, und extern synchronisiert er sich per PQLS (Precision Quartz Lock System) via HDMI mit Pioneer-Verstärkern, die das gleiche Verfahren verstehen. Im Gegensatz zu bisherigen Playern, deren PQLS-Modus auf CD-Wiedergabe beschränkt war, funktioniert das nun mit allen PCM-Signalen und damit auch allen im Player decodierten Tonspuren von Blu-rays. Andere Hersteller entwickeln an ähnlichen Systemen; wie weit die aber mal kompatibel werden, das steht in den Sternen.

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Irgendwann ist der beste USB-Speicherriegel voll: Pioneer erlaubt ein selektives Löschen der Daten.

Im Hörraum mussten die beiden Probanden zunächst ihre Bildqualität beweisen. Die kann sich bei beiden gut sehen lassen: Das De-Interlacing arbeitet bei beiden Japanern schnell, rastet zuverlässig ein, und auch beim Skalieren geht nichts an Schärfe verloren. DVDs sehen hervorragend aus, beide können einen guten alten DVD-Spieler leicht ersetzen.

Als digitaler Diaprojektor zeigt der Sony eine super Geschwindigkeit beim Laden und schöne Bilder, der Pioneer skaliert die JPEGs aber deutlich feiner, dafür lädt er sie quälend langsam. In HD-Videos schlagen sich die zwei mit unterschiedlichen Charakteristika: Der Pioneer zeigt ruhige, plastische und dabei scharfe Bilder. Der Sony zeichnet dank HD-Reality-Enhancer ein stets knackigeres Bild, es wirkt aber auch etwas unruhiger und mal plastischer, mal flacher, je nach Motiv.

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Firmware-Updates sind bei Blu-ray-Playern ein notwendiges Übel: Pioneer macht die Sache leicht.

Im ersten Hördurchgang mussten sich die Kontrahenten mit intern decodiertem HD-Audio messen. Dabei konnten sich die Tester beim besten Willen nicht auf einen Sieger festlegen, beide klangen präzise und fein. Auch Hörvergleiche mit Bitstream-Ausgabe endeten im Patt. Über den analogen Stereoausgang differenzierten sich allerdings zwei Charaktere heraus. Der Sony entpuppte sich als Raumkünstler mit sehr feiner Ortung und schönem Ausklingen, etwa von Klaviersaiten.

Dieser Feindynamik begegnete der Pioneer mit einem Pfund mehr an Grobdynamik, gab Prince's "The One" mehr Wucht und den Klavieranschlägen etwas mehr Attacke. Aber trotz seiner fein-groovigen Musikalität und Dynamik kam der LX 52 an die Feindynamik und Raumabbildung des 1000-Euro-Players Pioneer BDP LX 08 (5/09) nicht ganz heran. Der Sony zog in Analog-Stereo mit dem LX 08 gleich, blieb nur mit seinem Analog-Mehrkanal-Output (der dem LX 52 fehlt) 2 Punkte unter dem Teuren.

Pioneer BDP LX 52

HerstellerPioneer
Preis650.00 €
Wertung104.0 Punkte
Testverfahren1.0

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